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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Thu, 21 May 2026 12:01:10 +0200</pubDate><lastBuildDate>Thu, 21 May 2026 12:01:10 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72397</guid><pubDate>Mon, 11 May 2026 11:34:30 +0200</pubDate><title>Die Kraft zu bleiben</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-kraft-zu-bleiben/</link><description>Für die Bekämpfung des Antisemitismus kommt es auf die bewusste Entscheidung und den Mut vieler Einzelner an, so Dr. Josef Schuster. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Dass es nach der Schoa jüdisches Leben in Deutschland gibt, wird von einigen Politikerinnen und Politikern immer wieder als „Wunder“ bezeichnet. Und tatsächlich: Dass die Grundsteine für eine jüdische Zukunft in Deutschland gelegt wurden, auf die wir heute noch bauen, war nicht selbstverständlich. Es war jedoch kein Wunder, sondern eine ganz bewusste Entscheidung, ein Akt des Mutes – und des Glaubens.</p><p>Der große Religionsphilosoph Maimonides lehrte: „Ein Mensch soll nicht furchtsam oder mutlos sein, sondern ein tapferes Herz haben.“ In diesem Sinne sind wir jenen zu Dank verpflichtet, die – trotz innerer Zerrissenheit – den Mut fanden, zu bleiben oder zurückzukommen.</p><p>Das jüdische Leben heute ist vielfältig und lebendig. Bei dem großen Musikwettbewerb Jewrovision etwa treten junge Jüdinnen und Juden heute, am Freitag, in Stuttgart vor 1.200 Zuschauern unter dem Motto „Voices of Hope“ auf. Hier wird spürbar, wie sehr Gemeinschaft trägt, wie groß die Sehnsucht nach Leichtigkeit ist. Das Motto der Jewrovision bringt zum Ausdruck, was uns Juden im Innersten bewegt: Wir geben die Hoffnung auf ein lautes, stolzes jüdisches Leben in der Mitte der Gesellschaft nicht auf, die junge Generation von Jüdinnen und Juden sind unsere „Voices of Hope“.</p><p>In einem selbst geschriebenen Song stellten die Teilnehmer sich die Frage: „Bleiben oder gehen?“ Denn zunehmend versucht der wachsende Antisemitismus, jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Er hat es zurück in die Mitte der Gesellschaft geschafft.</p><p>Genau wie nach der Schoa können wir auch heute nicht auf ein Wunder bauen. Für die Bekämpfung des Antisemitismus kommt es auf die bewusste Entscheidung und den Mut vieler Einzelner an. So wie es das Motto des Katholikentages dieses Wochenende in Würzburg ist: „Hab Mut, steh‘ auf.“ Seien Sie also mutig, stehen Sie auf und bleiben Sie standhaft!</p><p>Wir sind als gesamte Gesellschaft gefragt, für die Werte einzustehen, die uns in unserem Glauben über Konfessionen hinweg verbinden, für ein Deutschland, wie wir es wollen.</p><p>Bleiben oder Gehen? In Gedenken an diejenigen, die jüdisches Leben hier vor über 75 Jahren etabliert haben sowie in Gedanken an Maimonides gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Lassen Sie uns die Mutigen und die Furchtlosen sein. Lassen sie uns den Glauben daran nicht verlieren, dass jüdisches Leben in Deutschland eine Zukunft hat. Und lassen Sie uns diese Worte mit Taten füllen.</p><p><span style="line-height:108%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><b>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland</b></span></font></span></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72182</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 13:08:08 +0200</pubDate><title>Sich regen und bewegen bringt Segen!</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/sich-regen-und-bewegen-bringt-segen/</link><description>Äußere Bewegung bringt in Schwung – oft einher geht sie mit innerer Bewegung, so Sabine Mehling-Sitter. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Sicherlich kennen Sie auch diesen etwas abgewandelten Spruch!? Meine Mutter zitierte den Satz immer, wenn sie ihren täglichen Spaziergang machte.</p><p>Und ich merke, dass sich mein Körper nach einem langen Arbeitstag am Schreibtisch förmlich nach guttuender Bewegung sehnt. Nicht nur die, die akribisch auf ihre Gesundheit achten, kennen das wohltuende Gefühl guter Bewegung. Und die Mitmenschen, die nach einer OP wieder ganz langsam Bewegungen einüben müssen, können ein Lied von den sich auftuenden Mühen aber auch Erfolgserlebnissen singen.&nbsp;Kein Wunder, dass der Andrang in die Fitnessstudios nach wie vor anhält.</p><p>Dass Bewegung segensreich sein kann, sehen wir auch an den Windrädern, die mittlerweile auf vielen freien Flächen in unserer Gegend stehen. Egal wie man zur Windenergie steht – ein sich drehendes Windrad bedeutet Energie, in Strom umgewandelte Kraft, ist ein Zeichen des Fort-Schritts und der Zukunft. Denn ohne Strom geht bekannterweise (fast) gar nichts mehr.</p><p>Äußere Bewegung bringt in Schwung – oft einher geht sie mit innerer Bewegung. Das eine hängt meist mit dem anderen zusammen.&nbsp;Wann haben wir uns das letzte Mal innerlich bewegen lassen?&nbsp;Die Kirche hat da einiges zu bieten, nämlich viele Feste und Anlässe zur äußeren und inneren Bewegung:&nbsp;Die Bitttage, Wallfahrten und Prozessionen durch Feld und Flur im Mai zu besonders segensreichen Orten.&nbsp;</p><p>Der Katholikentag vom 13.-17.5. in Würzburg: Da werden viele Menschen in Bewegung kommen und so das eine oder andere bewegt werden!&nbsp;</p><p>Christi Himmelfahrt als klassisches Bewegungsfest: Da verbinden sich Himmel und Erde!</p><p>Und nicht zu vergessen das Pfingstfest, das die träge und verunsicherte Jüngerschaft von drinnen nach draußen drängt und so einiges durch Sturm und Brausen in Bewegung bringt.</p><p>Lassen wir uns bewegen - dann werden wir zum Segen!</p><p><strong>Sabine Mehling-Sitter, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Ochsenfurt, in der Frauenseelsorge des Bistums Würzburg</strong></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72166</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 08:15:04 +0200</pubDate><title>Mehr als das, was wir leisten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mehr-als-das-was-wir-leisten/</link><description>Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich, so Yvonne Meier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wir gehen auf ein verlängertes Wochenende zu. Der morgige 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist für viele ein besonderer Tag. Ein freier Tag, vielleicht verbunden mit einem Ausflug, mit Zeit im Grünen, mit Maifesten und Geselligkeit – oder einfach mit einem Moment zum Durchatmen. Gleichzeitig erinnert er an etwas Grundlegendes: an die Würde der Arbeit und an die Rechte der Menschen, die sie Tag für Tag tun.</p><p>Arbeit gehört zu unserem Leben. Sie gibt Struktur, sichert den Alltag, kann erfüllen – und manchmal auch belasten. Viele kennen beides: die Zufriedenheit, etwas geschafft zu haben, und die Müdigkeit, wenn es zu viel wird und über den Kopf wächst. Gerade deshalb ist dieser Tag mehr als nur ein freier Eintrag im Kalender. Er stellt eine leise, aber wichtige Frage: Was trägt und erfüllt mich – jenseits von Leistung und Aufgaben?</p><p>Die Bibel erzählt von einem Gott, der selbst ruht. Nach allem Schaffen hält er inne und segnet den Ruhetag. Nicht nur als kurzer Feierabend, sondern als eigener, ganzer Tag hat die Ruhe ihren festen Platz in der Schöpfungsgeschichte. Das ist ein starkes Zeichen: Nicht nur die Arbeit ist wichtig, sondern auch die Pause. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, immer weiter zu funktionieren, er muss sich erholen, regenerieren, reflektieren.</p><p>Vielleicht liegt genau darin eine Einladung für diese Tage: sich bewusst Zeit zu nehmen. Zu spüren, was guttut. Sich daran zu erinnern, dass wir mehr sind als das, was wir leisten. Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich – mit allem, was ihn ausmacht: mit Stärken und Grenzen, mit Erfolgen und unerledigten Dingen.</p><p>Der 1. Mai kann so – neben aller Geselligkeit – zu einem Moment des Innehaltens werden. Ein kurzer Augenblick, um aufzuschauen, durchzuatmen und wahrzunehmen: Das Leben ist mehr als die nächste Aufgabe.</p><p>Ob Sie am Freitag einen Radelausflug machen, zu einem Maifest gehen, mit Bollerwagen und Getränken losziehen, die nahegelegene Eisdiele besuchen oder andere Formen der Entspannung und Belohnung finden: Wir alle haben es uns verdient. Machen wir uns das bewusst.</p><p><strong>Einen gesegneten Feiertag!</strong></p><p><strong>Autorin: Yvonne Meier, Diakonin und Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin im Schröderhaus, Öffentlichkeitsarbeit des Dekanates</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71898</guid><pubDate>Thu, 16 Apr 2026 08:22:08 +0200</pubDate><title>Auf dem Weg zu neuer Hoffnung</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/auf-dem-weg/</link><description>Aber wenn der Weg das Ziel ist, dann lohnt es sich, den Blick zu heben, so Susanne Händel. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%"><em><strong>„Der Weg ist das Ziel“</strong></em> - Dieser Satz wirkt ausgeleiert, so oft steht er auf Kalendern oder Spruchkarten. Dennoch steckt für mich eine wichtige Erkenntnis drin, wenn man ihn auf den eigenen Lebensweg bezieht.</span></p><p><span style="line-height:100%">Jeder Mensch hat seinen oder ihren persönlichen Lebensweg, trifft Entscheidungen und schlägt dadurch eine bestimmte Richtung ein. Manchmal ist der Weg leicht und man wünscht sich, es würde immer so schön sein, manchmal ist er schwer und man möchte am liebsten wieder umkehren.</span></p><p><span style="line-height:100%">Auf dem Weg gibt es immer wieder kleine und große Abschnitte: Schulabschluss, heiraten, eine Krankheit durchstehen, eine neue Stelle antreten und noch Vieles mehr. Es sind zahlreiche Wegpunkte oder Ziele, aus denen sich unser Leben zusammensetzt und diese machen den Lebensweg aus, sie markieren einzelne Etappen.</span></p><p><span style="line-height:100%">Jahr für Jahr wird am Ostermontag im Gottesdienst die Emmausgeschichte gelesen: Zwei Jünger, die traurig über Jesu Tod sind, kehren in ihren Heimatort zurück. Sie glauben nicht an die Botschaft der Frauen, dass Jesus lebt. Mutlos und enttäuscht gehen sie den Weg nachhause. Da kommt Jesus hinzu und begleitet sie, aber sie erkennen ihn nicht - so eingenommen sind sie von ihrer Trauer. Erst als Jesus mit ihnen das Brot bricht, wie sie es bereits bei ihm erlebt haben, erkennen sie ihn. Plötzlich ist er verschwunden, aber sie sind erfüllt von neuer Hoffnung und neuem Glauben. Mit neuer Kraft laufen sie sofort den ganzen Weg wieder zurück nach Jerusalem, um es allen zu erzählen. (Lk 24, 13-35)</span></p><p><span style="line-height:100%">Oft schauen auch wir nur auf den Boden, sehen nur das Schlechte: den steinigen, dreckigen Weg. Wir merken gar nicht, was es um uns herum noch gibt. Aber wenn der Weg das Ziel ist, dann lohnt es sich, den Blick zu heben - besonders auf unserem Lebensweg.