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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:36:00 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sun, 13 Sep 2026 09:36:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-74959</guid><pubDate>Tue, 08 Sep 2026 15:16:45 +0200</pubDate><title>Wie wollen wir zusammenleben?</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wie-wollen-wir-zusammenleben/</link><description>Das Schofar ist in diesem Jahr daher ein Weckruf für uns alle, so Dr. Josef Schuster. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Abraham ist bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern, wird schlussendlich jedoch von G‘tt daran gehindert. Statt Isaaks wird ein Widder geopfert, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hat. G‘tt hat Abraham auf die Probe gestellt. Und Abraham hat seine G‘ttesfurcht sowie sein Vertrauen in G‘tt bewiesen. Er hat Verantwortung übernommen.</p><p>In diesen Tagen, am Abend des 11. September, beginnt für Jüdinnen und Juden das neue Jahr: Sie feiern Rosch Haschana und damit das Jahr 5787. Der jüdische Kalender zählt die Jahre seit der Erschaffung der Welt. Jüdinnen und Juden erinnern sich an Rosch Haschana an diese biblische Geschichte und blasen in das Horn eines Widders, das sogenannte Schofar.</p><p>Der Klang des Schofars ist ein Weckruf. Er fordert Jüdinnen und Juden auf innezuhalten und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen: Habe ich mich meinen Werten entsprechend verhalten? Welche Wege möchte ich weitergehen – und welche verlassen? Es ist eine Zeit der Sühne und Hinwendung zu G‘tt, die am Feiertag Jom Kippur in der Versöhnung mit uns selbst und anderen gipfelt.</p><p>Das Jahr hat Jüdinnen und Juden herausgefordert. Es hat gezeigt: Antisemitismus hat sich stärker in der Mitte der Gesellschaft eingenistet. Hausverbote für Juden in Hotels, Geschäften und Restaurants oder ein Konzert, bei dem der israelischen Armee öffentlich der Tod gewünscht wird, lösen in der Öffentlichkeit kaum mehr einen Aufschrei aus.</p><p>Spätestens die Ergebnisse des vergangenen Wochenendes müssen unsere Gesellschaft aufhorchen lassen: In Sachsen-Anhalt hat die AfD, eine dort als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei, bei der Landtagswahl fast 44 % erhalten. Als Landesregierung könnte die AfD Lehrpläne, politische Bildung oder Kulturförderung erheblich prägen. Sie könnte Fördermittel etwa dort reduzieren, wo an die Schoa erinnert und über die NS-Verbrechen aufgeklärt wird.</p><p>Das Schofar ist in diesem Jahr daher ein Weckruf für uns alle: Die Wahl in Sachsen-Anhalt muss uns als gesamte Gesellschaft aufrütteln und uns dazu anregen, umso stärker für unsere demokratischen Werte einzustehen.</p><p>Wir müssen uns fragen: Wie wollen wir in den kommenden Jahren zusammenleben? An Rosch Haschana richtet sich der Blick auch nach vorn – verbunden mit der Zuversicht, dass Veränderung möglich ist.</p><p>Es liegt an uns allen als Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen, immer wieder neu zu entscheiden, wie dieses Zusammenleben aussehen und von welchen Werten es getragen sein soll. Möge das neue Jahr ein friedliches werden.</p><p><strong>Autor: Dr. Josef Schuster, Zentralrat der Juden</strong></p>



]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74847</guid><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 12:07:02 +0200</pubDate><title>Die Welt mit Kinderaugen sehen </title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-welt-mit-kinderaugen-sehen/</link><description>Und vielleicht ist es genau das, was wir uns manchmal bewahren sollten: diesen kindlichen Blick auf die Welt, so Yonne Meier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt im Moment, wo viele Studierende ihre WGs und Wohnungen verlassen, und viele Umzüge passieren, finden sich umso mehr „Zu verschenken“-Kisten an den Straßenecken. Ich liebe es, darin zu stöbern. Zwischen Tassen mit verblassten Logos, Weihnachtsdeko und drei ausgelesenen Büchern bleibt in solchen Kisten auch immer ein bisschen Substanz des ehemaligen Besitzenden zurück. Oft erwische ich mich während des Wühlens dabei, dass ich mir über den Ersteller der Kiste etwas zusammenreime. Wer hat diese Tasse wohl täglich benutzt? Warum wurde gerade diese Vase aufgehoben? Und was hat dazu geführt, dass all diese Dinge nun gemeinsam in einer Kiste stehen?</p><p>Als ich vor kurzem in der Innenstadt unterwegs war, begegnete mir genau solch eine Zusammenstellung – allerdings nicht im typischen Pappkarton. Vielmehr hatte ich einen alten, braunen Koffer vor mir. Die Scharniere waren schon offen, und obwohl ich es eilig hatte, konnte ich nicht widerstehen. Nur einmal ganz kurz den Deckel lupfen, nur einmal ganz kurz die Nase hineinhalten und der kindlichen Neugierde nachgehen …</p><p>Und so kam ich an die größten und wunderschönsten Muscheln, an zwei kleine Salzsteine und eine kleine Blumenvase. Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirken und doch sofort meine Aufmerksamkeit geweckt haben. Ich werde mir jetzt nicht für Sie eine hübsche kleine Geschichte ausdenken, was diese Gegenstände in ihrem alten Zuhause wohl gesehen haben, welchen Platz sie innehatten und warum sie schließlich in diesem Koffer auf der Straße gelandet sind. Aber genau diese Fragen haben etwas Schönes: Sie machen offen für Staunen und Fantasieren.</p><p>Und vielleicht ist es genau das, was wir uns manchmal bewahren sollten: diesen kindlichen Blick auf die Welt. Die Fähigkeit, stehenzubleiben, obwohl wir es eilig haben. Zu träumen und sich die fantastischsten Szenarien auszumalen. Sich zu fragen, woher etwas kommt, welche Geschichte dahintersteckt und was sich vielleicht noch entdecken lässt.</p><p>Ich möchte Sie deshalb anhalten, sich selbst immer wieder Raum für diese Neugierde zu geben. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, mit einem staunenden Mindset und mit Begeisterung für die kleinen Dinge des Lebens. Bleiben Sie neugierig für die kleinen Schätze links und rechts Ihres Lebensweges!</p><p><strong>Autorin: </strong>Yvonne Meier, Diakonin u. Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin im Schröderhaus, Öffentlichkeitsarbeit des Dekanates</p>

]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74705</guid><pubDate>Mon, 24 Aug 2026 10:20:31 +0200</pubDate><title>Für wen haltet Ihr mich?</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/fuer-wen-haltet-ihr-mich-1-1/</link><description>Wie kommt es denn eigentlich, dass wir uns selbst oftmals ganz anders sehen als andere dies tun so Gemeindereferent Hubert Hemmerich.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Was denkst Du eigentlich von mir?“ - So fragen wir manchmal ganz empört, wenn unser Gegenüber etwas über uns behauptet, was wir so gar nicht akzeptieren wollen.<br />Ja, es ist schon so eine Sache mit dem Selbstbild und der Fremdeinschätzung. Das Selbstbild bezieht sich auf die eigene Wahrnehmung von uns selbst, während das Fremdbild die Sichtweise anderer wiedergibt. Aber wie kommt es denn eigentlich, dass wir uns selbst oftmals ganz anders sehen, als andere dies tun?&nbsp;</p><p>Es ist eine wichtige, aber oft unterschätzte Frage, wie wir auf andere wirken, denn sie beeinflusst, wie sie uns wahrnehmen und dann auch behandeln und sie kann oft genug zu Missverständnissen, Frustrationen und Konflikten führen.&nbsp;<br />Nicht anders war das wohl bei der Frage Jesu „Für wen haltet Ihr mich?“ aus dem Evangelium vom letzten Sonntag und sie hat mich seither nicht mehr losgelassen. Da fragt einer, was andere über ihn denken… und will auch eine möglichst ehrliche Antwort!<br />Ich denke, es kommt dabei sehr auf die jeweilige Perspektive an. Es kommt darauf an, was ich selbst von diesem Jesus erfahren habe und was ich davon halte. Kann ich mir vorstellen, dass er mein Leben tatsächlich nachhaltig beeinflusst? Das muss jeder und jede von uns zuerst für sich selbst klären.