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Mehr als das, was wir leisten

Wort zum Wochenende
Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich, so Yvonne Meier.

Wir gehen auf ein verlängertes Wochenende zu. Der morgige 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist für viele ein besonderer Tag. Ein freier Tag, vielleicht verbunden mit einem Ausflug, mit Zeit im Grünen, mit Maifesten und Geselligkeit – oder einfach mit einem Moment zum Durchatmen. Gleichzeitig erinnert er an etwas Grundlegendes: an die Würde der Arbeit und an die Rechte der Menschen, die sie Tag für Tag tun.

Arbeit gehört zu unserem Leben. Sie gibt Struktur, sichert den Alltag, kann erfüllen – und manchmal auch belasten. Viele kennen beides: die Zufriedenheit, etwas geschafft zu haben, und die Müdigkeit, wenn es zu viel wird und über den Kopf wächst. Gerade deshalb ist dieser Tag mehr als nur ein freier Eintrag im Kalender. Er stellt eine leise, aber wichtige Frage: Was trägt und erfüllt mich – jenseits von Leistung und Aufgaben?

Die Bibel erzählt von einem Gott, der selbst ruht. Nach allem Schaffen hält er inne und segnet den Ruhetag. Nicht nur als kurzer Feierabend, sondern als eigener, ganzer Tag hat die Ruhe ihren festen Platz in der Schöpfungsgeschichte. Das ist ein starkes Zeichen: Nicht nur die Arbeit ist wichtig, sondern auch die Pause. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, immer weiter zu funktionieren, er muss sich erholen, regenerieren, reflektieren.

Vielleicht liegt genau darin eine Einladung für diese Tage: sich bewusst Zeit zu nehmen. Zu spüren, was guttut. Sich daran zu erinnern, dass wir mehr sind als das, was wir leisten. Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich – mit allem, was ihn ausmacht: mit Stärken und Grenzen, mit Erfolgen und unerledigten Dingen.

Der 1. Mai kann so – neben aller Geselligkeit – zu einem Moment des Innehaltens werden. Ein kurzer Augenblick, um aufzuschauen, durchzuatmen und wahrzunehmen: Das Leben ist mehr als die nächste Aufgabe.

Ob Sie am Freitag einen Radelausflug machen, zu einem Maifest gehen, mit Bollerwagen und Getränken losziehen, die nahegelegene Eisdiele besuchen oder andere Formen der Entspannung und Belohnung finden: Wir alle haben es uns verdient. Machen wir uns das bewusst.

Einen gesegneten Feiertag!

Autorin: Yvonne Meier, Diakonin und Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin im Schröderhaus, Öffentlichkeitsarbeit des Dekanates