</span></p><p><span style="line-height:100%">So Vieles gibt es am Wegesrand zu entdecken! Auch die Strecke, die schon geschafft ist, und die Ziele, die bereits erreicht sind, können uns Kraft für steinige Wegstrecken schenken. Außerdem sind wir nicht allein unterwegs: Freunde, Verwandte, Partner oder Partnerin und andere Menschen begleiten uns. Und dann ist da noch Jesus, der uns damals wie heute durch die Emmausgeschichte sagen will: „Ich bin doch auch da!“</span></p><p><span style="line-height:100%">Wir sehen ihn wahrscheinlich nicht immer, vielleicht fällt es uns auch oft schwer, ihn zu spüren. Aber er hat uns die Zusage gegeben, dass er dennoch immer da ist. Allerdings finden wir ihn nicht auf dem Boden.</span></p><p><span style="line-height:100%">Heben wir also unseren Blick, es gibt doch so viel zu entdecken! Was sehen Sie?</span></p><p><strong><span style="line-height:100%">Autorin: Susanne Händel, Pastoralassistentin, Pastoraler Raum Bergtheim-Fährbrück</span></strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71822</guid><pubDate>Mon, 13 Apr 2026 09:35:59 +0200</pubDate><title>Wenn das Ich leiser wird</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wenn-das-ich-leiser-wird/</link><description>Die Erzählungen rund um Ostern berichten davon, dass Veränderung Zeit braucht, so Angelika Wagner. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Buckelwal vor der deutschen Küste bewegt ein ganzes Land. Menschen bangen, Medien berichten. Ein Minister spricht von einem „schlimmsten Ostergeschehen“. Für einen Moment lenkte das Schicksal des Wals unsere Aufmerksamkeit auf die Bedrohung unserer Meere.</p><p>Zur gleichen Zeit ertrinken Menschen im Mittelmeer. Im Libanon sterben Hunderte im Bombenhagel – ebenso im Iran, in der Ukraine, im Sudan.</p><p>Wir wissen das.&nbsp;Und doch erreicht es uns nicht in gleicher Weise.</p><p>Dem Wal hat man einen Namen gegeben: Timmy. Menschen bleiben für uns oft namenlos. Eine Zahl.</p><p>Ostern liegt drei Wochen zurück. Für viele ist es einfach ein langes Wochenende gewesen. Für andere steht es für die Hoffnung und den Glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.</p><p>Die Erzählungen rund um Ostern berichten davon, dass Veränderung Zeit braucht. Dass Menschen nicht sofort verstehen, was geschehen ist. Der auferstandene Jesus lässt ihnen Zeit. Vierzig Tage lang begegnet er ihnen immer wieder – er spricht, isst und schweigt mit ihnen. Vertrauen wächst langsam – gegen Angst und Zweifel.</p><p>Ein Detail aus der Passionsgeschichte macht das greifbar: Simon von Zyrene. Ein Mann, der vom Feld kommt, gezwungen, das Kreuz des verurteilten Jesus zu tragen. Kein Held. Und doch bleibt sein Name. Vielleicht, weil er für einen Moment nicht ausweicht.</p><p>„Rette dich selbst“, rufen sie Jesus zu. Doch er tut es nicht. Er bleibt – bei den Menschen und ihrem Leid. Auch Simon von Zyrene entzieht sich nicht. Er trägt für einen Moment mit.</p><p>Darin liegt die Zumutung von Ostern – über religiöse Grenzen hinaus:<br />Dass Rettung nicht darin besteht, sich selbst zu behaupten.<br />Dass Gewalt nicht einfach durch Gegengewalt verschwindet.<br />Und dass Menschlichkeit dort beginnt, wo wir uns nicht entziehen.</p><p>In einer Zeit, in der wir uns an Zahlen gewöhnt haben, kommt es auf etwas anderes an: Namen. Nähe. Verantwortung.</p><p>Die Mystikerin Hadewijch schrieb: „In meinem Dunkel soll es eine Wende geben.“</p><p>Vielleicht beginnt sie dort, wo das Ich leiser wird. Der Philosoph Jonathan Sacks beschreibt das Gebet als einen Moment, in dem das Ich nicht mehr im Mittelpunkt steht.</p><p>Ostern sagt: Der Tod hat nicht das letzte Wort.&nbsp;Aber das Leben setzt sich nicht von selbst durch.</p><p>Die Frage bleibt, wie wir leben wollen.&nbsp;Es braucht Menschen, die dem Leben Raum geben.</p><p>Vielleicht beginnt heute ein neues Leben.<br />Mit einem Menschen.<br />Vielleicht mit uns –<br />wo das Ich leiser wird.<br />Im Vertrauen darauf, dass Gott den ersten Schritt längst getan hat.,,</p><p><strong>Autor: Pfarrerin Angelika Wagner</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71713</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 12:06:03 +0200</pubDate><title>Ostern – Ein Zeichen der Hoffnung</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ostern-ein-zeichen-der-hoffnung/</link><description>Das Leben geht weiter, das Licht kommt zurück, so Annemarie Göbel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vermutlich habe ich Ostern noch nie so intensiv erlebt wie in der vergangenen Woche. Etwas ist passiert, das mich nachdenklich stimmt. Die Woche vor Ostern war von kaltem, nassgrauem Wetter geprägt. Am Montag der Karwoche stand ich, mit vom Wind zerzausten Haaren, zusammen mit meinem ehemaligen Chef am Dom. Wir warteten auf einen Freund, der sich verspätete. Um uns herum war alles grau, die Sonne zeigte sich nicht einmal und ich habe unglaublich gefroren. Doch genau eine Woche später, am Ostermontag, strahlte der Frühling mit aller Macht. Die Blüten an den Bäumen erblühten in den lebendigsten Farben. Vielleicht konnten Sie das in diesem Jahr auch so intensiv erleben.</p><p>Mir wird immer bewusster: Wir bleiben nicht im Karfreitag. Auch wenn wir die Dunkelheit, diese Spannung aushalten müssen, zeigt uns Ostern, dass es weitergeht. Das Leben geht weiter, das Licht kommt zurück. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Hoffnung niemals ganz verloren ist – auch wenn es in den dunklen Zeiten schwer fällt, an sie zu glauben.</p><p>Im Evangelium des kommenden Sonntags begegnen wir Thomas, einem der Jünger Jesu. Er wird als skeptisch beschrieben. Thomas verpasste einen entscheidenden Moment: Während die anderen Jünger in einem Raum mit verschlossenen Türen zusammen waren und der auferstandene Jesus sich ihnen zeigte, war er nicht dabei. Den Erzählungen seiner Freunde konnte er nicht glauben. Er wollte Beweise – seine eigenen Augen, seine eigenen Hände benutzen, um das Geschehen zu begreifen. Und er hatte Glück. Jesus kam noch einmal und bot Thomas die Gelegenheit zu einer ganz persönlichen Begegnung mit dem Auferstandenen.</p><p>Wie oft wünsche ich mir, dass es in meinem eigenen Leben auch so einfach wäre. Ein Blick in die Zukunft, ein Moment des Glücks, der noch vor mir liegt, würde so manches dunkle Loch erträglicher machen und meine Hoffnung stärken. Doch vielleicht kann ich mir in diesem Jahr das Gefühl von Ostern bewahren. Die Erkenntnis, dass das Leben wirklich weitergeht, trägt mich durch den Frühling und darüber hinaus.</p><p><strong>Gemeindereferentin, Annemarie Göbel,&nbsp;Ehe- und Familienseelsorgerin im Dekanat Würzburg</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71505</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 10:01:32 +0200</pubDate><title>Liebe leidet</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/liebe-leidet/</link><description>Sie triumphiert nicht erst an Ostern, sondern schon drei Tage vorher am Kreuz auf Golgatha, so Dr. Wenrich Slenczka.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!“ Mit diesen Worten beginnt die Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Sie fängt mit einem Triumphlied an ähnlich wie der 8. Psalm. Im Psalm rühmt alle Kreatur den Schöpfer der Welt: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“ Wenn im Frühling die Natur wieder erwacht, die Bäume grün und die Blumen bunt werden – dann wird auch das Herz weit und rühmt den Schöpfer über seiner Schöpfung. Was im Herbst verdorrt und im Winter wie tot war, lebt wieder auf. Das klingt österlich. Aber wir hören noch die Johannespassion, kein Osteroratorium. Wir hören Musik für den Karfreitag, nicht für das Fest der Auferstehung.</p><p>Der Eingangschor bei Bach geht weiter: „Zeig uns durch deine Passion, dass du, der wahre Gottessohn, zu aller Zeit, auch in der größten Niedrigkeit, verherrlicht worden bist!“ Es geht weiter um Herrlichkeit, um den Triumph des Gottessohns. Aber dieser Triumph wird nicht im Erwachen der Schöpfung gesehen, sondern in seiner Passion, d.h. in seinem Leiden. Verherrlicht wird Jesus nicht erst an Ostern, sondern bereits an Karfreitag. Das ist die Botschaft der Johannespassion und des ganzen Johannesevangeliums.</p><p>Karfreitag und Triumph scheinen einander zu widersprechen, weil an diesem Tag Jesus am Kreuz stirbt. Trotzdem wurden wunderschöne Oratorien für diesen Tag komponiert. Wir feiern den Karfreitag in Gottesdiensten. Es ist ein Festtag, auch wenn das widersprüchlich erscheint. Das Kreuz ist zum bekanntesten Zeichen der Kirche geworden – nicht ein leeres Grab oder ein auferstandener Christus. Denn am Kreuz zeigt sich die Liebe Gottes zu den Menschen. Gott zeigt, was wir ihm wert sind. Er leidet für uns und stirbt für uns. Mit seinem eigenen Leben setzt er sich für uns Menschen ein. Größer kann die Liebe nicht sein.</p><p>Aber – natürlich kommt der Einwand: Für mich soll niemand sein Leben geben! Doch nicht für mich! Das sagen manche Menschen, weil sie anderen nicht zur Last fallen wollen. Umso mehr zeigt sich Gottes Liebe. Denn wir haben ihn doch gar nicht darum gebeten, das Christus für uns am Kreuz sterben sollte. Wir wären gar nicht auf die Idee gekommen. Wir würden uns auch kein Recht darauf anmaßen. Wer sollte dem Schöpfer der Welt irgendeinen Rat oder gar Befehl geben?</p><p>Gott selbst hatte die Idee, weil die Menschen ihm zur Last gefallen sind. So wie wir leben, entsprechen wir nicht der Liebe Gottes. Deshalb kommt er mit seiner unendlichen Liebe uns in die Quere. Wir können ihm nicht sagen: Doch nicht für mich! Dazu ist es zu spät. Er hat es bereits getan. Deshalb nehmen wir es an und freuen uns über Gottes Liebe. Sie triumphiert nicht erst an Ostern, sondern schon drei Tage vorher am Kreuz auf Golgatha.</p><p><strong>Dr. Wenrich Slenczka, Dekan Evang.-Luth. Dekanat Würzburg</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71327</guid><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 10:44:41 +0100</pubDate><title>„Hab Mut, steh auf!“ – auch an den Kartagen des Lebens</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hab-mut-steh-auf-auch-an-den-kartagen-des-lebens/</link><description>Und dennoch dürfen wir als Christen darauf vertrauen, dass es nicht das Ende ist, so Stefan Gessner.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">In sehr vielen Gemeinden und Gottesdiensten erinnern sich die Menschen an diesem Palmsonntag an den Einzug Jesu in Jerusalem. Grüne Zweige werden zu Beginn der Feiern gesegnet und bei den anschließenden Palmprozessionen mit in die Kirchen getragen. Diese liturgische Feier lässt etwas von dem Jubel und der Begeisterung der Menschen in Jerusalem vor 2000 Jahren erahnen: „Hosanna dem Sohne Davids!“ (Mt 21, 9).</p><p>Doch diese Stimmung zu Beginn der gottesdienstlichen Feiern schlägt am Palmsonntag sehr schnell um. Beim Verlesen der Leidensgeschichte Jesu wandelt sich der Freudenruf „Hossana dem Sohne Davids!