</p><p>Seine Person und noch mehr sein Auftreten zu Lebzeiten haben es den Menschen nicht immer leicht gemacht, ihn und die Ansprüche, die er an sie stellte, zu mögen. Viele seiner Zeitgenossen haben Jesus deshalb auch offen abgelehnt und schließlich durchgesetzt, dass er am Kreuz sterben musste. Aber anscheinend war er nicht totzukriegen, denn seine Botschaft beschäftigt so viele Menschen bis zum heutigen Tag.<br />Petrus hatte damals bekannt, dass er der Messias, der Gesandte von Gott her sei. Aber kann ich das auch von diesem Jesus behaupten? Kann ich sagen, dass er auch für mich eine ganz besondere Rolle in meinem Leben einnimmt? Glaube ich wirklich, dass er mein Leben beeinflussen und begleiten kann - auch und vor allem in den Durststrecken, die es unweigerlich gibt?</p><p>Wenn wir solche Fragen guten Gewissens mit „Ja“ beantworten könnten, dann hätte das sicher auch Auswirkungen auf unser Selbstbild und vor allem auf das Bild, das andere Menschen von uns haben. Es wäre uns sehr zu wünschen… denn dann hätten wir auch viel mehr das im Sinn, was Gott von uns Menschen erwartet. Jesus hat uns das vorgelebt und wenn wir seinem Beispiel wenigstens ein bisschen folgen, dann wird unser Bild nach außen ja so schlecht nicht sein.</p><p>Hubert Hemmerich, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Lindleinsmühle/ Versbach/Rimpar/Maidbronn und Koordinator im Pastoralen Raum Würzburg Nord-Ost&nbsp;</p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74641</guid><pubDate>Tue, 18 Aug 2026 07:52:04 +0200</pubDate><title>Leben in Fülle</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/leben-in-fuelle-1/</link><description>Ich brauche Leute, mit denen ich wirklich reden kann, die sich Zeit für mich nehmen, die mir vermitteln, so Tanja Vincent. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Wochen haben die Schüler und Schülerinnen Ferien und viele verreisen. Wie kann man diese schönste Zeit des Jahres am besten nutzen? Was gehört zum perfekten Urlaub dazu? Lieber zu einem Hotspot fahren und Fotos machen, wie man sie schon auf dem Handy gesehen hat? Ans Wasser oder in die Berge? An einen Ort, der ein vermeintlicher oder ein echter Geheimtipp ist? Wovon will ich danach erzählen können, um sagen zu können: „Schön war’s!“ ?</p><p>Im August begleitet viele die Sehnsucht nach Abstand vom Alltag und zugleich nach einer erfüllten Zeit. Der Monatsspruch im August verspricht das mit einem Wort Jesu: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Johannes 10,10) Dabei hat er nicht an eine besondere Urlaubsreise gedacht, nicht an Bilder, die sich besonders gut zeigen oder posten lassen, nicht an Events, von denen so viele erzählen. Er verspricht keine erfolgreiche Karriere, glückliche Familie oder perfekte Wohnung. Er stellt sich vor als der gute Hirte, der sich um seine Herde kümmert, damit sie das, was sie brauchen, in Fülle haben. Genug, um gut leben zu können.</p><p>Was dazu gehört? Auch wenn wir das sehr individuell definieren, kommt einiges vermutlich bei vielen von uns auf eine Liste von Zutaten für ein gutes Leben.<br />Ein Zuhause, wo man gut sein kann; die Möglichkeit, gut zu essen und das, was man gerne mag, auf dem Teller zu haben; Menschen um sich zu haben, die ich Familie, Freundinnen und Freunde nenne, gute Kolleginnen und Kollegen; Orte, an denen ich mich gerne aufhalte; gute Anregungen und Gedanken, die mich fordern und weiterbringen, einen Kalender, über den ich (immer wieder) frei verfüge.</p><p>Schnell wird deutlich: Ein gutes Leben kann ich mir nicht kaufen, auch wenn vieles schwieriger wird, wenn das Geld knapp ist. Vieles hat für mich mit anderen Menschen zu tun. Ich brauche Leute, mit denen ich wirklich reden kann, die sich Zeit für mich nehmen, die mir vermitteln: Ich mag dich. Und ich brauche das Gefühl, dass mein Leben einen Sinn hat, dass ich Aufgaben übernehme, die für jemanden oder etwas gut sind, oder dass jemand gerne Zeit mit mir verbringt.</p><p>Wenn Jesus mir ein Leben in Fülle verspricht, dann ist er da für mich, hört mir zu, segnet mich, gibt mir den Glauben, dass er mich gern hat und ich einen Platz in seinem Plan habe. Der muss nicht groß sein, eignet sich vielleicht nicht für Geschichten und Posts, hilft mir aber, erfüllt zu sein und im Alltag wie im Urlaub zu sagen: Schön ist’s – so, wie es ist.</p><p><strong>Autorin:&nbsp;Tanja Vincent,&nbsp;Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Deutschhaus-Erlöser in Würzburg</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74578</guid><pubDate>Mon, 10 Aug 2026 11:11:03 +0200</pubDate><title>Das Kraut, das gegen den Tod gewachsen ist</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/das-kraut-das-gegen-den-tod-gewachsen-ist/</link><description>Wir dürfen wissen, dass die &quot;himmlische Frau Königin&quot; uns hilfreich zur Seite steht, so Bischof Dr. Franz Jung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Dagegen ist kein Kraut gewachsen!“ So sagt der Volksmund resigniert bei gesundheitlichen Problemen, die man nicht in den Griff kriegen kann. Das größte dieser Probleme ist der Tod, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Oder vielleicht doch? Immerhin gehört zu jeder katholischen Feier des &quot;Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel&quot; die traditionelle Kräuterweihe. Dazu bringen die Gläubigen Kräuterbüschel mit in die Kirche, die am Ende des Gottesdienstes gesegnet werden. Warum? Weil der Überlieferung nach aus dem Grab Mariens nach ihrer Himmelfahrt wunderbar heilender Duft entströmte. Es war der Duft des Lebens und nicht der Todesgeruch der Verwesung. Denn Maria wurde als erste unter den Menschen mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Sie ist das Vorbild des geglückten Sterbens. Im Tod fiel sie nicht ins Leere, sondern wurde in die Fülle Gottes hinein gerettet.</p><p>Dabei ist ihr glückliches Sterben nur die Kehrseite ihres Lebens. Denn Maria hat Gott den Weg in diese Welt hinein geebnet, indem sie uns Christus geboren hat. Er ist das Kraut gegen den Tod. In seinem Sterben hat der Gottessohn die Macht des Todes ein für alle Mal gebrochen. Und er hat nun seinerseits Maria an ihrem Lebensende den Weg in den Himmel geebnet. Maria, die Gott ganz in sich aufnahm, wurde von Gott ganz in den Himmel aufgenommen. In Maria sehen wir so das große Hoffnungsbild für uns Menschen, damit wir nicht verzagen.</p><p>Uns tröstet die Zusage, dass wir auf die Fürsprache der Gottesmutter auch einmal den Himmel erreichen werden. Das ist alles andere als selbstverständlich angesichts der täglichen Mühen und Leiden, in denen wir uns zu bewähren haben. Wir dürfen wissen, dass die &quot;himmlische Frau Königin&quot; uns hilfreich zur Seite steht. Wie aus einem reichen Kräuterbüschel reicht sie uns die Heilmittel für Leib und Seele dar, damit wir nicht verzagen. Die Heilkräuter stehen dabei für die heilende Kraft des Glaubens. Er ist wie Baldrian, mit dem wir in all unserem Stress zur Ruhe kommen. Er ist aber auch wie das Johanniskraut und hilft gegen Depressionen. Wie mittels der Schafgarbe löst er, was in uns verkrampft ist. Und mit dem Salbei hemmt er, was in uns entzündet ist. Wie die Kamille heilt er die inneren und äußeren Wunden. Und mit der Pfefferminze hilft er bei dem, was uns auf den Magen schlägt.</p><p>Bleibt zu wünschen, dass wir mit der Gottesmutter die Fülle der heilenden Kraft des Glaubens wiederentdecken. Denn auch uns gilt die Verheißung, mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen zu werden. Was könnte man sich Schöneres wünschen?</p><p><strong>Autor: Bischof Dr. Franz Jung</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74477</guid><pubDate>Mon, 03 Aug 2026 09:33:10 +0200</pubDate><title>Ihr seid teuer erkauft – werdet nicht wieder zu Knechten der Menschen </title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ihr-seid-teuer-erkauft-werdet-nicht-wieder-zu-knechten-der-menschen/</link><description>Mehr als sich selbst konnte Gott nicht geben, so Pfr. i.R. Jürgen Reichel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Ihr seid teuer erkauft“, lesen wir bei Paulus, der vor 200 Jahren glasklar erkannte, was der Glaube an Jesus Christus bedeutet, den er persönlich nie kennengelernt hat. „Ihr seid teuer erkauft“, schreibt er also der jungen Gemeinde in Korinth, und fährt fort: „Werdet nicht die Knechte von Menschen.