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Krisenresiliente Seelen …

Wort zum Wochenende
Diese Dinge, Verbundenheit, Vertrauen und Tiefe gibt es nicht auf Rezept, so Gemeindereferent Christoph Gewinner.

Haben wir katastrophenresiliente Infrastrukturen, eine kriegstüchtige medizinische Versorgung und genügend gut gefüllte Vorratskeller? Die weltpolitische Lage, der Schnee in großen Mengen im Norden Deutschlands, der großflächige Stromausfall in Berlin, all das und manches andere, provoziert regelmäßig die Sorgen um die anfangs genannten Fragen. Dabei ist es nicht das Problem, dass wir uns plötzlich mit sehr fern geglaubten Gefahren und Bedrohungen auseinandersetzen müssen, sondern, dass wir es nicht schon viel früher getan haben.

Aber, wenn wir uns jetzt besser für zukünftige Katastrophen rüsten, Nudeln und Konserven einlagern und natürlich auch Toilettenpapier, womit füllen wir dann die Vorratsräume unserer Seelen? Die Coronakrise hat uns ja gezeigt, dass es mit genügend medizinischen Masken und Desinfektionsmitteln und mit richtigen politischen Entscheidungen nicht getan ist, wenn uns die Zerbrechlichkeit unseres Lebens so vor Augen geführt wird, dass es schwieriger wird, sie zu leugnen.

Abstandsregeln haben damals nicht geholfen, dass sich die absurdesten medizinischen und politischen Ideen verbreiten konnten. Da stehen wir heute. Ich glaube dabei, dass die inzwischen so verbreitete Empörungskultur nicht so viel damit zu tun, dass so vieles nicht oder nicht gut klappt. Auch nicht mit maroden Infrastrukturen, Bürokratie oder abgehobener Politik. Sondern mit den leeren Vorratskammern unserer Seelen. Oder anders gesagt, mit dem Schweigen, dass laut erklingt, wenn die Frage auftaucht, was kann uns noch retten, wenn es keine Rettung mehr gibt.

Dabei ist die Frage relativ leicht zu beantworten. Retten kann uns niemand, außer uns selbst. Kein starker Mann, kein martialischer Held und keine bessere Politik können uns retten, wenn wir existenziellen Bedrohungen wie Krankheit oder Krieg oder Umweltkatastrophen begegnen und auch kein gut gefülltes Bankkonto. Das ist alles vergänglich.

Wenn wir unsere Seelen retten wollen, dann müssen wir in uns gehen und Unvergängliches suchen und sammeln. Bestand haben dabei die Verbundenheit mit anderen und mit sich selbst, das Vertrauen, dass es immer etwas Güte gibt, in mir oder in anderen, und vor allem, wenn wir glauben können, dass es in der Tiefe einen Grund und einen Halt gibt, der unser Leben trägt. Diese Dinge, Verbundenheit, Vertrauen und Tiefe gibt es nicht auf Rezept, es gibt für sie keinen gesetzlichen Anspruch und keine KI kann sie generieren. Wir finden sie in der freundlichen und liebevollen Begegnung mit uns selbst und mit anderen. Nehmen Sie sich dafür Zeit! Täglich.

Christoph Gewinner, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Würzburg Ost