“ (Mt 21, 9) sehr schnell und radikal in ein „Kreuzige ihn!“ (Lk 23, 21)</p><p>Die Jubelrufe kehren sich um. Keine Begeisterung mehr. Kein Vertrauen in den Herrn. Kein Vertrauen mehr in den, der vorher noch die Frohe Botschaft verkündet hat. Jeglicher Glaubensmut und alle Glaubensfreude scheint verloren gegangen zu sein.</p><p>Vom „Hosanna“ zum „Kreuzige ihn“. Von Jubelstimmung hin zu Resignation und Mutlosigkeit.</p><p>Wir feiern den Palmsonntag vor dem Hintergrund der Erfahrungen und Veränderungen in unserer Kirche in den vergangenen Jahren. Zugleich bricht aber immer wieder auch Neues auf und schenkt Hoffnung und Zuversicht im Glauben.</p><p>Können wir am Beginn der kommenden Karwoche mit einem kräftigen „Hosanna“ einstimmen - trotz allem, was uns vielleicht auch zu schaffen macht, beschäftigt oder auch verunsichert?</p><p>In wenigen Wochen, vom 13. bis 17. Mai 2026, treffen sich Tausende von Gläubigen und Interessierten in Würzburg zum 104. Deutschen Katholikentag. Er ist überschrieben mit dem Zuruf an den blinden Bartimäus: „Hab Mut, steh auf!“ (Mk 10, 49)</p><p>Dieses Leitwort des Katholikentages und auch der Diözese Würzburg für das Jahr 2026, dieser Aufruf gilt auch zu Beginn dieser Karwoche - und zwar für uns ganz persönlich: „Hab Mut, steh auf!“</p><p>„Lass Dich nicht unterkriegen von schwierigen oder negativen Erfahrungen! Lass Dich nicht entmutigen! Habe Mut, auf Gott zu vertrauen! Schöpfe dadurch neue Kraft - und steh (wieder) auf!“</p><p>Die Erfahrungen der Karwoche, des scheinbaren Scheiterns und der Trauer, gehören zu unserem Leben hinzu. Und dennoch dürfen wir als Christen darauf vertrauen, dass es nicht das Ende ist. Dass es sich lohnt, immer wieder Mut zu fassen und aufzustehen.</p><p>Denn die Kartage sind nicht alles - Ostern wird kommen.</p><p><strong>Domkapitular Stefan Gessner, Dompfarrer, regionaler Priesterreferent und Dekan</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71194</guid><pubDate>Mon, 16 Mar 2026 10:36:14 +0100</pubDate><title>Von den Wolken </title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/von-den-wolken/</link><description>An Gott glauben heißt für mich, durch die Tiefe des Lebens im Vertrauen auf Gottes Beistand gehen, so Pfarrerin Annika Kringel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dunkelgrau und wolkenverhangen. So könnte man die Welt gerade beschreiben. Mein Zustand: Dunkelgraue Sorgenfalten. Ich bin müde. Wintermüde. Krisenmüde. Vor allem müde von der Gleichzeitigkeit der Schreckensnachrichten. Wie hohe Berge wirft der eine noch Schatten auf die nächste Verzweiflungsbotschaft. Es macht wir Angst, wenn rassistische Hassreden wieder Einzug in die politischen Debatten erhalten. Ich erstarre vor Grauen wegen der Epstein Files und bin wütend darüber, wie die Machtreichen Gerechtigkeit und Verantwortung für sich selbst in neue Formen gießen. Die Welt ist dunkelgrau. Voller Sorgenwolken, gegen deren Schwere ich mich hilflos fühle.</p><p>Liebe Lesende, vielleicht geht es Ihnen gerade ähnlich. Leid ist so alt wie die Menschheit selbst. Es gibt viele Leidensgeschichten in der Bibel. In der Geschichte von Hiob ist ein ganzes Buch dem Thema Leid gewidmet. Auch die biblischen Klagepsalmen haben das Leid zum Inhalt. Hier klagen Menschen Gott ihr Elend. Schonungslos wütend und herzzerreißend ehrlich. „Bis wann muss ich sorgenvolle Gedanken tragen in meinem Leben, Kummer in meinem Herzen Tag für Tag?“ So heißt es im Psalm 13. In diesen Tagen spricht er mir aus der Seele. Jesus selbst schreit am Kreuz vor seinem Tod den Vers eines Klagepsalms. Ich glaube, die Bibel kann uns da etwas lehren, was wir oft verlernt haben. Das Schwere fühlen und aushalten. Zulassen, dass man gerade allen Grund zum Klagen hat. Und dann wirklich laut klagen - Gott, dem Mitmenschen, dem eigenen Tagebuch. Klagen, Weinen, Schreien ist Ausdruck des Leidens. Und Ausdruck bringt etwas in Bewegung. Wer klagt, der tut zumindest etwas. Und vielleicht kann allein dieses Tun dem Gefühl der Ohnmacht etwas entgegensetzen.</p><p>An Gott Glauben heißt für mich, durch die Tiefe des Lebens im Vertrauen auf Gottes Beistand gehen. In den wolkenverhangenen Stürmen auf Gott an meiner Seite vertrauen. Als mir zuhörendes Gegenüber. Das nicht das Leid in Glück verwandelt, sondern es mit mir gemeinsam aushält. Wie einst Jesus selbst am Kreuz. Und wo wir klagen, da hören uns andere. Hören, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wo wir miteinander klagen, weinen und uns trösten, da geht es ganz ehrlich menschlich zu. Mitmenschlich könnte man sagen. Wo wir füreinander da sind, da entsteht Wärme. Wo wir Unrecht nicht still hinnehmen, sondern anklagen, kann ein Aufwind der Veränderung entstehen. Und naja, Wärme und Wind haben schon so manche Wolke die Richtung ändern lassen.</p><p>Es grüßt Sie, Pfarrerin Annika Kringel</p><p><strong>Pfarrerin Annika Kringel,&nbsp;2. Pfarrstelle der Pfarrei im Mainwerntal&nbsp;mit Schwerpunkt Karlstadt, Zellingen und Außenorten</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71047</guid><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 09:48:38 +0100</pubDate><title>„Hier fängt Zukunft an&quot;</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hier-faengt-zukunft-an/</link><description>Es ist ermutigend zu sehen, was die Spenden für Misereor bewirken, so Rainer Zöller.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Viele von uns ringen in dieser Zeit um Zuversicht und Hoffnung angesichts der Entwicklungen in unserer Welt. Und es wird noch schlimmer durch die neuen kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost. In diese Befindlichkeit, die geprägt ist von Zweifeln und Ängsten, stellt das bischöfliche Hilfswerk Misereor die diesjährige Fastenaktion unter das Motto „Hier fängt Zukunft an“.</p><p>Konkret greifbar wird diese Aussage an Ulrich Gansop und seinem Bruder Silas Teyim aus Douala/Kamerun. Beide sind von Kindheit an von Elektrotechnik fasziniert. So haben sie jetzt eine Ausbildung in der Werkstatt von Bertrand Njomko begonnen. Diese Ausbildung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern wird erst durch den Misereor-Partner CODAS Caritas Douala ermöglicht. CODAS übernimmt einen Großteil der Ausbildungskosten und bietet darüber hinaus praxisnahe Workshops an. Es ist ermutigend zu sehen, was die Spenden für Misereor bewirken: die Brüder gewinnen neben fachlicher Bildung und technischen Fähigkeiten auch Selbstvertrauen und damit Zukunft!</p><p>Bei der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion kürzlich in Hofheim am Taunus konnte ich Pauline Maiday, ebenfalls aus Douala, erleben: auch sie wurde von CODAS unterstützt. Inzwischen ist sie Unternehmerin und näht sehr schöne Taschen, die sie selbst entwirft. Von ihrer Tätigkeit kann sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und hofft ihr Geschäft auszuweiten und weitere Personen anzustellen. Bei ihrer Vorstellung, in der sie ihren Werdegang schilderte und von ihrer Tätigkeit erzählte, beeindruckte sie durch ihre bescheidene und gleichzeitig selbstbewusste Art. Ihre Lebenshaltung drückte sie so aus: „Man muss klein anfangen, um Großes zu erreichen!“ Alle anwesenden Gäste aus Kamerun strahlten auch eine große Dankbarkeit für die Spenden aus, die ihre Lebenssituation verbessern und so Zukunft möglich machen.</p><p>„Hier fängt Zukunft an“ – diese Erfahrung, die die Gäste aus Kamerun bei diesem Treffen so glaubhaft rübergebracht haben, strahlt auch auf alle zurück, die durch ihre Spenden für Misereor Zukunft für andere möglich machen! Und tut das nicht gut in dieser herausfordernden Zeit?</p><p><br /><strong>Rainer Zöller, Pastoralreferent i.R., Waldbüttelbrunn</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70979</guid><pubDate>Thu, 05 Mar 2026 11:04:46 +0100</pubDate><title>Zuhören - das radikalste Fasten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/zuhoeren-das-radikalste-fasten/</link><description>Ein hörendes Herz sucht nicht zuerst den Sündenbock, so Angelika Wagner.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Das Essen ist wichtig. Aber euer Zuhören ist mir noch wichtiger.“</p><p>Diese Worte hörte ich von einer Frau in der Mensa von Sant’Egidio. Jeden Sonntag bekommt sie dort eine warme Mahlzeit. Sie lebt auf der Straße. Sie weiß, was Hunger bedeutet. Und dennoch ist ihr das Zuhören wichtiger als das Essen. „Und dass ihr mich nicht verurteilt“, fügte sie hinzu.</p><p>Weltweit fasten derzeit über eine Milliarde Menschen – Christinnen und Christen in der vorösterlichen Zeit, Musliminnen und Muslime im Ramadan. Auch viele ohne religiöse Bindung verzichten auf Süßigkeiten, Alkohol oder soziale Medien. Fasten liegt im Trend.</p><p>Aber worauf verzichten wir wirklich?<br />Auf Kalorien?<br />Oder auf Härte?<br />Auf Gewohnheiten?<br />Oder auf Rechthaberei?</p><p>Die evangelische Aktion „Sieben Wochen ohne Härte“ trifft einen Nerv. Denn Härte hat Konjunktur. In Debatten, in sozialen Netzwerken, in politischen Auseinandersetzungen. Urteile fallen schnell. Zuhören dauert.</p><p>Dabei sind die Herausforderungen groß. Rund 673 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger, im Sudan ist die Lage dramatisch. Menschen kämpfen ums Überleben – und wir kämpfen oft nur darum, Recht zu behalten. Auch hierzulande wächst eine stille Not: Jeder zweite junge Mensch fühlt sich einsam. Einsamkeit kann krank machen – und sie macht empfänglich für einfache, radikale Antworten.</p><p>„Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Andern immer vorbeireden“, schreibt Dietrich Bonhoeffer. Papst Leo rückt in diesem Jahr das Zuhören in den Mittelpunkt der Fastenzeit.</p><p>Vielleicht wäre das radikalste Fasten dieser Wochen nicht der Verzicht auf Süßes. Sondern der Verzicht auf vorschnelles Urteilen. Dreißig oder vierzig Tage lang bewusst zuhören. Ohne inneres Augenrollen. Ohne Schubladen.</p><p>„Gib mir ein hörendes Herz“, bittet der junge König Salomo. Nicht Macht. Nicht Stärke. Ein hörendes Herz.</p><p>Gerade in Krisenzeiten sind Schuldige schnell benannt. Ein hörendes Herz sucht nicht zuerst den Sündenbock. Es beginnt bei mir selbst – bei meinem Ton, meiner Geduld, meiner Bereitschaft, mich berühren zu lassen.</p><p>Meine Schülerinnen und Schüler sagten einmal: Wenn Erwachsene so fasten würden, würden sie vielleicht merken, dass es ohne Krieg und Streit schöner ist – und gar nicht mehr damit anfangen.</p><p>Ein kindlicher Gedanke. Und vielleicht der klügste.</p><p>Die Fastenzeit ist eine Zeit der Hoffnung.<br />Vielleicht beginnen wir in diesen Wochen nicht nur weniger zu essen.<br />Sondern mehr zu hören.