“ (1. Kor. 7,23).</p><p>Was für ein Gedanke! Sich innerlich nicht anderen Menschen unterordnen. Egal, in welcher Situation man sich befindet. Erhobenen Hauptes leben. Mit dem Bewusstsein, unverwechselbar und einzigartig zu sein.</p><p>Und wie kommt man zu einer solchen Einstellung? Weil jeder und jede es wert war, dass Gott in Christus Mensch wurde und uns zu sich zieht, wenn wir das wollen. Mehr als sich selbst konnte Gott nicht geben. Mehr als den Tod auf sich nehmen hätte er nicht tun können. Teuer hat er uns erkauft.</p><p>Und nun sollen und brauchen wir uns nicht zu Knechten der Menschen machen.</p><p>Ich verstehe das so: Immer versuchen Menschen, uns in ihren Bann zu ziehen und Einfluss auf uns auszuüben. Politiker und ihre Parteien. Unternehmer, die etwas zu verkaufen haben. Influencer, die davon leben, dass man ihnen „folgt“. Auch Religionsgemeinschaften, die Menschen ganz und gar an sich binden wollen. Künstliche Intelligenzen, die uns im Internet wie überaus kluge und als interessierte Menschen begegnen.</p><p>Wir können uns solchen Einflüssen nicht entziehen. Aber mir hilft es, wenn ich mir immer wieder sage: &quot;Und da ist ein Gott, dem ich sehr teuer bin.&quot;</p><p>Wenn mich Parteien politisch einnorden wollen: Mein innerer Kompass ist von ihnen unabhängig.</p><p>Wenn alles das, was man angeblich braucht, zu viel Raum gewinnt: Wirklich brauchen tue ich sehr wenig.</p><p>Wenn mich die Social-Media-Größen in den Bann ziehen: Es sind nur Menschen wie du und ich.</p><p>Wenn Religionsgemeinschaften mir für alles und jedes Vorschriften machen wollen: So ist Gott nicht. Er führt nicht in die Knechtschaft, sondern in die Freiheit.</p><p>Wenn die KI als Ratgeberin immer wichtiger wird: Gott pflichtet mir nicht immer bei. Er ist ein echtes Gegenüber, zugewandt und ehrlich.</p><p>So teuer, so wichtig sollen Sie sich fühlen!</p><p><strong>Autor: Pfr. i. R. Jürgen Reichel, Würzburg</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74325</guid><pubDate>Mon, 27 Jul 2026 13:51:03 +0200</pubDate><title>Handeln statt Jammern  	</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/handeln-statt-jammern/</link><description>Jesus ermutigt uns, mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu handeln, so Maria Düchs.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Sonntag hören wir von der wundersamen Brotvermehrung: fünf Brote und zwei Fische machen 5.000 Männer, dazu noch Frauen und Kinder satt und es gibt sogar noch zwölf Körbe voller Reste!</p><p>Volksscharen folgen Jesus an einen abgelegenen Ort, so heißt es im Text. Jesus sagt seinen Jüngern, dass sie den Leuten zu essen geben sollen. Offenbar hatten die Freunde selbst auch schon den Gedanken, denn sie antworten, dass nur fünf Brote und zwei Fische vorhanden seien und Jesus die Leute doch besser wegschicken solle. Jesus verneint dies und lässt sich das Essen bringen, bricht das Brot, lässt es verteilen und alle werden satt. Die bildliche Vorstellung fand ich als Kind sehr beeindruckend. Wie kann das gehen - von so wenigem so viele zufrieden stellen zu können?</p><p>Die eigentliche Verwunderung setzt jedoch viel früher ein. Der Text beginnt damit, dass Jesus sich in eine einsame Gegend zurückziehen will, nachdem er von der Enthauptung Johannes des Täufers hört. Dort angekommen sieht Jesus die vielen Menschen, hat Mitleid mit ihnen und heilt ihre Kranken. Trotz seiner eigenen Trauer nimmt Jesus die Menschen mit ihren Bedürfnissen wahr und wendet sich ihnen aktiv zu. Und er fordert die Jünger auf, ebenso für das Wohl der Menschen zu sorgen und von dem zu geben, was sie haben.</p><p>Wer kennt eine ähnliche Situation nicht auch? Man will endlich mal für sich sein oder schnell noch etwas in Ruhe erledigen und schon klingelt es. Man wird aufgerufen, etwas zu tun, bezweifelt aber stark den Erfolg der Aktion. Sind wir offen? Sind wir bereit, „einen Aufriss zu machen“, gerade dann, wenn wir meinen, dass es kaum etwas bringt? Geraten wir da ins Jammern und suchen Gründe, warum wir es bleiben lassen sollten, da die vorhandenen Mittel so oder so zu wenig sind?</p><p>Jesus ermutigt uns, mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu handeln. Dabei mitunter auch unkonventionell zu denken und unseren Teil zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Wunder der Brotvermehrung - Überfluss trotz knapper Mittel - beginnt dort, wo Menschen füreinander da sind und sich einsetzen. Jesu Botschaft und seine Liebe geben Orientierung und Halt. So können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und im Vertrauen auf Gottes Beistand die nötigen Schritte tun.</p><p><strong>Autorin: Maria Düchs ist Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Ochsenfurt</strong></p>

]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74197</guid><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 13:20:39 +0200</pubDate><title>Brücken statt Gräben</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/bruecken-statt-graeben/</link><description>Auch wir werden die großen Konflikte dieser Welt nicht an einem Wochenende lösen, so Timo Richter.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Brücken kosten Geld. Gräben entstehen oft von allein. Das gilt in der Landschaft genauso wie zwischen Menschen. Eine Brücke muss geplant, gebaut und gepflegt werden. Ein Graben braucht manchmal nur ein unbedachtes Wort, einen verletzten Stolz oder die Überzeugung, allein im Recht zu sein. Manchmal habe ich den Eindruck, wir leben in einer Zeit, in der Gräben besonders schnell entstehen. Zwischen politischen Überzeugungen, zwischen Generationen, zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensentwürfen. In sozialen Medien genügen manchmal wenige Zeilen, um aus einer anderen Sichtweise einen Angriff zu machen. Aus einem Gespräch wird ein Streit. Aus einer Begegnung wird Abgrenzung. Dabei beginnt das Leben doch meist ganz anders. Jeder Mensch wünscht sich, gesehen zu werden. Gehört zu werden. Ernst genommen zu werden. Wir alle kennen die Sehnsucht nach einem Gegenüber, das nicht sofort bewertet, sondern erst einmal versteht.</p><p>Jesus hat Menschen nicht zuerst nach ihrer Meinung gefragt. Er hat ihnen zugehört. Er hat sich an Tische gesetzt, an denen andre nicht Platz nehmen wollten. Er hat Brücken gebaut - zu den Ausgegrenzten, zu den Zweifelnden, zu denen, die Fehler gemacht hatten und einen neuen Anfang suchten. Er hat nicht gefragt: „Gehörst du zu uns?&quot; Er hat gefragt: „Was brauchst du?&quot; Brücken zu bauen war für Jesus nicht der bequemere Weg. Es war oft der schwierigere. Aber er ging diesen Weg, weil jeder Mensch für ihn wertvoll war.&nbsp;</p><p>Auch wir werden die großen Konflikte dieser Welt nicht an einem Wochenende lösen. Aber wir können entscheiden, wie wir dem Menschen begegnen, der uns gegenübersteht. Ob wir zuerst urteilen oder zuerst zuhören. Ob wir Recht behalten wollen oder Beziehung ermöglichen.&nbsp;</p><p>Eine Brücke entsteht nicht dadurch, dass beide Seiten gleich sind. Sie entsteht, weil jemand den ersten Schritt geht: ein Gespräch zu suchen, das schon lange überfällig ist. Ein versöhnendes Wort zu sprechen. Einen Menschen nicht auf seine Meinung, seine Fehler oder seine Vergangenheit zu reduzieren.&nbsp;</p><p>Denn manchmal beginnt eine große Veränderung nicht mit großen Worten, sondern mit einer kleinen Geste: einem offenen Ohr, einem ehrlichen Interesse oder der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Die Welt braucht Menschen, die Brücken bauen. Denn auf Brücken begegnen sich Menschen.&nbsp;</p><p>Ich wünsche Ihnen ein Wochenende voller guter Begegnungen - und vielleicht den Mut, selbst eine Brücke zu sein.&nbsp;</p><p><strong>Autor: Diakon Timo Richter, Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis, Würzburg</strong></p>

