Die Beratungen in allen Seelsorgekonferenzen haben in den letzten Monaten vor Augen geführt, wie viel Redebedarf zum Thema "Pastoral der Zuknft" besteht. So kamen am Dienstag, 27. Februar 2018, die SeelsorgerInnen der drei Würzurger Dekanate zu einer gemeinsamen Konferenz im Burkardushaus zusammen, die von Prof. Dr. Michael Ebertz, Religionssoziologe an der Kath. Hochschule Freiburg, geleitet wurde.
Für die Modellierung und inhaltliche Gestaltung der pastoralen Räume braucht es eine Vision, Klarheit in der "Mission", wer die Adressaten der Pastoral sind und was ihnen wichtig ist. Und es braucht Mut zum Abschied und Aufbruch, nicht zuletzt zur Suche der Suchenden, oder wollen wir im neuen pastoralen Raum weiter machen, wie bisher, weil wir ohnehin schrumpfen?
Auf diese Fragen ging Prof. Ebertz in einem Zwölf-Thesen-Papier ein:
1. Pastorale Räume nicht gebietsherrschaftlich, sondern nach Dienstkategorien gestalten: Erreichbarkeit, Zugänglichkeit, Ansprechbarkeit.
2. Orte der pastorlaen Räume als Multioptionspalette gestalten.
3. Ein gemeinsames Zukunftsbild erarbeiten.
4. Die basalen Gründ der Pastoralkrise erkennen.
5. In den pastoralen Räumen den Beziehungsmodus umstellen und die Konditionalprogramme überprüfen.
6. Pastorale Räume von den Adressaten her denken.
7. Entlernen, neu lernen, umlernen: Bilder pastoraler Räume, Rollen, Identitäten und pastorale Kompetenzen.
8. Die pastorale "mission" klären, reflektieren und erlebbar machen.
9. "Zusammenwachsen" ist nicht wachsen: Im Umbau pastoraler Räume Wachstumschancen erkunden.
10. Pastorale Räume denken: communio et ministratio.
11. Pastorale Räume differenziert denken: Seelsorge und Gesellschaftssorge.
12. Pastorale Räume als Laboratorien.
Bei der anschließenden Diskussion wurde gefragt, wie dies in unserer Region umzusetzen ist. Hier empfahl Ebertz, zu schauen, wie die Menschen im Alltag und am Sonntag ihre Lebensvollzüge gestalten. Wer nimmt die liturgischen Angebote an? Wer würde gerne welche Angebote annhmen? Auffällig ist, dass vergleichsweise wenige Menschen aus der Kirche austreten. Was bindet sie an die Kirche? Sind wir für deren Erwartungen resonanzfähig? Prof. Ebertz riet, ortsspezifische pastorale Konzepte zu entwickeln. Es muss aber auch den Loklisten die Möglchkeit gelassen werden, ihr altes Modell von Kirche zu leben. Ein gepflegtes Nebeneinander ist hier vonnöten. Wir müssen aber auch Orte und Gelegenheiten schaffen, mit anderen Menschen in Berührung zu kommen. Ein pastoraler Raum braucht eine pastorale Gaststätten.
In den einzelnen Seelsorgekonferenzen werden nun die SeelsorgerInnen das Gehörte weiter beraten.