</p><p><strong>Evangelische Pfarrerin Angelika Wagner</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70796</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2026 14:17:32 +0100</pubDate><title>Ein Licht, das mitgeht</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ein-licht-das-mitgeht/</link><description>Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen, so Schwester Angela Zehe.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal gibt es diese kurzen Augenblicke, in denen etwas aufleuchtet. Ein Moment der Ruhe. Ein Wort, das trifft. Eine Erfahrung, die Mut macht. Sie verändern nicht sofort alles – aber sie bleiben im Gedächtnis und bleiben wirksam.</p><p>Die biblische Geschichte von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, die am zweiten Fastensonntag gelesen wird, erzählt von so einem Augenblick. Jesus zieht sich mit einigen seiner Freunde zurück. Für einen Moment sehen sie ihn in einem neuen Licht. Sie spüren: Hier ist mehr als das, was man sehen und erklären kann. Jesus leuchtet, Gott ist spürbar nah, für einen Augenblick ist alles klar. Ein Moment intensiver Gottesnähe. Auch wir kennen diese „Tabor-Erfahrungen“: Augenblicke, in denen alles Sinn ergibt. In denen Gott nah ist. In denen das Leben weit wird.</p><p>Petrus möchte diesen Moment festhalten – verständlich, das kenne ich auch. Doch dieser wunderbare Moment bleibt nicht.</p><p>Der Weg führt zurück in den Alltag. Dorthin, wo wir Sorgen tragen, Entscheidungen treffen müssen und das Leben oft widersprüchlich ist. Die Geschichte verschweigt das nicht. Sie zeigt: Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen.</p><p>Die Verklärung schenkt keine einfachen Antworten. Sie gibt Orientierung. Das Licht vom Berg soll mitgehen – hinein in den ganz normalen Tag.</p><p>Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: in der Hoffnung, dass wir nicht allein unterwegs sind. Und dass selbst ein kurzer Moment des Lichts genügt, um weiterzugehen. Denn Gott ist da – auch dann, wenn gerade nichts strahlt.</p><p>Mich ermutigen und stärken solche Erfahrungen, wie sie die Jünger auf dem Berg Tabor gemacht haben und die ich selbst kenne.</p><p>Ich wünsche uns auf dem Weg der Vorbereitung auf Ostern hin die Erfahrung dieses Lichtes, das mitgeht. Das Licht das einlädt, sich einzulassen auf den Weg Jesu – letztendlich auf das Geheimnis unseres Glaubens: durch das Dunkel zum Licht; durch das Ja zu Durchkreuzungen zum Ostermorgen.</p><p class="western"><strong>Schwester Angela Zehe OSA, Generaloberin</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70715</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:06:24 +0100</pubDate><title>Institution Kirche? Find‘ ich gut!</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/institution-kirche-find-ich-gut/</link><description>Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen, so Pfr. Frank Witzel. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit 13 Jahren bekam ich Kontakt mit „unserer“ Kirche, der Evang.-Luth. Gemeinde vom „Ökumenischen Zentrum“ in Würzburg-Lengfeld. Ich gehörte dort zum ersten Konfirmationsjahrgang.</p><p>Ich lernte danach viele Kirchen und frommen Gruppen kennen von evangelikal und fundamentalistisch bis liberal und basisdemokratisch, ökumenisch bunt eben.</p><p>Mit 63 blicke ich zurück und erinnere mich an viele Statements: „Jesus finde ich gut. Die Bibel ist wichtig, auch wenn ich sie nicht lese. Die Kirche als Institution lehne ich ab.“</p><p>Ich bin harmoniebedürftig und widerspreche nicht gern. Trotzdem muss ich sagen: Pauschale Institutionenkritik an Kirche, egal welche, ist daneben. Um deren Kurzsichtigkeit zu verstehen, muss man weder gläubig noch kirchlich sein. Ein vernünftiger Blick sieht klar: Um gemeinsame Aufgaben und Projekte gemeinsam anzupacken, braucht es regelbasierte Gemeinschaftsformen. Nur so entstehen Dinge und Prozesse, die größer sind als man und frau selbst. So werden individuelle Grenzen überwunden.</p><p>„Einsam bist du klein, machen sie dich ein.“ Dieser alte Sponti-Spruch gilt noch – generell. Jeder Mensch braucht Strukturen, um gemeinsam etwas bewirken, bauen, ermöglichen zu können, das Bestand hat.</p><p>Ich will, dass Liebe und Verantwortung stabil sind. So wächst Diakonie, Caritas und andere Organisationen der Wohlfahrt.</p><p>Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen. So wachsen kirchliche Gemeinschaften und Kirchen, Bildungshäuser und Mediengesellschaften, die das Evangelium als gute Botschaft vermitteln. Sie kommunizieren: Der Urgrund allen Seins, egal wie er heißt, ist gut. Darum sind Menschen zum Guten berufen und befähigt.</p><p>Ich will, dass Institutionen gedeihen, die Liebe, Verantwortung und das Gute im Blick haben. Ich vertraue, dass Gott dafür sorgt, dass sie in allen Wandlungen Bestand haben.</p><p>So verstehe ich Jesu Wort, wenn er zum Versager und Sich-Selbst-Überschätzer Petrus sagt: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Matthäus-Evangelium 16, 18)</p><p>Wenn mich, was auch vorkommt, das kirchlich Downsizing zum Zweifeln bringt, ermutigt mich das Gedicht von Samuel Becket: &quot;Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.&quot; - „Schon oft versucht. Schon oft gescheitert. Macht nichts. Versuch es wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser.“</p><p>Gottes Segen ist bei Petrus, Becket und uns.</p><p>Herzlich, Ihr Pfarrer für „Kirche an anderen Orten“, Frank Witzel</p><p><strong>Frank Witzel</strong>, Evang.-Luth. Pfarrer, Kirche an anderen Orten, Springerdienste im Dekanat Würzburg;&nbsp;Traumatherapeut, Geistlicher Begleiter, NLP-Master, Schwerhörigenseelsorger,&nbsp;Dekanatsbeauftragter „Ehrenamt“, Dekanatsbeauftragter für Motorradfahrer*innen-Seelsorge, Sprecher AG „Motorrad-Evangelisch“, Kunstbeauftragter im Kirchenkreises Ansbach-Würzburg</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70537</guid><pubDate>Tue, 10 Feb 2026 14:18:39 +0100</pubDate><title>Was schätzen Sie?</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/was-schaetzen-sie/</link><description>Schätze wollen gesucht und gefunden werden, so Bernd Müller.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Jeden Morgen kommt im Radioprogramm von Bayern 1 die Schätzfrage, ein harmloses Ratespiel, bei dem ein Hörer zum Beispiel schätzen darf, wieviele Tonnen Spargel in Deutschland produziert werden oder wieviele Jeans im Durchschnitt in unseren Schränken liegen.</p><p>„Was schätzen Sie?“ kann aber auch ganz anders verstanden werden, im Sinne von „Was ist für mich wertvoll?“, denn im Wort schätzen steckt ja auch das Wort Schatz.</p><p>Ich schätze zum Beispiel, wenn jemand ehrlich zu mir ist und mir nichts vormachen will.</p><p>Da will ich auch Ihnen als Leserin oder Leser nichts vormachen. Als Kirchenmann habe ich natürlich auch in der Bibel nachgeschaut, was da zum Thema Schatz zu finden ist.</p><p>Im Lukasevangelium ermahnt uns Jesus, nicht zu viele materielle Schätze zu sammeln, die sehr vergänglich sind. Lieber soll man durch gute Taten und den Glauben einen himmlischen Schatz sammeln: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas12%2C34" target="_blank" rel="noreferrer">Lk 12,34</a>)</p><p>Besser also fragen: Wen schätzen Sie?</p><p>Im Lied „Das Beste“ singt die Band Silbermond: „Ich habe einen Schatz gefunden und der trägt deinen Namen.“ Einen geliebten Menschen zu finden, das ist tatsächlich eines der wichtigsten Erfahrungen im Leben. Mit einer weiteren Liedzeile bin ich allerdings nicht so einverstanden:</p><p>„… dann kann ich es kaum glauben, dass jemand wie ich, sowas schönes wie dich verdient hat.“</p><p>Kann man sich sich einen Schatz verdienen? Ich glaube es nicht. Schätze wollen gesucht und gefunden werden. Ein Schatz, wie er in diesen Zeilen beschrieben ist, ist immer ein Geschenk, unverdienbar.</p><p>Hat man diesen Schatz aber gefunden, dann muss man sich aber Mühe geben, ihn zu bewahren.</p><p>Am morgigen Samstag wird es bei uns in Eisingen, wie in vielen Kirchen, einen ökumenischen Gottesdienst zum Valentinstag geben. Alle Paare, besonders die mit einem Jubiläum, sind herzlich eingeladen, um den Schatz zu feiern, der ihre Paarbeziehung ist.</p><p>Für die Schätze im Himmel wie auf der Erde gilt aber dann doch, was Silbermond am Schluss singt:</p><p>„Ich sag′s dir viel zu selten - es ist schön, dass es dich gibt.“</p><p><strong>Bernd Müller, Gemeindereferent und Koordinator im Pastoralen Raum Würzburg links des Mains</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70327</guid><pubDate>Mon, 02 Feb 2026 08:40:12 +0100</pubDate><title>Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gottes-kraft-ist-in-den-schwachen-maechtig/</link><description>Das Ende ist nirgend absehbar, aber in der europäischen Politik haben die in der Weltpolitik Schwachen neue Horizonte aufgetan, so Pfarrer Reichel. </description><content:encoded><![CDATA[<p>„Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.“&nbsp; So schreibt es der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die kleine christliche Gruppe in Korinth (2. Korinther 12,9).</p><p>Paulus traute sich zeitweise nicht mehr viel zu. Und auch die christliche Bewegung war winzig, von allen Seiten bedroht und in sich wenig gefestigt. Viele spotteten über sie. Und die ersten Anhänger des Jesus aus Nazareth hatten schon ihr Leben lassen müssen.</p><p>Paulus aber bemerkt: In der Schwäche kann sich eine erstaunliche Vitalität entwickeln. Die Schwachen entdecken Nischen. Sie stellen fest, dass sie Beharrungsvermögen entwickeln. Sie entdecken aus der Not heraus neue Horizonte, die sie früher nicht wahrgenommen haben. Und sie fühlen sich in der Bedrängnis Gott näher als vorher, als sie sicherer gelebt haben. Sie beginnen, ihre neue Wirklichkeit positiv zu füllen.</p><p>Wir haben das in den letzten Jahren in Europa feststellen können. Der Kontinent war immer kleiner und schwächer geredet worden. Als aber klar wurde, dass die vermeintlich großen Mächte ihn abgeschrieben hatten, zeigte sich viel innere Stärke in der äußeren Schwäche. Europa hat die Ukraine nicht fallenlassen, auch als die USA, ohne die man meinte, machtlos zu sein, sie im Stich gelassen haben. Die Handelsbeziehungen schienen für immer auf die USA und China ausgerichtet zu sein. Als das eine Sackgasse wurde, hat die EU erstaunlich rasche Hinwendungen zu bisher vernachlässigten Weltregionen hinbekommen. Eine feindliche Übernahme Grönlands hat man mit einem vorher nicht für möglich gehaltenen Mut abgewehrt.</p><p>Das Ende ist nirgend absehbar, aber in der europäischen Politik haben die in der Weltpolitik Schwachen neue Horizonte aufgetan und danach gehandelt. Genau das, was Paulus für sich und die winzigen christlichen Gemeinden beobachtet hat.</p><p>Wir werden das auch in unserem Leben entdecken. Wenn bisherige Sicherheiten zusammenbrechen, fühlt sich das zuerst furchtbar an. Wir meinen zu versinken. Dann aber kann sich der Überlebenswillen Raum schaffen. Gläubige Menschen sehen darin den Finger Gottes, der sie leitet. Der ihnen neue Horizonte weist. Der sie in ihrer Schwachheit erkennen lässt, in welche Richtung sie sich bewegen können. Der sie dabei unterstützt, sich mit sich und dem, was passiert ist, zu versöhnen und das Leben in neue Bahnen zu leiten.