]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-74042</guid><pubDate>Mon, 13 Jul 2026 08:24:02 +0200</pubDate><title>Mehr Gelassenheit</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gelassenheit/</link><description>Schon beim Wetter beginnt das ständige Jammern.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">&quot;Das macht doch nichts&quot;, antwortete mit einem aufmunternden Lächeln der Athosmönch einem Mann, der über seine familiäre Situation klagte. Auch einem anderen, der seine Sorgen mitteilte, antwortete er dasselbe und schließlich auch einem Dritten nach der Schilderung seiner Probleme. Merkwürdig, da kommen Menschen von weit her mit großem Aufwand und noch höheren Erwartungen in die Einsiedelei eines vorbildlichen Mönches, charismatischen Seelsorgers und erfahrenen Beraters und hören dann nur diese scheinbar läppische Antwort: Macht doch nichts, ist alles nicht so schlimm. Nimmt er die Sorgen der Menschen nicht ernst, relativiert er alles, ist er gar ironisch? Oder soll die provokante Gelassenheit dem eigenen Ego schmerzen, das sich für so wichtig hält und präzise Erwartungen oder gar Forderungen wie an ein Orakel hat?</p><p>Nach der ersten Enttäuschung und Skepsis entwickelte sich doch so langsam ein neuer Gedanke. Hat der Mönch aus seiner anderen Perspektive vielleicht sogar recht? Sehen all unsere Probleme und Versuchungen aus der Sicht Gottes möglicherweise ganz anders aus? Werden Situationen oft unnötig dramatisiert, stecken manche Lösungen bereits in den Problemen, sind viele Sorgen etwa unbegründet? Und kommt es nicht vielleicht sogar vor, dass sich jemand für zu wichtig nimmt und sich mit seinen alltäglichen Sorgen aufspielt, um seinen Besuch beim frommen Gottesmann zu rechtfertigen und seine Aufmerksamkeit zu erhalten?</p><p>Ohne etwas kleinreden zu wollen, hilft eine gelassene und nüchterne Sicht, die alltäglichen Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten nicht unnötig aufzubauschen und die Lösung, die oft schon auf der Hand liegt, nicht zu übersehen. Doch meist ist es anders. Schon beim Wetter beginnt das ständige Jammern. Es wird nicht mehr nur prognostiziert und hingenommen, sondern analysiert und gewertet als zu heiß, zu nass, zu trocken, zu windig, zu kalt, zu schwül. Warum kann man es nicht nehmen, wie es ist, da es ohnehin nicht zu ändern ist, in der Gewissheit, dass sich ohnehin alles wieder ändert? Wo Gelassenheit gut täte, macht sich stattdessen ein Pessimismus und ein Jammern breit.</p><p>Leider bleibt es nicht beim bloßen Jammern. Die Unzufriedenheit führt zum Nörgeln und schließlich zum ständigen Maulen und Motzen. Alles und jeder ist schuld, außer der Quengler selbst. Das häusliche Klima wird vergiftet, ein Vorwurf zieht den anderen nach, das Miteinander wird toxisch. Dabei wäre es doch so einfach, ab und zu schlicht zu sagen: &quot;Ach, macht doch nichts&quot;.</p><p><strong>Autor: Erzpriester&nbsp;Martinos Petzolt</strong><br />&nbsp;</p><p class="western"></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-73906</guid><pubDate>Mon, 06 Jul 2026 13:02:20 +0200</pubDate><title>Perfektionismus kann anspornen oder belasten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/perfektionismus-kann-anspornen-oder-belasten/</link><description>Unvollkommenheit gehört zum Menschsein, so Pfr. Jochen Maier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Da ist dieser perfekt gestylte Typ, der auch bei 40 Grad im Schatten kein Schweißtröpfchen auf der Stirn und keine feuchten Stellen unter den Achseln zeigt, oder die Hochzeit, die vom Anfang bis zum Ende perfekt durchgeplant ist und bei der nichts dem Zufall überlassen bleibt. Da ist der Garten, in dem kein Kraut an der falschen Stelle wächst, das von KI erstellte Referat mit der beeindruckenden Präsentation, dem es an nichts fehlt. Alles sehr beeindruckend. Aber geht es Ihnen auch so? Mein Herz erreicht so etwas in der Regel nicht wirklich. Gerade wenn etwas zu perfekt ist, fehlt etwas. Da fehlt die Lebendigkeit, die Spontaneität. Ich glaube, das ist kein Zufall. Unvollkommenheit gehört zum Menschsein, ja zu seiner Geschöpflichkeit und das ist gut so. So hat Gott uns geschaffen. So hat er uns gewollt. Wenn etwas zu perfekt ist, bietet es keine Angriffsfläche und wird gewissermaßen unberührbar, unmenschlich.</p><p>Und was unberührbar ist, das berührt auch nicht. Das ist glatt und seelenlos.</p><p>Auch deshalb ist es wichtig, dass wir uns einander als Menschen zeigen. So wie wir sind, so wie wir vielleicht auch geworden sind. Gerade auch mit unseren Macken, unseren Ecken und Kanten. Und unseren Angriffsflächen. Weil wir so zeigen, wer wir wirklich sind. Und weil es im Leben nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern Mensch zu sein. Berührbar und berührend. Hilfsbedürftig und helfend. Aufeinander angewiesen und so füreinander da.</p><p><strong>Autor: </strong>Pfarrer Jochen Maier, evangl. Pfarrer in Sommerhausen und Eibelstadt</p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-73792</guid><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 11:53:18 +0200</pubDate><title>„Hab Mut, steh auf!“ - Auf den Spuren des hl. Kilian das Leben wagen</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hab-mut-steh-auf-auf-den-spuren-des-hl-kilian-das-leben-wagen/</link><description>Die Kilianioktav erinnert uns auch im Alltag, jenseits von Katholikentagen und Großveranstaltungen, so Stefan Gessner.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">An diesem Sonntag, 05. Juli 2026, wird wie jedes Jahr um 9.30 Uhr eine festliche Prozession von der Würzburger Pfarrkirche St. Burkard über die alte Mainbrücke zum Dom hinüber ziehen. In der Mitte dieser Prozession wird der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan getragen.</p><p>Diesem Festzug schließen sich in der darauf folgenden Woche tausende von Gläubige aus dem Bistum Würzburg und weit darüber hinaus an. Die Türen des Kiliansdoms stehen in dieser Wallfahrtswoche weit offen für die zahlreichen Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Eine Woche lang feiert das Bistum Würzburg den Ursprung der kirchlichen Feierlichkeiten: Das Glaubenszeugnis und das Martyrium des heiligen Kilian, Kolonat und Totnan.</p><p>Während dieser Kilianioktav versammeln sich viele Gläubige, aber auch unterschiedlichste Gruppen und Gruppierungen um den Reliquienschrein der drei Märtyrer, miteinander feiernd und betend. Und so manchen führt der Weg anschließend vielleicht auch auf das Kiliani-Volksfest, dass zwei Wochen lang auf die Talavera einlädt.</p><p>Es ist in diesem Jahr bereits das zweite große Ereignis in der Diözese Würzburg. Erst im Mai hatte der 104. Deutsche Katholikentag mit dem Schriftwort „Hab Mut, steh auf!“ (Mk 10,49) Menschen nach Würzburg eingeladen, den Glauben zu feiern und die Vielfalt kirchlichen Lebens kennen zu lernen.</p><p>„Hab Mut, steh auf!“ - diese Leitwort des Katholikentages und der Diözese Würzburg in diesem Jahr umschreiben treffend und prägnant auch das Wirken der drei Frankenheiligen:</p><p>Sie haben sich in ihrer irischen Heimat von Gott ansprechen lassen, allen Glaubensmut zusammen genommen, sind aufgestanden, um aufzubrechen und den christlichen Glauben nach Franken zu tragen. Trotz des weiten Weges. Trotz aller Mühen. Und trotz der Widerstände und des drohenden Martyriums.</p><p>„Hab Mut, steh auf!“</p><p>Diese Worte gelten auch uns heute. Der zurückliegende 104. Deutsche Katholikentag war ein buntes Fest und hat viele Menschen angesprochen.</p><p>Die Kilianioktav erinnert uns auch im Alltag, jenseits von Katholikentagen und Großveranstaltungen, an diesen Auftrag, mutig aufzustehen, unseren Glauben zu teilen und zu bezeugen.</p><p>Möge dieses Vertrauen und diese Gewissheit uns über die Kilianioktav 2026 hinweg begleiten und immer wieder Mut machen, am Glauben fest zu halten und ihn durch unser Leben zu bezeugen.</p><p><strong>Autor: Domkapitular Stefan Gessner, Dompfarrer, regionaler Priesterreferent und De&shy;kan</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-73433</guid><pubDate>Mon, 22 Jun 2026 14:04:39 +0200</pubDate><title>Nicht ohne Navi</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/nicht-ohne-navi/</link><description>Gott will dein Navi sein, so Dennis Stephan.