</p><p><strong>evangl. Pfarrer i.R. Jürgen Reichel</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70144</guid><pubDate>Mon, 26 Jan 2026 07:56:59 +0100</pubDate><title>Krisenresiliente Seelen …</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/krisenresiliente-seelen/</link><description>Diese Dinge, Verbundenheit, Vertrauen und Tiefe gibt es nicht auf Rezept, so Gemeindereferent Christoph Gewinner.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Haben wir katastrophenresiliente Infrastrukturen, eine kriegstüchtige medizinische Versorgung und genügend gut gefüllte Vorratskeller? Die weltpolitische Lage, der Schnee in großen Mengen im Norden Deutschlands, der großflächige Stromausfall in Berlin, all das und manches andere, provoziert regelmäßig die Sorgen um die anfangs genannten Fragen. Dabei ist es nicht das Problem, dass wir uns plötzlich mit sehr fern geglaubten Gefahren und Bedrohungen auseinandersetzen müssen, sondern, dass wir es nicht schon viel früher getan haben.</p><p>Aber, wenn wir uns jetzt besser für zukünftige Katastrophen rüsten, Nudeln und Konserven einlagern und natürlich auch Toilettenpapier, womit füllen wir dann die Vorratsräume unserer Seelen? Die Coronakrise hat uns ja gezeigt, dass es mit genügend medizinischen Masken und Desinfektionsmitteln und mit richtigen politischen Entscheidungen nicht getan ist, wenn uns die Zerbrechlichkeit unseres Lebens so vor Augen geführt wird, dass es schwieriger wird, sie zu leugnen.</p><p>Abstandsregeln haben damals nicht geholfen, dass sich die absurdesten medizinischen und politischen Ideen verbreiten konnten. Da stehen wir heute. Ich glaube dabei, dass die inzwischen so verbreitete Empörungskultur nicht so viel damit zu tun, dass so vieles nicht oder nicht gut klappt. Auch nicht mit maroden Infrastrukturen, Bürokratie oder abgehobener Politik. Sondern mit den leeren Vorratskammern unserer Seelen. Oder anders gesagt, mit dem Schweigen, dass laut erklingt, wenn die Frage auftaucht, was kann uns noch retten, wenn es keine Rettung mehr gibt.</p><p>Dabei ist die Frage relativ leicht zu beantworten. Retten kann uns niemand, außer uns selbst. Kein starker Mann, kein martialischer Held und keine bessere Politik können uns retten, wenn wir existenziellen Bedrohungen wie Krankheit oder Krieg oder Umweltkatastrophen begegnen und auch kein gut gefülltes Bankkonto. Das ist alles vergänglich.</p><p>Wenn wir unsere Seelen retten wollen, dann müssen wir in uns gehen und Unvergängliches suchen und sammeln. Bestand haben dabei die Verbundenheit mit anderen und mit sich selbst, das Vertrauen, dass es immer etwas Güte gibt, in mir oder in anderen, und vor allem, wenn wir glauben können, dass es in der Tiefe einen Grund und einen Halt gibt, der unser Leben trägt. Diese Dinge, Verbundenheit, Vertrauen und Tiefe gibt es nicht auf Rezept, es gibt für sie keinen gesetzlichen Anspruch und keine KI kann sie generieren. Wir finden sie in der freundlichen und liebevollen Begegnung mit uns selbst und mit anderen. Nehmen Sie sich dafür Zeit! Täglich.</p><p><strong>Christoph Gewinner, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Würzburg Ost</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70011</guid><pubDate>Mon, 19 Jan 2026 16:24:44 +0100</pubDate><title>Zwischen Sorge und Verantwortung</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/zwischen-sorge-und-verantwortung/</link><description>Die Sichtbarkeit von Erinnerung wird eine wachsende Herausforderung, so Dr. Josef Schuster. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Jahr 2026 ist noch jung, doch es beginnt so turbulent, wie das letzte endete. Kaum einmal werden uns Ruhe oder Ausgleich gewährt.<br />Das jüdische Jahr richtet sich nach dem Mond. Es begann bereits im September, mit dem Fest Rosch Haschana, auch genannt: „Der Tag des Gerichts“. An diesem Tag blicken Juden auf das vergangene Jahr zurück, sie besinnen sich und reflektieren das Geschehene. Dieses Besinnen vereinnahmt der 7. Oktober 2023, der sich kurz nach Rosch Haschana zum zweiten Mal jährte – das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Schoa. Diese Zäsur prägt Juden weltweit. Sie prägt mich. Viele andere Teile der Gesellschaft scheint sie nicht zu berühren, denn Antisemitismus in Deutschland dringt zunehmend in die Mitte der Gesellschaft vor. Viele Menschen fühlen sich in Annahmen bestätigt, die sie schon zuvor über Israel hatten. Sie fühlen sich jetzt ermächtigt, Positionen zu äußern, die sie vor fünf Jahren nicht offen ausgesprochen hätten. Dieses Klima normalisiert sich. In der Folge ziehen sich Juden aus dem öffentlichen Raum zurück, verstecken ihre Identität, verzichten auf Sichtbarkeit. Jüdische Künstler etwa wollen weder mit ihrer jüdischen noch mit ihrer israelischen Identität in Verbindung gebracht werden. Sie haben Angst. Gleichzeitig werden sie ungerne eingeladen, denn welcher Kurator traut sich, diese Konflikte auszutragen?</p><p>Was folgt daraus für Jüdinnen und Juden, nicht nur in der Kulturszene? Wie können wir der Normalisierung des Antisemitismus entgegenwirken? Es geht nicht ohne kritisches Bewusstsein für die Zustände, in denen sich unsere Gesellschaft befindet. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung, die Erinnerung zu bewahren und weiterzutragen. Die Sichtbarkeit von Erinnerung wird eine wachsende Herausforderung, gerade in der jungen Generation. Sie hängt immer mehr von Klickzahlen, Trends und Plattformregeln ab, nicht von historischer Bedeutung oder pädagogischer Qualität. Jeder Achte der 18- bis 29-Jährigen gibt an, noch nie vom Holocaust gehört zu haben. Mehr als ein Drittel kann kein einziges Konzentrationslager beim Namen nennen.<br />Diese Zustände müssen uns besorgen. Hoffnung machen mir jedoch die vielen in der Arbeit zur Erinnerungskultur engagierten Menschen. Sie nehmen die Ängste ernst und hören mahnende Stimmen. Sie vergessen nicht und tragen die Konflikte aus, die wir als Gesellschaft führen müssen, um zu einem Klima der Offenheit und Akzeptanz zu finden, und dem antisemitischen Hass die Stirn zu bieten.</p><p><strong>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland</strong></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69855</guid><pubDate>Mon, 12 Jan 2026 11:53:20 +0100</pubDate><title>Mit Hoffnung zur Einheit berufen</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mit-hoffnung-zur-einheit-berufen/</link><description>Einheit und Hoffnung werden dabei als Auftrag Gottes an alle Kirchen verstanden, so Professor Dr. Petro Müller. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine lange, aber ansprechende Überschrift trägt die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung.“ Das Zitat aus dem Epheserbrief (4,4) ruft dessen Verfasser den jungen christlichen Gemeinden in Ephesus und im vorderasiatischen Raum zu. Sie sollen diese eine Hoffnung erkennen, damit sie gemeinsam trägt. Der Satz wird damit zum Motto der Gebetswoche, die alljährlich vom 18. bis 25. Januar stattfindet. Ein Aufruf, der auch heute allen Christengemeinden Hoffnung machen will, gerade in Zeiten, in denen viele angesichts der aktuellen Weltlage hoffnungslos sind.</p><p>Diesmal wurden Motto, Texte und Gebete von der Armenisch-Apostolischen-Kirche vorbereitet, eine der ältesten weltweit. Ihre Ursprünge sind tief in den Lehren der Apostel Thaddäus und Bartholomäus verwurzelt, die bereits im 1. Jahrhundert in Armenien das Evangelium verkündeten. Schon im Jahr 301 nahm Armenien unter König Tiridates III. als erste Nation das Christentum als Staatsreligion an, lange vor dem Römischen Reich.</p><p>Die Armenische Kirche gehört zur orientalisch-orthodoxen Tradition, und zeichnet sich durch besondere theologische und liturgische Riten, Bräuche und Kulturleistungen aus. In der turbulenten Geschichte Armeniens war der christliche Glaube oft für das Überleben und die Widerstandsfähigkeit des armenischen Volkes bedeutsam.</p><p>Die Gebetswoche lädt nun alle Konfessionen dazu ein, aus diesem christlichen Erbe zu schöpfen, die Einheit zu suchen und die weltweite Gemeinschaft in Christus zu vertiefen. Einheit und Hoffnung werden dabei als Auftrag Gottes an alle Kirchen verstanden, weil sie zum Kern der christlichen Identität gehören. Beide ermöglichen es, die ursprüngliche Berufung der Kirchen neu zu entdecken – so neu, wie der Aufruf des Apostels im 1. Jahrhundert. Diese Doppel-Berufung verbindet die gesamte Christenheit, trotz aller Vielfalt, auf die Einheit in Christus hin, den der Epheserbrief als „einen Leib“ beschreibt, der ist aus dem „einen Geist“ lebt.</p><p>Einheit und Hoffnung – gerade im wechselseitigen Zueinander – zeigen sich damit als Kraftquellen. Die Erkenntnis nämlich, dass alle in Christus Glieder eines universalen Leibes sind, ermutigt zu einer weltweiten Zusammenarbeit in der Verkündigung der Frohbotschaft und des Dienstes für die Menschheit: Statt Spaltungen Einheit – was für ein hoffnungsvoller Auftrag!</p><p>In Deutschland werden in der genannten Woche vielerorts ökumenische Gottesdienste gefeiert: Der bundesweit zentrale Gottesdienst am Sonntag, dem 25. Januar, in der armenischen Diözesankirche St. Sahak-St. Mesrop in Köln. In Würzburg lädt die Gemeinschaft Sant‘ Egidio am 23. Januar, um 19 Uhr, in die Marienkapelle ein.</p><p>Nehmen wir diese Einladung an, mitzubeten und mitzufeiern, um mit großer Hoffnung die Einheit zu stärken.</p><p><br /><strong>Domvikar Prof. Dr. Petro Müller, Pfarradministrator der Pfarreien Stift Haug, St. Gertraud u. St. Josef der Bräutigam</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69703</guid><pubDate>Sun, 04 Jan 2026 16:14:11 +0100</pubDate><title>GEH, ABER GEH MIT GOTT</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/geh-aber-geh-mit-gott/</link><description>Sondern Gott schafft echte Veränderung und einen Neuanfang, so Pfarrerin Elise Badstieber.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">„GEH!“ singt Albert Frey in seinem gleichnamigen Lied von 1997. „Geh!“ höre ich heute und denke an das Jahr 2026. Bin ich bereit für das, was kommt? Nein, irgendwie nicht. Immer wieder geht mein Blick zurück - ich habe mein Jahresziel 2025 nicht erreicht. Ich bin unzufrieden. Das alte Jahr hängt noch nach. Was, wenn es genau so weiter geht? Es macht mich nervös, dass ich nicht weiß, was auf mich zukommt.</p><p>Und wieder meldet sich Albert Frey in mir zu Wort: „GEH!“ trällert er mir ins Ohr. Der Ton ist beschwingt. Er singt: „Geh mit neuer Hoffnung.“ Das klingt gut. „Geh mit neuem Mut.“ Noch besser. „Geh, aber geh mit Gott.“ Wow, das klingt am besten. Mein Herz pocht schneller. Diese Vorstellung gefällt mir. Die Nervosität weicht der Neugierde. Jetzt geht mein Blick nach vorne – ich nehme mir fest vor: Mit neuer Hoffnung, mit neuem Mut, vor allem aber mit Gott will ich ins neue Jahr 2026 gehen! Denn nicht ich schaffe diese neue Ausrichtung aus mir selbst.</p><p>Sondern Gott schafft echte Veränderung und einen Neuanfang, wo und wie ich ihn brauche. <strong>Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“</strong> (Offenbarung 21,5) Dieser Vers ist die offizielle Jahreslosung für 2026 – und wenn Sie sich dafür entscheiden, steht diese Zusage Gottes auch über Ihrem persönlichen Jahr.</p><p>Hoffnung – Mut – Glaube – Freude – Kraft – Liebe. Was brauchen Sie neu für Ihr Jahr 2026? Schreiben Sie es auf. Sprechen Sie es aus – laut oder leise. Legen Sie es in Gottes Hand und vertrauen Sie darauf: Gott selbst wirkt in Ihrem Leben und hat die Macht, alles neu zu machen für Sie!</p><p>In diesem Sinne: Lasst uns gehen! Lasst uns durch das neue Jahr spazieren – rennen – hüpfen – trödeln – eilen – hetzen – schlendern – laufen oder schreiten.</p><p>Hauptsache wir gehen mit Gott. Und dem Blick nach vorne.</p><p>Das wünsche ich mir und Ihnen von Herzen!</p><p>Gott segne und begleite Sie heute, morgen und an jedem neuen Tag.</p><p><strong>Pfarrerin Elise Badstieber, Geroldshausen</strong></p><p class="western"></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69622</guid><pubDate>Sun, 28 Dec 2025 17:09:47 +0100</pubDate><title>„It&#039;s (not) time to make a change“</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/its-not-time-to-make-a-change/</link><description>Viele Menschen wollen sich auf keine Abenteuer einlassen, sondern an dem festhalten, was sie kennen, so Pfr. Sven Johannsen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Es ist nicht die Zeit für Veränderungen. Entspann dich, bleib gelassen!, so rät es im populären Song „Father and Son“ von Cat Stevens der Vater dem Sohn, der sich für revolutionäre Ideen begeistert. Bis heute wird das Lied beständig im Radio gespielt und kann von vielen Zuhörern mitgesungen werden. Der Text ist mehr als das Spiegelbild eines Generationenkonfliktes. Er beschreibt ein Grundspannung unseres Menschseins: „Auf dem Boden bleiben“ oder „nach den Sternen greifen“? Wie schauen wir auf das neue Jahr? Leitet uns der Wunsch nach Beständigkeit mit der Hoffnung, dass sich möglichst wenig Unvorhergesehenes ereignet? Oder brennt in uns eine Sehnsucht nach Veränderung, Neuaufbruch und Wagnis? Viele Menschen wollen sich auf keine Abenteuer einlassen, sondern an dem festhalten, was sie kennen. Mitunter geht dieser Wunsch nach Sicherheit so weit, dass sie lieber Schmerzen ertragen als eine notwendige Operation anzugehen. Andere suchen nach Abwechslung und neue Herausforderungen, weil sie sonst das Leben als eintönig und langweilig empfinden. Welcher Weg ist besser?</p><p>Die Bibel gibt uns in den Erzeltern Abraham und Sara ein Modell an die Hand, die beide Haltungen verbinden. Im hohen Alter wagen sie auf Gottes Wort hin den Aufbruch in Neuland. Sie lassen Gewohntes hinter sich. Dabei leitet sie nicht Wagemut und der Reiz der Gefahr, sondern ihr beständiges Vertrauen in den Gott, der sie ein Leben lang geführt hat. Sie wissen um das Beständige auf ihrem Weg: die Partnerschaft, die durch Höhen und Tiefen gegangen ist, das Leben als Halbnomaden, die viele Orte am Wüstenrand kennen, und der Glaube an den Gott, der ihnen einen gute Zukunft verheißt. In der Nacht von Hebron lässt Gott Abraham in den Himmel schauen und verspricht ihm eine große Zukunft: „So zahlreich wie die Sterne sollen deine Nachkommen werden.“</p><p>In unserer Pfarrkirche Unsere Liebe Frau erhebt sich über dem Altar ein großer Sternenhimmel. Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren haben Sterne gebastelt. Schülerinnen der Ursulinen-Schule haben sie ergänzt durch große Exemplare, die im Kirchenraum hängen. Auf vielen Sternen finden sich kurze Sätze, die von den Sternstunden im Leben und von Hoffnungen für die Zukunft erzählen. Mit beiden Füßen auf dem Boden stehen und nach den Sternen greifen. Am Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen diese Haltung, die uns Abraham und Sara vorgelebt haben: Auf dem Boden bleiben und nach den Sternen greifen.</p><p><strong>Sven Johannsen, Pfarrer im Pastoralen Raum Süd-Ost, Unserer Lieben Frau</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69525</guid><pubDate>Mon, 22 Dec 2025 08:51:11 +0100</pubDate><title>Krippe - Anfang der Hoffnung </title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/krippe-anfang-der-hoffnung/</link><description>Mir persönlich schenkt das Hoffnung und Zuversicht, so Domkapitular Stefan Gessner. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Das Heilige Jahr, das am 24. Dezember 2024, also an Heiligabend vor genau einem Jahr in Rom von Papst Franziskus eröffnet wurde, und dort am 06. Januar 2026 auch wieder feierlich beendet wird (Im Würzburger Kiliansdom wird dessen am 31. Dezember 2025 um 16 Uhr beim Pontifikalgottesdienst zum Jahresschluss gedacht.), lädt ein, als „Pilger der Hoffnung“ den Lebensweg zu gehen: voller Mut, voller Zutrauen auf Gott und im Vertrauen, dass wir auf dieser Lebensreise nicht alleine unterwegs sind.</p><p>An diesem Heiligabend 2025 und an diesem Weihnachtsfest rückt erneut der Grund dieser Hoffnung wieder in den Blick vieler Menschen:</p><p>das kleine Kind in der Krippe mit seinen weit ausgebreiteten Armen - der Mensch gewordene Gott, der unser Leben teilen und uns nahe sein will. Gott, der uns inneren Frieden schenken will und kann, inmitten einer Welt voller Spannungen und Konflikten, voller Krieg und Ängsten.</p><p>Viele Menschen werden in den kommenden Tagen und Wochen vor den Krippen zuhause, auf den Marktplätzen oder in den Kirchen stehen bleiben und sich von diesem Geschehen in den Bann ziehen lassen: Gott wird Mensch. Er weiß um die Sorgen und Nöte, die Ängste und Hoffnungen der Menschen. Er hat unser Leben geteilt, ohne Wenn und Aber.</p><p>Er ist der „Immanuel“. Dieser Name bedeutet aus dem Hebräischen übersetzt: „Gott (ist) mit uns.“</p><p>In ihm werden alttestamentliche Prophezeiungen wahr: Wir Menschen sind nicht auf uns alleine gestellt bei all dem, was das Leben an Herausforderungen mit sich bringt, sondern - wie das Kind in der Krippe - streckt Gott uns seine Arme weit geöffnet entgegen. Er bietet sich, seine Freundschaft und Nähe, uns an - immer wieder neu und ohne Vorbedingungen.</p><p>Mir persönlich schenkt das Hoffnung und Zuversicht: Gott lässt mich nicht allein. Er ist an meiner Seite. An meiner Seite und an der Seite aller Menschen, die ihn in ihr Leben lassen.</p><p>So dürfen wir, auch nach dem Abschluss des Heiligen Jahres, unseren Weg weiterhin als Pilgerinnen und als „Pilger der Hoffnung“ gehen, im Vertrauen auf den Gott, der in Jesus Christus an Weihnachten Mensch geworden ist.</p><p>So wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und allen Menschen ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest 2025 - und den Mut, voller Hoffnung in das neue Jahr 2026 zu gehen!</p><p>Domkapitular Stefan Gessner, Dompfarrer, regionaler Priesterreferent und Dekan</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69449</guid><pubDate>Thu, 18 Dec 2025 08:11:05 +0100</pubDate><title>„Friede auf Erden“</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/friede-auf-erden-1/</link><description>Aber Gott lässt sich nicht abwimmeln, so Dr. Wenrich Slenczka.</description><content:encoded><![CDATA[<p>n den nächsten Tagen werden wir wieder häufig „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“ hören und selbst singen. Das wird den Hirten in der Weihnachtsgeschichte gesagt. Vom Weihnachtsfrieden ist die Rede. Ist das nicht fehl am Platz? Ist es eine Utopie, für die es keinen Raum in unserer Welt gibt?</p><p>Auch an Weihnachten wird Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen beschießen und die Ukraine wird sich verteidigen. Es ist das vierte Weihnachtsfest im Krieg. Das dauert nun schon fast so lange wie der erste Weltkrieg. Putin will keinen Frieden. Und das ist nur einer von vielen Kriegen in dieser Welt.</p><p>„Frieden auf Erden“ klingt wie eine Utopie. Der Frieden hat keinen Raum in unserer Zeit. „Keinen Raum in der Herberge“ hatten auch Maria und Joseph. Deshalb wurde Jesus in einem Stall geboren. Für ihn gab es keinen Raum in unserer Welt. Er hatte keinen Platz in seiner Welt.</p><p>Gott scheint zu stören, wenn er dem Menschen nahekommt. Entweder wird er zurückgestoßen, oder er wird schamlos missbraucht. Der Patriarch der Orthodoxen Kirche in Russland erklärt den Krieg – den es laut Propaganda gar nicht gibt – zum heiligen Krieg. Wie ein radikaler Dschihadist verspricht er den toten Soldaten den direkten Zutritt zum Himmel. Das ist nicht die Botschaft von Frieden auf Erden.</p><p>Aber Gott lässt sich nicht abwimmeln. Wenn er schon nicht willkommen ist, kommt er eben und lässt sich erniedrigen. Er liegt in der Krippe als wehrloses Kind. Er geht zu den Kranken, den Ausgestoßenen und den Schuldigen. Er lässt nichts aus, bis man ihn verfolgt und tötet. Es sieht zwar nicht danach aus, aber es ist die Botschaft von Frieden auf Erden.</p><p>Gott erträgt die Ungerechtigkeit und Gewalt der Menschen. Er gibt die Menschen nicht auf, sondern bringt seinen Frieden mitten in die Fronten, die Menschen aufbauen. Die Hirten erschrecken, als ihnen diese Friedensbotschaft um die Köpfe fliegt. Aber sie gehen dann doch hin, um zu sehen, was der Engel ihnen von dem Kind gesagt hat.</p><p>Solange wir nicht hingehen und hören, was von dem Kind in der Krippe gesagt wird, hat Gott keinen Raum bei uns. Der Friede bleibt eine Utopie. Vielleicht missbrauchen wir sogar Gott für unsere eigenen Zwecke. Aber an Weihnachten öffnet sich die Tür. Gottes Sohn kommt in die Welt. Er kommt zu uns, in unser Herz. Da lässt Gott die Utopie Wirklichkeit werden, obwohl es noch so viel Unfrieden in der Welt gibt.</p><p>Die Hirten sind erschrocken. Was sie gehört haben, passte nicht in ihr Leben. Aber sie haben trotzdem auf die Worte gehört. Als sie wieder nach Hause gegangen sind, haben sie selbst Gott gelobt. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch hingehen und diese Botschaft an Weihnachten erfahren.</p><p><b>Dr. Wenrich Slenczka, Dekan Evang.-Luth. Dekanat Würzburg</b></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69214</guid><pubDate>Tue, 09 Dec 2025 09:57:22 +0100</pubDate><title>Der Auftrag, Hoffnung zu teilen</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/chanukka-1/</link><description>Das Licht von Chanukka verbreitet sich nicht durch eine große Flamme so Dr. Josef Schuster.