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde Navis mega praktisch. Ein kleines Gerät, das checkt, wo ich bin. Ich geb ein, wohin es gehen soll, und es sagt mir, wann und wie ich dorthin komme. Manchmal sogar mit verschiedenen Optionen: Lieber Autobahn und dafür ein paar Minuten länger oder über die „Käffer“ und etwas Zeit und Sprit sparen. Mega praktisch, dass man dem Navi einfach folgen kann.</p><p>Schwierig wird’s jedoch, wenn ich gar nicht weiß, wohin ich eigentlich will. Dann kann mir auch das beste Navi nicht helfen. Und manchmal ist es im Leben genau umgekehrt: Ich weiß zwar, wo ich bin und wo ich hin will, habe aber keine Ahnung, wie ich dorthin kommen soll.</p><p>So ging es mir vor ein paar Jahren nach der Gamescom in Köln, der größten Messe für Computer- und Videospiele der Welt. Ich durfte dort ehrenamtlich mitarbeiten und Besuchenden ein Spiel erklären. Im Gegenzug bekam ich Fahrt, Unterkunft und Ticket bezahlt – absolute Win-Win-Situation. Zum ersten Mal bin ich alleine ICE gefahren und habe mit 18 Jahren in einem Hotel eingecheckt. Fühlte sich ziemlich erwachsen an.</p><p>Nach ein paar Tagen war die Messe vorbei, und ich wollte zurück nach Hause. Ich stand am Gleis in Köln/Deutz und wartete. Und wartete. Um mich herum standen hunderte Menschen. Dann endlich eine Durchsage: Streckensperrung zwischen Köln und Frankfurt wegen Personen im Gleis. Alle Verbindungen gestrichen. Die Stimmung am Bahnsteig kippte sofort.</p><p>Vielleicht kennst du diese Situation auch so ähnlich: Du hast ein Ziel, aber keinen Plan, wie du es erreichen kannst. Oder du weißt nicht einmal, wohin es gehen soll.</p><p>Wie gut wäre ein Navi fürs Leben? Die Israeliten hatten beim Auszug damals so etwas: Gott ging am Tag als Wolken- und bei Nacht als Feuersäule vor ihnen her. Heute sieht das oft anders aus. Aber ich glaube, Gott kennt den Weg immer noch. In Psalm 139 heißt es, dass alle unsere Tage in seinem Buch stehen.</p><p>Zurück zum Bahnsteig: Ein bislang unbekannter Mann sprach mich an und zeigte mir im Bahn-Navigator (der Fahrplan-App) eine alternative Verbindung. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg und kamen, auf dem Boden sitzend, schließlich in Frankfurt an. Von dort war der Rest einfach.</p><p>Ich bin überzeugt: In diesem Moment hat Gott mich durch diesen Menschen geführt. Gott will dein Navi sein. Wenn ich den Weg nicht finde, findet er doch immer den Weg zu mir. Und ich muss den Weg nicht kennen, um ihn trotzdem mit ihm gehen zu können. Gott will dein Navi sein.</p><p>An welch unglaubliche Orte er und wohl noch führen wird?</p><p><strong>Autor: Dennis Stephan,&nbsp;</strong><span style="line-height:108%"><font face="Times New Roman, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Diakon in Kirchengemeinde St. Matthäus Höchberg, Diakon für Jugendarbeit in Pfarrei Altertheim, Philippusgemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn und St. Matthäus Höchberg</span></font></span></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-73085</guid><pubDate>Mon, 15 Jun 2026 08:30:44 +0200</pubDate><title>Gibt es noch echte Gespräche?</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/gibt-es-noch-echte-gespraeche/</link><description>Wenn wir uns auf eine echtes Gespräch einlassen, können wir beschenkt werden oder enttäuscht, so Christoph Gewinner. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich wurde in den Medien auf eine Untersuchung hingewiesen, die gezeigt hat, dass eine zunehmende Zahl vor allem junger Menschen bei seelischen Nöten oder bei Einsamkeit Hilfe und „Gespräch“ bei KI generierten Beratungen suchen. Wenig überraschend wurde dabei darauf hingewiesen, dass KI in vielen Fällen, vor allem aber bei Sorgen und Nöten echte Gespräche nicht ersetzen kann. Überraschend ist dabei vielleicht sogar eher, dass so ein Hinweis überhaupt nötig ist. Möglicherweise ein Indiz dafür, dass echte Gespräche überhaupt seltener geworden sind?<br />Wenn wir von „echten“ Gesprächen reden, könnte der Eindruck entstehen, dass es so etwas wie ein Ideal des Gespräches gibt. Literatur und Theorien über Kommunikation verstärken noch diesen Eindruck. Dabei ist aber eine Grundmerkmal eines „echten“ Gespräch, dass sein Verlauf und sein Ergebnis sich eben nicht kalkulieren lässt und sich nicht in Regelhaftem einhegen lässt.</p><p>Was das persönliche Gespräch so bereichernd, spannend, erfüllend und auch tröstlich macht oder machen kann ist, dass jeder Mensch einzigartig ist und wir in jedem anderen Menschen einer ganz neuen Welt begegnen können, neuen Erfahrungen, Sichtweisen und Perspektiven. Jedes echte Gespräch, das in die Tiefe geht, ergänzt uns und macht uns ein Stück weit vollständiger und heiler. Allerdings ist der „Preis“ manchmal zunächst eine Irritation, eine Verunsicherung oder dass bisher gemeintes in Frage gestellt wird.</p><p>Wir leben in einer regulierten Welt, in der alle großen Risiken und Unwägbarkeiten auf eine Weise organisiert sind, dass wir sie möglichst weit von uns fernhalten. Und wir hangeln uns dazu von Ansprüchen zu Ansprüchen. Es ist erstaunlich, worauf wir alles meinen ein Recht zu haben. Das Versprechen von Technik und Wissenschaft, dass sich alles regeln und vorherbestimmen lässt, schwappt durch die KI auch in unsere Welt der Beziehungen.</p><p>Die Begegnung mit anderen Menschen kann uns bereichern und kann uns irritieren. Wenn wir uns auf eine echtes Gespräch einlassen, können wir beschenkt werden oder enttäuscht. Lohnen tut es sich auf jeden Fall!</p><p>Ähnlich ist es übrigens bei der Begegnung und dem Gespräch mit dem ganz Anderen, den wir vielleicht Gott nennen oder Grund des Lebens oder Sinn … Wenn wir uns darauf einlassen, Gott zu begegnen und mit ihm ins Gespräch zu kommen, können wir bereichert werden oder auch irritiert, beschenkt oder auch „ent-täuscht“ …. auf jeden Fall kann das Fragen und Suchen nach dem, was unser Leben trägt und sinnvoll macht, uns keine KI abnehmen.</p><p><strong>Autor: Christoph Gewinner,&nbsp;Leiter der Gefängnisseelsorge im Bistum Würzburg,&nbsp;Gemeindereferent in der PG Würzburg Ost</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-72942</guid><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 10:15:20 +0200</pubDate><title>Aufatmen in unruhigen Zeiten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/aufatmen-in-unruhigen-zeiten/</link><description>Diese sommerlichen Wochen laden dazu ein, uns einen neuen Atem schenken zu lassen, so Pfarrerin Angelika Wagner. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Juni – Zeit der Hitze, langer Abende,&nbsp;unbeschwerter Stunden mit Freunden im Biergarten. Zeit für Feste.&nbsp;Doch nicht allen ist diese Leichtigkeit geschenkt. Unsere Wochen sind auch eine Zeit, die in Prüfungen,&nbsp;Terminen und Aufgaben viel zu schnell verrinnt. In einer Welt,&nbsp;die von einer beunruhigenden Nachricht zur nächsten eilt.&nbsp;In einer Zeit, in der viele Menschen nicht zur Ruhe kommen,&nbsp;sondern atemlos vor dem Feuer des Krieges flüchten.Gerade in solche Unruhe hinein spricht Jesus:„Kommt her zu mir alle,&nbsp;die ihr müde seid und ermattet von übermäßiger Last.&nbsp;Aufatmen sollt ihr und frei sein“.&nbsp;Ich will euch Ruhe verschaffen.Echte Ruhe lässt sich nicht erarbeiten, nicht erwerben.&nbsp;Sie wird uns geschenkt.&nbsp;</p><p>Daran erinnern die sommerlichen Sonntage nach Pfingsten:&nbsp;Der Heilige Geist wirkt mitten in unseren Alltag hinein. Er kommt als Atem Gottes zu uns,&nbsp;überrascht uns wie ein Lächeln.&nbsp;Er stärkt uns als Rückenwind.&nbsp;Er zeigt sich in Feuerzungen der Begeisterung,&nbsp;in einer neuen Hoffnung, die die Angst überwindet.&nbsp;In der Kraft zur Bewegung und&nbsp; egegnung,&nbsp;ohne Furcht vor dem Fremden.&nbsp;Er lehrt uns, verschiedene Sprachen zu sprechen&nbsp;und uns doch zu verstehen.&nbsp;Darum wirkt er entwaffnend.&nbsp;Darum lehrt er uns,&nbsp;mehr auf die Kraft der Worte zu vertrauen als auf Waffen&nbsp;und Schwerter in Pflugscharen zu verwandeln.&nbsp;Der Atem des Heiligen Geistes deckt nicht zu,&nbsp;sondern wirbelt den Staub auf.&nbsp;Er verändert, was festgefahren scheint.</p><p>Das klingt vielleicht nicht nach jener Ruhe, die wir uns vorstellen.&nbsp;Doch Jesus erklärt uns: „Lernt von mir.“&nbsp;„Nehmt mein Joch auf euch. Es ist leicht“.&nbsp;Tragt gemeinsam, was schwer ist.&nbsp;Martin Luther King schreibt:&nbsp;„Jesus bietet uns keine magische Flucht vor den Problemen,&nbsp;sondern eine innere Kraft, um ihnen standzuhalten.&nbsp;Wenn wir zu ihm kommen, finden wir die Ruhe,&nbsp;die unsere Seelen inmitten des Chaos brauchen.“</p><p>Diese sommerlichen Wochen laden dazu ein,&nbsp;uns einen neuen Atem schenken zu lassen.&nbsp;Vielleicht drückt Paul Gerhardt dies am schönsten aus&nbsp;in seinem Lied, das er mitten im 30jährigen Krieg schrieb:&nbsp;„Geh aus, mein Herz, und suche&nbsp; Freud‘&nbsp;in dieser schönen Sommerzeit“.&nbsp;Es ist eine Hoffnung, ein Glaube, der uns Ruhe verheißt,&nbsp;uns, den Müden und Ermatteten, denen, die nicht mehr weiterwissen:&nbsp;Erquickung, Stärkung - und eine Chance für den Frieden.</p><p><strong>Autorin: Pfarrerin Angelika Wagner</strong></p>