</description><content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen feiern Jüdinnen und Juden Chanukka: Das jüdische Fest des Lichts. Wir erinnern an ein Wunder, das gegen jede Erwartung Hoffnung schenkte: Ein kleiner Krug geweihtes Öl, gedacht für einen Tag, brannte im Tempel von Jerusalem acht Tage lang. Dieses Bild lehrt uns, dass Zuversicht möglich bleibt, obwohl die Wirklichkeit dagegen zu sprechen scheint.&nbsp;</p><p>In diesem Jahr denken viele an ein anderes, sehr weltliches „Wunder“ im Heiligen Land: Nach zwei Jahren Krieg, Terror und Angst sind keine lebenden israelischen Geiseln mehr im Gazastreifen. Sie wurden im Rahmen einer von den USA vermittelten Waffenruhe freigelassen. Für die Familien in Israel ist das nicht immer ein Happy End. Manche trauern um Angehörige, die die Geiselhaft nicht überlebten. Aber der Moment, in dem die letzten Überlebenden wieder nach Hause kamen, hat gezeigt, wie sehr ein ganzes Land nach einem Funken Hoffnung dürstete.&nbsp;</p><p>Auch in Deutschland hinterlässt dieser Krieg Spuren. Antisemitische Vorfälle haben sich seit Beginn der Hamas-Angriffe deutlich erhöht: 2024 wurde ein Höchststand antisemitischer Straftaten gemeldet. Für viele Jüdinnen und Juden fühlt sich der Alltag wieder unsicherer an. Nicht weil sie etwas anders machen würden, sondern wegen der Feindseligkeit, die ihnen entgegenschlägt. Dabei sind antisemitische Delikte und extremistische Straftaten zentrale Bedrohung gegen unsere gesamte Demokratie, und nicht nur gefährlich für uns Juden.<br />Chanukka fällt in eine Zeit, die zugleich besinnlich und angespannt ist. Besinnung darf aber nicht mit Rückzug verwechselt werden. Als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes tragen wir Verantwortung dafür, dass Hassparolen nicht zur Normalität werden, dass jüdische Einrichtungen geschützt und jüdische Stimmen gehört werden. Zivilcourage beginnt oft leise: im Widerspruch am Stammtisch, im Einspruch in den sozialen Medien, in der Entscheidung, einem dummen Spruch nicht schweigend zuzusehen.</p><p>Das Licht von Chanukka verbreitet sich nicht durch eine große Flamme, die alles erhellt. Es wächst acht Tage lang, Kerze für Kerze; so, wie die demokratische Kultur aus vielen einzelnen Stimmen entsteht. Möge diese Zeit jedem von uns die Kraft geben, selbst zu einem solchen Licht zu werden: für unsere Nachbarn, unsere Städte, unser Land. Dann bleibt vom Wunder von Chanukka mehr als nur eine schöne Geschichte, nämlich der Auftrag, Hoffnung zu teilen.</p><p>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69078</guid><pubDate>Wed, 03 Dec 2025 12:04:38 +0100</pubDate><title>Licht im Advent</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/licht-im-advent/</link><description>Es ist diese besondere Mischung aus Dunkel und Hell, so Diakonin Yvonne Meier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Dezember hat Würzburg und das Umland fest im Griff. Morgens ist es dunkel, und oft hängt feiner Nebel über dem Main. Am späten Nachmittag glitzern bereits die Lichter in der Innenstadt, und der Weihnachtsmarkt erfüllt die Luft mit dem Duft von Gewürzen und Gebäck. Es ist diese besondere Mischung aus Dunkel und Hell, die den Advent prägt – und uns jedes Jahr neu berührt.<br />Der Advent ist eine Zeit des Wartens, aber auch des Suchens: nach Ruhe, nach Orientierung, nach einem Moment, der uns innerlich gut tut. Inmitten der vielen Termine und Erledigungen kann das eine Herausforderung sein. Vielleicht spüren auch Sie diese Spannung: draußen festliche Stimmung, innen manchmal Müdigkeit oder offene Fragen.<br />Morgen, am Samstag, ist Nikolaustag. Ein Tag, der von vielen Kindheitserinnerungen lebt: geputzte Stiefel, ein wenig Spannung, die Freude am nächsten Morgen. Hinter diesen Bräuchen steht die Geschichte des heiligen Nikolaus – ein Mensch, der warmherzig war und hingeschaut hat. Der die Not anderer nicht ignorieren konnte. Der Licht und Hoffnungsschimmer gebracht hat, dorthin, wo es dunkel war. Im Buch Jesaja ist das genau der Auftrag. Dort heißt es:<br /><strong>„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt.“</strong> (Jesaja 60,1)</p><p>Dieses Wort lädt uns ein, über das Empfangen und Weitergeben nachzudenken – und es dann auch umzusetzen. Es muss nichts Großes sein: ein Lächeln an einen Passanten, ein Anruf, Geduld im Gedränge der Weihnachtsmärkte. Gerade im Advent zählen die kleinen Gesten.</p><p>„licht werden“ ist ein schönes Bild. Und mehr als das, es ist eine Verheißung. Gott kommt uns entgegen – in unsere Müdigkeit, in unsere Unruhe, in unsere Fragen. Gott kommt uns entgegen und weckt in uns ein Licht, das andere anstecken kann. Gott kommt uns entgegen - nicht erst an Weihnachten: er ist schon lange vorher bei uns, mitten im Alltag. Und er beschenkt uns nicht mit Mandarinen und Schokolade im Stiefel, sondern in all den wunderbaren Kleinigkeiten und Momenten des Alltags.</p><p>Eine gesegnete Woche – und einen Nikolaustag, der Licht und ein Lächeln in Ihr Herz trägt und zum Teilen einlädt.</p><p><strong>evangelische Diakonin Yvonne Meier,&nbsp;</strong>Referent/in für Öffentlichkeitsarbeit&nbsp;im Dekanatsbezirk Würzburg</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68891</guid><pubDate>Fri, 28 Nov 2025 07:00:00 +0100</pubDate><title>Dezember-Wellness</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/dezember-wellness/</link><description>Wir Christen nennen diese Dezember-Wellness übrigens Advent, so Pfarrer Robert Borawski.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen, lieber Leser,</p><p>ich möchte Sie einladen zu Dezember-Wellness. Denn diese kommenden Tage sind oft, zu oft von Hektik und Stress geprägt, da hilft ein wenig Wellness. Wie das aussieht?</p><p>Wenn die Zeit fehlt für einen schönen, erholsamen Spaziergang im Wald, dann holen Sie sich doch einen grünen Zweig in ihr Zuhause. Legen Sie ihn an einen guten Platz und genießen Sie seinen Duft, seine Anwesenheit.</p><p>Da es in diesen Tagen bald dunkel wird und ungemütlich, stellen Sie eine Kerze auf und erfreuen sich an ihrem Licht.</p><p>Hängen Sie Zeichen auf, die über unsere Welt hinaus weisen – ein leuchtender Stern, eine himmlische Figur, eine märchenhafte Gestalt. Und Wellness ist dann intensiv, wenn Sie sich einen stillen Platz suchen, am Besten in einem heiligen Raum und die Stille genießen und an den (die) denken, der Jenseits von Hektik und Stress diese unsere Welt und das Leben von Dir und mir in Händen hält.</p><p>Und danach sich Zeit mit einem wärmenden, winterlich duftenden Getränk gönnen, mit der Bereitschaft, diese kommenden Tage im Dezember ein wenig nur zu genießen, eben Dezember Wellness. Sie werden sichtlich erholter durch diese Tage kommen.</p><p>Wir Christen nennen diese Dezember-Wellness übrigens Advent, Erinnerung an die Ankunft unseres Gottes.</p><p>Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.</p><p><strong>Pfarrer i.R. Robert Borawski</strong></p>

]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-68730</guid><pubDate>Mon, 17 Nov 2025 09:25:23 +0100</pubDate><title>Wir leben mit unserer Geschichte</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ewigkeitssonntag/</link><description>Unser Schicksal ist mitbestimmt von Ereignissen, so Pfarrer Jürgen Reichel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Leser, liebe Leserin,</p><p>Haben Sie noch einige Ihrer Urgroßmütter und Urgroßväter kennen gelernt? Und wie weit können Sie Ihre Vorfahren zurückverfolgen? Wissen Sie, wo sie gelebt haben? Wie sie hießen? Welche Berufe sie ausgeübt haben? Was für Persönlichkeiten sie waren?</p><p>Einen Teil meiner eigenen Familiengeschichte konnte mir eine meiner Tanten sehr lebendig erzählen. Als sie verstorben ist, riss dieser Erzählfaden ab. Ich versuche nun, das, was sich bei mir eingeprägt hat, an Kinder und Enkel weiterzugeben.</p><p>Denn als ich als junger Mensch dieser Tante immer wieder zuhörte, habe ich verstanden: Markante Ereignisse vor 80 oder 100 Jahren haben auch mein Leben geprägt. Wer wo die Weltkriege erlebt hat, wer sich wie zu den Diktaturen in unserem Land verhalten hat, wer Flucht und Vertreibung, Hunger und Krankheit nach 1945 erlitten hat. Ob und wie einzelne vom Wirtschaftswunder profitiert haben. Welche Zerwürfnisse oder wie harmonisches Miteinander in einzelnen Zellen der Familie Wellen ausgelöst haben.</p><p>„Ich bin geduldig und reich an Güte,“ sagt Gott von sich im 2. Buch Mose (2. M. 34,6). „Ich vergebe Schuld und Unrecht. Trotzdem lasse ich die, die schuldig geworden sind, nicht davonkommen, und selbst ihre Nachkommen werden die Folgen noch bis in die dritte und vierte Generation spüren.“ Denen aber, die sich an seiner Güte ausrichten, verspricht Gott Gutes bis in die tausendste Generation (5. Mose 7,9).</p><p>Je älter ich geworden bin, desto besser habe ich das gut nachvollziehen können: Wir leben mit unserer Geschichte. Auch mit der, die uns nicht bewusst oder bekannt ist. Unser Schicksal ist mitbestimmt von Ereignissen, die lange vor unserem Leben liegen. Je mehr wir davon wissen, desto besser verstehen wir uns selbst. Dann können wir uns von manchem, was unser Leben beschwert, frei machen. Denn Gott will uns Güte erfahren lassen und uns helfen, unheilvolle Zirkel zu durchbrechen.</p><p>Wenn die evangelische Kirche am 23. November den „Ewigkeitssonntag“ feiert, können wir unserer Vorfahren gedenken. Wir können uns in Erinnerung rufen, wie sich ihr Leben auf unseres ausgewirkt hat und uns gleichzeitig bewusst machen, dass wir auf dem Guten aufbauen können, das sie uns mitgegeben haben.</p><p><strong>Pfarrer i. R. Jürgen Reichel</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68577</guid><pubDate>Mon, 10 Nov 2025 14:03:07 +0100</pubDate><title>Herzerwärmende Erinnerungen</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/herzerwaermende-erinnerungen/</link><description>So bleibt sie für uns auch über den Tod hinaus lebendig, so Gemeindereferentin Alexandra Eck. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Mitte Oktober ist meine Großtante verstorben. Sie war die jüngere Schwester meiner Großmutter und die letzte Verwandte dieser Generation. Ich durfte das Requiem für sie mitgestalten und habe dazu im Vorfeld in unserer Familie nach Erinnerungen gefragt, die wir alle mit Tante Resi verbinden.&nbsp;</p><p>Viel Schönes ist da zusammen gekommen.&nbsp;</p><p>Alle haben wir ihr Lachen und ihren Humor als besonders liebenswerte Eigenschaft in guter Erinnerung. Wir Großnichten und -neffen mochten sie auch deshalb so gerne, weil wir immer einen Kaugummi geschenkt bekamen, wenn unsere Eltern Benzin bei ihr zapften. Tante Resi und ihr Mann führten nämlich viele Jahre gemeinsam eine Tankstelle. Freie Zeit gab es da wenig, aber wenn sie einmal frei hatte, dann pflegte sie den sehr engen Kontakt zu ihren Geschwistern und war so bei all unseren Familienfesten immer dabei. Zu ihrem achtzigsten Geburtstag fuhr sie zusammen mit ihrem damals 12-jährigen Großneffen zu einem Fußballspiel in die Allianz Arena nach München. Der erinnert sich auch heute, fast zwanzig Jahre später, noch gerne an die „coole“ Tante Resi.