]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-72825</guid><pubDate>Mon, 01 Jun 2026 08:50:03 +0200</pubDate><title>Warum Umweltschutz tatsächlich etwas bringt</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/warum-umweltschutz-tatsaechlich-etwas-bringt/</link><description>Als Christ ist mir die Verantwortung für unsere Schöpfung ein Herzensanliegen und der Gedanke, dass sich Menschen auf der ganzen Welt geschwisterlich verbinden, um Probleme zu lösen, so Florian Meier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. Juni ist alljährlich, und damit auch heute, der Weltumwelttag, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Zu meiner Überraschung habe ich bei der Recherche festgestellt, dass dieser Aktionstag kein neues Phänomen ist, auch wenn ich ihn bisher nicht wirklich wahrgenommen habe. Tatsächlich ist er fast zehn Jahre älter als ich, denn bereits seit 1972 begeht die Staatengemeinschaft diesen Tag. Mittlerweile finden in rund 150 Ländern Veranstaltungen dazu statt.</p><p>Als Christ ist mir die Verantwortung für unsere Schöpfung ein Herzensanliegen und der Gedanke, dass sich Menschen auf der ganzen Welt geschwisterlich verbinden, um Probleme zu lösen, die wirklich alle betreffen, fasziniert mich. Dennoch frage ich mich, warum ich diesen „Tag der Umwelt“ bis heute nicht bewusst wahrgenommen habe. Ist Umweltschutz nichts Besonderes mehr? Oder ist das Thema einfach gerade nicht mehr in Mode? Doch es wäre fatal, wenn das so wäre.</p><p>Das diesjährige Motto des Bundesumweltministeriums hierfür zeigt nämlich: „Umweltschutz bringt was. Zusammen.“</p><p>Den Beweis dafür, dass Umweltschutz tatsächlich etwas bringt, wenn alle zusammen helfen, hat die Klimaforschung erst Anfang April wieder neu erbracht. Sie veröffentlicht regelmäßig verschiedene Szenarien, wie sich unser Planet entwickeln könnte. Dabei wird auch immer von einem bestmöglichen („best-case“) und einem schlimmsten Fall („worst-case“) ausgegangen. Das bisherige worst-case Modell, nach dem sich die Erde um 5 Grad erwärmen könnte und damit ein Großteil der Erde unbewohnbar würde, wurde gestrichen. So schlimm wird es nicht kommen, da nun bereits seit vielen Jahren immer mehr Länder in erneuerbare Energien investieren, auch und vor allem China. Umweltschutz bringt also etwas, aber was wir tun, reicht leider bei Weitem noch nicht. Im Moment gilt eine Erwärmung zwischen 2,5 und 3 Grad als wahrscheinlich. Sollte es also so kommen und auch das 2-Grad-Ziel verfehlt werden, sind durch immer mehr Überschwemmungen und Dürren verheerende Folgen zu befürchten.<br />Es ist doch gut zu wissen, dass wir in den vergangenen Jahren als gesamte Menschheit zumindest schonmal in die richtige Richtung marschiert sind. Leider haben manche gebremst und ausgerechnet jetzt, da erste Erfolge sichtbar werden, wollen einige sogar vom gemeinsamen Kurs abkommen. Die Richtung stimmt. Wir müssen nur noch etwas schneller werden. Und es wird auch weiterhin Weltumwelttage brauchen, die uns das immer wieder neu ins Gedächtnis rufen.</p><p><strong>Florian Meier, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Bergtheim-Fährbrück</strong></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72713</guid><pubDate>Tue, 26 May 2026 10:24:30 +0200</pubDate><title>Von Helden und Fehlern</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/von-helden-und-fehlern/</link><description>Gott arbeitet mit dem, was ich mitbringe, so Johannes Bindner. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag die Bibel sehr gern. Ja, es gibt einiges, was man an ihr schlecht finden kann, was Fragezeichen hinterlässt oder aus gegenwärtiger Perspektive schon ziemlich problematisch klingt.</p><p>Was die Bibel aber auf jeden Fall zu bieten hat, sind mitreißende Geschichten.</p><p>Etwa von Jakob: Das ist einer, der seine Familie hintergeht und deshalb vor ihr fliehen muss. Auf seiner einsamen Wanderschaft hat er eine Gottesbegegnung, setzt sich mit seinen Fehlern auseinander und versöhnt sich mit zitternden Knien wieder mit seinen Verwandten.</p><p>Da gibt es Mose, der sein Volk aus einer menschenunwürdigen Knechtschaft in die Freiheit führen soll.</p><p>Oder den Hirtenjungen David: Er wird zum Protagonisten einer epischen Geschichte von jähzornigen Machthabern, tiefer Freundschaft, grölenden Riesen und beruhigender Musiktherapie.</p><p>Es gibt die Geschichte von Esther, die – gegen das intrigante Hofgebaren und ihre eigenen Ängste – einen Pogrom am jüdischen Volk verhindern kann.</p><p>Es wird erzählt von Maria, die eine Schwangerschaft allen erklären muss, kurz vor der Geburt zur Reise in ein entferntes Provinznest gezwungen wird und ihr Kind schließlich in einem Stall zur Welt bringt.</p><p>Oder Simon Petrus – dem ersten, der sich nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus traut, dessen Botschaft zu verbreiten.</p><p>Dies ist nur eine kleine Auswahl, aber was fast alle von diesen durchaus beeindruckenden Figuren gemeinsam haben ist: Sie werden sehr menschlich geschildert, und bis auf ganz wenige Ausnahmen sind sie alles andere als fehlerfreie Helden: Josef wird den Lesenden zunächst als eingebildeter Paradiesvogel vorgestellt. Mose begeht einen Mord. David treibt ein Paar auseinander und sorgt dafür, dass der durch ihn betrogene Ehemann im Krieg umkommt. Simon Petrus kann, als es hart auf hart kommt, nicht dazu stehen, wie viel die Freundschaft mit Jesus ihm bedeutet.</p><p>Die Charaktere der biblischen Geschichten sind so unsicher, zweifelnd und unperfekt wie das wahre Leben, und doch sind sie es, mit denen Gott zusammenarbeitet und Großes bewirkt. Das finde ich am schönsten daran: Gott braucht keine perfekten Heldinnen und Helden. Er scheint mit dem arbeiten zu können, wie Menschen wirklich sind, was sie eben mitbringen.</p><p>Ich ziehe daraus die Zuversicht: Gott arbeitet mit dem, was ich mitbringe – sogar mit dem Fehlerhaften und Unperfekten – und macht damit und daraus Gutes.</p><p><strong>Johannes Bindner ist evangelischer Gemeindereferent in Veitshöchheim und im Raum Würzburg-Nordost.</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72601</guid><pubDate>Tue, 19 May 2026 15:17:31 +0200</pubDate><title>Over and out</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/over-and-out/</link><description>Im christlichen Glauben halten wir daran fest, dass wir gerade in Entscheidungsphasen von Gott positiv bestärkt werden, so Weihbischof Paul Reder.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Drei Worte, die im Funkverkehr ständig vorkommen (auf Deutsch: „Ende und aus.“). Die Worte&nbsp;zeigen an, dass die Kommunikation mit der beteiligten Stelle beendet wird. Kurz gesagt: Das war's&nbsp;dann.</p><p>Das könnte auch für den Katholikentag gelten: Aus und vorbei – das war's dann. Das Großereignis&nbsp;beendet, die Gäste verabschiedet, alles zurückgebaut, Normalität hat uns wieder. Da verwundert&nbsp;der Blick auf die Domtürme. Hat jemand vergessen, die Großbanner abzuhängen? Nein. Das&nbsp;Bistum Würzburg geht mit dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ durch das ganze Jahr. Darum bleiben&nbsp;die Banner auch noch einige Monate hängen.</p><p>Die Domtürme zeigen: Es gibt Worte, die sind nicht einfach „aus und vorbei“, weil sie&nbsp;zukunftsweisend sind. Zukunft ist eine Daueraufgabe.</p><p>Diese Erfahrung machen momentan auch Schülerinnen und Schüler, die gerade ihre schriftlichen&nbsp;Abiturprüfungen hinter sich gebracht haben, mündlich steht noch aus. Gerade nach solchen Intensivzeiten ist die Luft mitunter erstmal raus: „aus&nbsp; und vorbei“, Abi bestanden, das Kapitel&nbsp;Schulzeit beendet. Was kommt jetzt, wenn sich die jahrelange Lebens- und Lerngemeinschaft&nbsp;auflöst? Gerade in solchen Zwischen- und Orientierungsphasen ist ein „Blick zurück, nach vorn“&nbsp;<br />sinnvoll. Dabei können die Fragen helfen: Was hat mich bisher motiviert, meine Ziele zu&nbsp;erreichen? Welche Stärken konnte ich entwickeln, die mich weitergebracht haben? Welche&nbsp;Schlüsse ziehe ich aus Fehlentwicklungen? Was ist mir wirklich wichtig? Welchen kleinen, ersten&nbsp;Schritt braucht es als Nächstes? Wer kann mich dabei unterstützen?</p><p>Wer Ausschau hält, wie er sich weiter qualifizieren kann, der hat so viele Optionen wie noch keine&nbsp;Generation zuvor. Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler, die sich auf die&nbsp;Abschlussprüfungen an den Real- und Mittel- oder&nbsp; Förderschulen in wenigen Wochen vorbereiten.&nbsp;Die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung sind enorm. Zukunftsweisende Entscheidungen&nbsp;stehen an.</p><p>Im christlichen Glauben halten wir daran fest, dass wir gerade in Entscheidungsphasen von Gott&nbsp;positiv bestärkt werden. Darum feiern wir an Pfingsten den Heiligen Geist als göttliche Kraft. Sie&nbsp;hilft uns, darauf zu vertrauen, dass Gott uns Perspektiven eröffnet und uns motiviert, mit unseren&nbsp;Fähigkeiten und Talenten gemeinsam daran zu bauen. Nichts anderes hat die erste Generation der&nbsp;christlichen Gemeinde am Pfingstfest erfahren. Die biblischen Berichte sind eindeutig. Nicht „over&nbsp;and out – aus und vorbei“ führt in gute Zukunft, sondern: „Empfangt den Heiligen Geist!“</p><p>Autor: Weihbischof Paul Reder</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72397</guid><pubDate>Mon, 11 May 2026 11:34:30 +0200</pubDate><title>Die Kraft zu bleiben</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/die-kraft-zu-bleiben/</link><description>Für die Bekämpfung des Antisemitismus kommt es auf die bewusste Entscheidung und den Mut vieler Einzelner an, so Dr. Josef Schuster. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Dass es nach der Schoa jüdisches Leben in Deutschland gibt, wird von einigen Politikerinnen und Politikern immer wieder als „Wunder“ bezeichnet. Und tatsächlich: Dass die Grundsteine für eine jüdische Zukunft in Deutschland gelegt wurden, auf die wir heute noch bauen, war nicht selbstverständlich. Es war jedoch kein Wunder, sondern eine ganz bewusste Entscheidung, ein Akt des Mutes – und des Glaubens.</p><p>Der große Religionsphilosoph Maimonides lehrte: „Ein Mensch soll nicht furchtsam oder mutlos sein, sondern ein tapferes Herz haben.“ In diesem Sinne sind wir jenen zu Dank verpflichtet, die – trotz innerer Zerrissenheit – den Mut fanden, zu bleiben oder zurückzukommen.</p><p>Das jüdische Leben heute ist vielfältig und lebendig. Bei dem großen Musikwettbewerb Jewrovision etwa treten junge Jüdinnen und Juden heute, am Freitag, in Stuttgart vor 1.200 Zuschauern unter dem Motto „Voices of Hope“ auf. Hier wird spürbar, wie sehr Gemeinschaft trägt, wie groß die Sehnsucht nach Leichtigkeit ist. Das Motto der Jewrovision bringt zum Ausdruck, was uns Juden im Innersten bewegt: Wir geben die Hoffnung auf ein lautes, stolzes jüdisches Leben in der Mitte der Gesellschaft nicht auf, die junge Generation von Jüdinnen und Juden sind unsere „Voices of Hope“.</p><p>In einem selbst geschriebenen Song stellten die Teilnehmer sich die Frage: „Bleiben oder gehen?“ Denn zunehmend versucht der wachsende Antisemitismus, jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Er hat es zurück in die Mitte der Gesellschaft geschafft.</p><p>Genau wie nach der Schoa können wir auch heute nicht auf ein Wunder bauen. Für die Bekämpfung des Antisemitismus kommt es auf die bewusste Entscheidung und den Mut vieler Einzelner an. So wie es das Motto des Katholikentages dieses Wochenende in Würzburg ist: „Hab Mut, steh‘ auf.“ Seien Sie also mutig, stehen Sie auf und bleiben Sie standhaft!</p><p>Wir sind als gesamte Gesellschaft gefragt, für die Werte einzustehen, die uns in unserem Glauben über Konfessionen hinweg verbinden, für ein Deutschland, wie wir es wollen.</p><p>Bleiben oder Gehen? In Gedenken an diejenigen, die jüdisches Leben hier vor über 75 Jahren etabliert haben sowie in Gedanken an Maimonides gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Lassen Sie uns die Mutigen und die Furchtlosen sein. Lassen sie uns den Glauben daran nicht verlieren, dass jüdisches Leben in Deutschland eine Zukunft hat. Und lassen Sie uns diese Worte mit Taten füllen.</p><p><span style="line-height:108%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><b>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland</b></span></font></span></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72182</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 13:08:08 +0200</pubDate><title>Sich regen und bewegen bringt Segen!</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/sich-regen-und-bewegen-bringt-segen/</link><description>Äußere Bewegung bringt in Schwung – oft einher geht sie mit innerer Bewegung, so Sabine Mehling-Sitter. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Sicherlich kennen Sie auch diesen etwas abgewandelten Spruch!? Meine Mutter zitierte den Satz immer, wenn sie ihren täglichen Spaziergang machte.</p><p>Und ich merke, dass sich mein Körper nach einem langen Arbeitstag am Schreibtisch förmlich nach guttuender Bewegung sehnt. Nicht nur die, die akribisch auf ihre Gesundheit achten, kennen das wohltuende Gefühl guter Bewegung. Und die Mitmenschen, die nach einer OP wieder ganz langsam Bewegungen einüben müssen, können ein Lied von den sich auftuenden Mühen aber auch Erfolgserlebnissen singen.&nbsp;Kein Wunder, dass der Andrang in die Fitnessstudios nach wie vor anhält.</p><p>Dass Bewegung segensreich sein kann, sehen wir auch an den Windrädern, die mittlerweile auf vielen freien Flächen in unserer Gegend stehen. Egal wie man zur Windenergie steht – ein sich drehendes Windrad bedeutet Energie, in Strom umgewandelte Kraft, ist ein Zeichen des Fort-Schritts und der Zukunft. Denn ohne Strom geht bekannterweise (fast) gar nichts mehr.</p><p>Äußere Bewegung bringt in Schwung – oft einher geht sie mit innerer Bewegung. Das eine hängt meist mit dem anderen zusammen.&nbsp;Wann haben wir uns das letzte Mal innerlich bewegen lassen?&nbsp;Die Kirche hat da einiges zu bieten, nämlich viele Feste und Anlässe zur äußeren und inneren Bewegung:&nbsp;Die Bitttage, Wallfahrten und Prozessionen durch Feld und Flur im Mai zu besonders segensreichen Orten.&nbsp;</p><p>Der Katholikentag vom 13.-17.5. in Würzburg: Da werden viele Menschen in Bewegung kommen und so das eine oder andere bewegt werden!&nbsp;</p><p>Christi Himmelfahrt als klassisches Bewegungsfest: Da verbinden sich Himmel und Erde!</p><p>Und nicht zu vergessen das Pfingstfest, das die träge und verunsicherte Jüngerschaft von drinnen nach draußen drängt und so einiges durch Sturm und Brausen in Bewegung bringt.</p><p>Lassen wir uns bewegen - dann werden wir zum Segen!</p><p><strong>Sabine Mehling-Sitter, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Ochsenfurt, in der Frauenseelsorge des Bistums Würzburg</strong></p>