</p><p>Überhaupt war sie eine sehr moderne und weltoffene Frau. Wir denken heute oft, dass ihr und ihren Geschwistern diese Eigenschaft vielleicht schon mit in die Wiege gelegt wurde: Resi wuchs mit fünf Geschwistern auf. Zwei davon stammten aus der ersten Ehe der Mutter, die als Kriegswitwe ein zweites Mal geheiratet hatte. Der Familienzusammenhalt und gleichzeitig die Offenheit für Fremdes und Neues ist eine Gabe, die wir alle an ihr so schätzen. Das bestätigt übrigens auch ihr afghanischer Schwiegersohn, der seit über 40 Jahren zur Familie gehört und von ihr ganz wunderbar aufgenommen wurde.&nbsp;</p><p>So viele schöne Erinnerungen haben wir also zu Tante Resis Beerdigung gesammelt und miteinander geteilt. So bleibt sie für uns auch über den Tod hinaus lebendig. Und wir dürfen sie dankbar ziehen lassen, weil wir daran glauben, dass sie in Gottes Armen geborgen ist.<br />Der Monat November lädt uns in besonderer Weise dazu ein, die Verbundenheit mit unseren Verstorbenen zu pflegen. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag – diese Tage erinnern uns daran, dass unsere Lebensdauer begrenzt ist.&nbsp;</p><p>Aber die Liebe, die wir zu Lebzeiten schenken und das Gute, das wir tun, hat in den Herzen und Köpfen all derer Bestand, mit denen wir Zeit unseres Lebens verbunden waren.&nbsp;</p><p>Solche Erinnerungen an liebe Menschen zu sammeln und zu teilen, ist übrigens ein guter Tipp für die kalten und trüben Novembertage. Sie machen warm ums Herz.</p><p><strong>Alexandra Eck ist Referentin für die Dompastoral am Kiliansdom Würzburg</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68470</guid><pubDate>Fri, 07 Nov 2025 07:07:00 +0100</pubDate><title>Sankt Martin</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/st-martin-2/</link><description>So ziemlich das Einzige, was heute vom heiligen Martin übriggeblieben ist, ist die Mantelteilung, so Erzpriester Martinos Petzolt.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne… Wer kennt dieses Lied nicht. Und welches Kind bastelt nicht jedes Jahr eine Martinslaterne im Kindergarten, unabhängig von Religions- und Kirchenzugehörigkeit. Unbekannt ist dieser heilige Martin sicher nicht. Sogar das Wort Kapelle kommt von dem Kirchlein, in dem damals die Mantelhälfte des Heiligen wie eine Reliquie aufbewahrt worden ist. Aber hier könnte eigentlich schon eine Verwunderung beginnen.</p><p class="western">Denn das so ziemlich einzige, was heute vom&nbsp;heiligen&nbsp;Martin übriggeblieben ist, ist die Mantelteilung, mit der er einem Frierenden geholfen hat. Aber der elfte November ist nicht der kalte Wintertag seiner guten Tat, sondern sein historisch sicherer Sterbetag. Vor allem aber erstaunt, dass er dieses Almosen ja nicht einmal als Christ tat. Wenngleich ihm der Traum, als Christus mit derselben Mantelhälfte erschien, die er dem Armen gegeben hatte, den letzten Anstoß zur Taufe gab. Dabei könnte er ganz aktuell wieder ein leuchtendes Beispiel sein für die immer stiller werdenden Kriegsdienstverweigerer –&nbsp;als er bereit war, sich unbewaffnet in die erste Reihe zu stellen, obwohl er Sohn eines Generals war und den Namen des Kriegsgottes Mars trug.</p><p class="western">Er könnte ein Vorbild werden für alle diejenigen, die immer tiefere Gräben zwischen Konfessionen und Religionen schaufeln, als er auf kirchliche Abweichler zuging, um sie für die Wahrheit des Evangeliums zu gewinnen. Er könnte eine Anregung sein für alle Kirchendiener, als er immer wieder alles, was er besaß, verschenkte und unter den Messgewändern nichts mehr Eigenes trug. Er könnte ein Wegweiser für alle Suchenden sein, als sich als Einsiedler auf die Gottsuche machte und später als erster Mönch des Westens Führer und Lehrer für viele Mönchsschüler wurde. Er könnte ein Bild Christi sein, als er in seinem einfachen Glauben und authentischen Leben Christus immer ähnlicher wurde und dieselben Wunder zu tun vermochte, Arme zu speisen, Kranke zu heilen, Verwirrte zu orientieren, sogar Tote aufzuerwecken. Auch wenn der&nbsp;heilige&nbsp;Martin im Osten ziemlich unbekannt blieb, so ist er doch in einem großen Heiligenbuch des zehnten Jahrhunderts in einer Miniatur dargestellt, wie er einen Toten auferweckte. Dies scheint den gläubigen Menschen damals den größten Eindruck gemacht zu haben.</p><p>Und wenn die Kinder mit ihren Laternen das Laternenlied singen, so tun sie nichts anderes als auch die Gläubigen in der Antike, die jährlich am Todestag mit einer Lichterprozession den Heiligen feierten.</p><p><strong>Erzpriester Martinos Petzolt</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68328</guid><pubDate>Fri, 31 Oct 2025 07:30:00 +0100</pubDate><title>&quot;Meide das Böse und tu das Gute; suche den Frieden und jage ihm nach!&quot; Psalm 34, Vers 15.</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/meide-das-boese-und-tu-das-gute-suche-den-frieden-und-jage-ihm-nach-psalm-34-vers-15/</link><description>Ich fühle mich wie im absurden Theater von Ionesco, so Pfr. Frank Witzel. </description><content:encoded><![CDATA[<p>„Das Gute“ hat etwas mit Freude, Frieden, Gerechtigkeit, Liebe, der Bewahrung der Schöpfung und Menschenwürde zu tun.</p><p>Dass wir Gut und Böse unterscheiden können, liegt dem Glauben, dem Grundgesetz, der liberalen Rechtsordnung und dem friedvollen persönlichen und gesellschaftlichen Leben zugrunde. Sonst geht privat, öffentlich und wirtschaftlich gar nichts!</p><p>Doch das Konkrete bringt Konflikte: Was bedeutet Gerechtigkeit für Arme, was für Reiche? Was bedeutet Menschenwürde, wenn Reiche reicher und arme Ärmer und beide zahlreicher werden? Wer ist verantwortlich für die Schöpfung? Wie verteilt sich Liebe auf die Nahen und die Fernen?</p><p>2024 hat als Jahreslosung den Bibelvers: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicher 5, 21). Wie treffend!</p><p>Ich fühle mich wie im absurden Theater von Ionesco: Freunde und Bekannte verwandeln sich in rechtspopulistische Nashörner, schauen weder rechts noch links und kennen keine Unterscheidung von Fakten und Meinungen. Aggressive Energie und Wucht wachsen. Ich irre im kafkaesken Schloss, suche Kontakte für Anschluss, Anerkennung und finde Konflikt-Sackgassen.</p><p>Ich suche Hilfe bei Gott und finde mich seit meinem 20. Lebensjahr in dem Song von Wolfgang Niedeckens BAP: „Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät?“</p><p>Wir müssen – um mit dem Hitlergegner und Theologen Dietrich Bohnhoeffer zu sprechen – so leben, „als gäbe es Gott nicht“. Dabei könnte hilfreich sein:</p><p>Wer Gutes will, tut sich mit Gut-Wollenden zusammen und bildet Netzwerke des Guten.</p><p>Wer Verschwörungserzählungen glaubt, wählt das Narrativ der „Conspiracy of Love“: „Stell dir vor, alles ist eine geheime, machtvolle Verschwörung, die dich testen will, ob du fähig zum Guten und zur Liebe bist. Alles prüft dich, ob deine Liebesfähigkeit für den Nahen und den Fernen wächst.“</p><p>Unterscheide Hoffnung und Optimismus! Hoffnung glaubt, dass Gott gut und mächtig ist und dass es mit uns gut ausgeht. Darum setzen wir unsere Kraft jetzt schon ein für das Gute und weisen so auf die wahre Zukunft hin, für die Gott selbst sorgen wird. Beim Optimismus sind wir vorsichtiger. Er lebt von der Erwartung, dass es sich so weitergeht wie bekannt. Das machen depressive und aggressive Menschen auch. Sie tauschen nur den Fokus.</p><p>Für das Gute bitten wir zweifelnd und hoffend Gott um Segen.</p><div><p><strong>Frank Witzel, Evang.-Luth. Pfarrer, Kirche an anderen Orten, Springerdienste im Dekanat Würzburg,&nbsp;</strong>Traumatherapeut, Geistlicher Begleiter, NLP-Master, Schwerhörigenseelsorger,&nbsp;Dekanatsbeauftragter „Ehrenamt“, Dekanatsbeauftragter für Motorradfahrer*innen-Seelsorge, Sprecher AG „Motorrad-Evangelisch“.Kunstbeauftragter im Kirchenkreises Ansbach-Würzburg</p></div>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68184</guid><pubDate>Fri, 24 Oct 2025 06:00:00 +0200</pubDate><title>Etwas zurückgeben?</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/etwas-zurueckgeben/</link><description>Ich habe in der Vergangenheit vieles von anderen bekommen, so Rainer Zöller. </description><content:encoded><![CDATA[<p>„Ich möchte etwas zurückgeben“ – diese oder ähnliche Aussagen hörte ich in letzter Zeit öfter. Da wird jemand gefragt, warum er/sie einen Einsatz für Bedürftige erbracht oder eine beachtliche Summe für Not Leidende oder den Schutz der Natur gespendet hat. „Ich wollte damit etwas zurück geben!“ Mag diese Aussage dem einen oder der anderen wie eine Floskel vorkommen, für mich sagt sie mehr! Hinter dieser Aussage sehe ich eine Haltung, die mir bedeutend erscheint: Da erkennt jemand an, dass er beschenkt ist, so einiges bekommen hat, das ihm zu einem guten Leben verhilft, dass er nicht nur aus eigener Kraft einen gewissen Wohlstand erreicht hat und ein – bei allen Herausforderungen – gutes Leben führen kann. Diese Haltung ermöglicht einen realistischen Blick auf das eigene Leben: Allein aus mir selbst heraus wird mein Leben nicht gelingen. Ich habe in der Vergangenheit vieles von anderen bekommen: von Eltern, in der Herkunftsfamilie, von Lehrerinnen und Lehrern, von Freundinnen und Freunden, Menschen, mit denen ich mein Leben geteilt habe und die mir etwas (mit-)gegeben haben, vom Leben, von Gott. Wenn ich so auf mein Leben schauen kann, dann kann ich mich auch öffnen für andere, v.a. für die, denen das Leben eben nicht so gut mitgespielt hat, die Schweres durchstehen mussten, die Wunden und Narben davon getragen haben, die ihre Fähigkeiten und Talente nicht gut entfalten konnten, die ein schweres Schicksal mit sich tragen, die…</p><p>„Ich möchte etwas zurück geben“, in dieser Haltung steckt auch ein Grund für Großzügigkeit, für die Bereitschaft zu teilen oder auszuteilen. An diesem Sonntag begeht die katholische Kirche den „Sonntag der Weltmission“. Manche bezeichnen ihn auch als „Solidaritätstag der Weltkirche“. In den Gottesdiensten wird für das kirchliche Hilfswerk „missio“ gesammelt, das mit Partnern vor Ort unterschiedliche Projekte z.B. Ausbildung von jungen Menschen, Seelsorge, Bewahrung der Schöpfung, Hilfe bei Katastrophen u.a. in Afrika, Asien und Ozeanien durchführt. (Für Lateinamerika gibt es das Hilfswerk „Adveniat“!) Und auch hier hat die Aussage „Ich will etwas zurück geben“ eine große Bedeutung für mich. Historisch betrachtet ist unser westlicher Wohlstand auch auf der Ausbeutung vieler Länder und Menschen aus dem globalen Süden aufgebaut bis heute! Hier können wir durch unsere Zuwendung zu ihnen versuchen, etwas zurück zu geben und damit wieder gut zu machen. „Ich werde etwas zurück geben!“</p><p><strong>Rainer Zöller, Pastoralreferent i.R., Waldbüttelbrunn</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category></item></channel></rss>