]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72166</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 08:15:04 +0200</pubDate><title>Mehr als das, was wir leisten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/mehr-als-das-was-wir-leisten/</link><description>Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich, so Yvonne Meier.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wir gehen auf ein verlängertes Wochenende zu. Der morgige 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist für viele ein besonderer Tag. Ein freier Tag, vielleicht verbunden mit einem Ausflug, mit Zeit im Grünen, mit Maifesten und Geselligkeit – oder einfach mit einem Moment zum Durchatmen. Gleichzeitig erinnert er an etwas Grundlegendes: an die Würde der Arbeit und an die Rechte der Menschen, die sie Tag für Tag tun.</p><p>Arbeit gehört zu unserem Leben. Sie gibt Struktur, sichert den Alltag, kann erfüllen – und manchmal auch belasten. Viele kennen beides: die Zufriedenheit, etwas geschafft zu haben, und die Müdigkeit, wenn es zu viel wird und über den Kopf wächst. Gerade deshalb ist dieser Tag mehr als nur ein freier Eintrag im Kalender. Er stellt eine leise, aber wichtige Frage: Was trägt und erfüllt mich – jenseits von Leistung und Aufgaben?</p><p>Die Bibel erzählt von einem Gott, der selbst ruht. Nach allem Schaffen hält er inne und segnet den Ruhetag. Nicht nur als kurzer Feierabend, sondern als eigener, ganzer Tag hat die Ruhe ihren festen Platz in der Schöpfungsgeschichte. Das ist ein starkes Zeichen: Nicht nur die Arbeit ist wichtig, sondern auch die Pause. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, immer weiter zu funktionieren, er muss sich erholen, regenerieren, reflektieren.</p><p>Vielleicht liegt genau darin eine Einladung für diese Tage: sich bewusst Zeit zu nehmen. Zu spüren, was guttut. Sich daran zu erinnern, dass wir mehr sind als das, was wir leisten. Jeder Mensch trägt seine eigene Würde in sich – mit allem, was ihn ausmacht: mit Stärken und Grenzen, mit Erfolgen und unerledigten Dingen.</p><p>Der 1. Mai kann so – neben aller Geselligkeit – zu einem Moment des Innehaltens werden. Ein kurzer Augenblick, um aufzuschauen, durchzuatmen und wahrzunehmen: Das Leben ist mehr als die nächste Aufgabe.</p><p>Ob Sie am Freitag einen Radelausflug machen, zu einem Maifest gehen, mit Bollerwagen und Getränken losziehen, die nahegelegene Eisdiele besuchen oder andere Formen der Entspannung und Belohnung finden: Wir alle haben es uns verdient. Machen wir uns das bewusst.</p><p><strong>Einen gesegneten Feiertag!</strong></p><p><strong>Autorin: Yvonne Meier, Diakonin und Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin im Schröderhaus, Öffentlichkeitsarbeit des Dekanates</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71898</guid><pubDate>Thu, 16 Apr 2026 08:22:08 +0200</pubDate><title>Auf dem Weg zu neuer Hoffnung</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/auf-dem-weg/</link><description>Aber wenn der Weg das Ziel ist, dann lohnt es sich, den Blick zu heben, so Susanne Händel. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%"><em><strong>„Der Weg ist das Ziel“</strong></em> - Dieser Satz wirkt ausgeleiert, so oft steht er auf Kalendern oder Spruchkarten. Dennoch steckt für mich eine wichtige Erkenntnis drin, wenn man ihn auf den eigenen Lebensweg bezieht.</span></p><p><span style="line-height:100%">Jeder Mensch hat seinen oder ihren persönlichen Lebensweg, trifft Entscheidungen und schlägt dadurch eine bestimmte Richtung ein. Manchmal ist der Weg leicht und man wünscht sich, es würde immer so schön sein, manchmal ist er schwer und man möchte am liebsten wieder umkehren.</span></p><p><span style="line-height:100%">Auf dem Weg gibt es immer wieder kleine und große Abschnitte: Schulabschluss, heiraten, eine Krankheit durchstehen, eine neue Stelle antreten und noch Vieles mehr. Es sind zahlreiche Wegpunkte oder Ziele, aus denen sich unser Leben zusammensetzt und diese machen den Lebensweg aus, sie markieren einzelne Etappen.</span></p><p><span style="line-height:100%">Jahr für Jahr wird am Ostermontag im Gottesdienst die Emmausgeschichte gelesen: Zwei Jünger, die traurig über Jesu Tod sind, kehren in ihren Heimatort zurück. Sie glauben nicht an die Botschaft der Frauen, dass Jesus lebt. Mutlos und enttäuscht gehen sie den Weg nachhause. Da kommt Jesus hinzu und begleitet sie, aber sie erkennen ihn nicht - so eingenommen sind sie von ihrer Trauer. Erst als Jesus mit ihnen das Brot bricht, wie sie es bereits bei ihm erlebt haben, erkennen sie ihn. Plötzlich ist er verschwunden, aber sie sind erfüllt von neuer Hoffnung und neuem Glauben. Mit neuer Kraft laufen sie sofort den ganzen Weg wieder zurück nach Jerusalem, um es allen zu erzählen. (Lk 24, 13-35)</span></p><p><span style="line-height:100%">Oft schauen auch wir nur auf den Boden, sehen nur das Schlechte: den steinigen, dreckigen Weg. Wir merken gar nicht, was es um uns herum noch gibt. Aber wenn der Weg das Ziel ist, dann lohnt es sich, den Blick zu heben - besonders auf unserem Lebensweg.</span></p><p><span style="line-height:100%">So Vieles gibt es am Wegesrand zu entdecken! Auch die Strecke, die schon geschafft ist, und die Ziele, die bereits erreicht sind, können uns Kraft für steinige Wegstrecken schenken. Außerdem sind wir nicht allein unterwegs: Freunde, Verwandte, Partner oder Partnerin und andere Menschen begleiten uns. Und dann ist da noch Jesus, der uns damals wie heute durch die Emmausgeschichte sagen will: „Ich bin doch auch da!“</span></p><p><span style="line-height:100%">Wir sehen ihn wahrscheinlich nicht immer, vielleicht fällt es uns auch oft schwer, ihn zu spüren. Aber er hat uns die Zusage gegeben, dass er dennoch immer da ist. Allerdings finden wir ihn nicht auf dem Boden.</span></p><p><span style="line-height:100%">Heben wir also unseren Blick, es gibt doch so viel zu entdecken! Was sehen Sie?</span></p><p><strong><span style="line-height:100%">Autorin: Susanne Händel, Pastoralassistentin, Pastoraler Raum Bergtheim-Fährbrück</span></strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71822</guid><pubDate>Mon, 13 Apr 2026 09:35:59 +0200</pubDate><title>Wenn das Ich leiser wird</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/wenn-das-ich-leiser-wird/</link><description>Die Erzählungen rund um Ostern berichten davon, dass Veränderung Zeit braucht, so Angelika Wagner. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Buckelwal vor der deutschen Küste bewegt ein ganzes Land. Menschen bangen, Medien berichten. Ein Minister spricht von einem „schlimmsten Ostergeschehen“. Für einen Moment lenkte das Schicksal des Wals unsere Aufmerksamkeit auf die Bedrohung unserer Meere.</p><p>Zur gleichen Zeit ertrinken Menschen im Mittelmeer. Im Libanon sterben Hunderte im Bombenhagel – ebenso im Iran, in der Ukraine, im Sudan.</p><p>Wir wissen das.&nbsp;Und doch erreicht es uns nicht in gleicher Weise.</p><p>Dem Wal hat man einen Namen gegeben: Timmy. Menschen bleiben für uns oft namenlos. Eine Zahl.</p><p>Ostern liegt drei Wochen zurück. Für viele ist es einfach ein langes Wochenende gewesen. Für andere steht es für die Hoffnung und den Glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.</p><p>Die Erzählungen rund um Ostern berichten davon, dass Veränderung Zeit braucht. Dass Menschen nicht sofort verstehen, was geschehen ist. Der auferstandene Jesus lässt ihnen Zeit. Vierzig Tage lang begegnet er ihnen immer wieder – er spricht, isst und schweigt mit ihnen. Vertrauen wächst langsam – gegen Angst und Zweifel.</p><p>Ein Detail aus der Passionsgeschichte macht das greifbar: Simon von Zyrene. Ein Mann, der vom Feld kommt, gezwungen, das Kreuz des verurteilten Jesus zu tragen. Kein Held. Und doch bleibt sein Name. Vielleicht, weil er für einen Moment nicht ausweicht.</p><p>„Rette dich selbst“, rufen sie Jesus zu. Doch er tut es nicht. Er bleibt – bei den Menschen und ihrem Leid. Auch Simon von Zyrene entzieht sich nicht. Er trägt für einen Moment mit.</p><p>Darin liegt die Zumutung von Ostern – über religiöse Grenzen hinaus:<br />Dass Rettung nicht darin besteht, sich selbst zu behaupten.<br />Dass Gewalt nicht einfach durch Gegengewalt verschwindet.<br />Und dass Menschlichkeit dort beginnt, wo wir uns nicht entziehen.</p><p>In einer Zeit, in der wir uns an Zahlen gewöhnt haben, kommt es auf etwas anderes an: Namen. Nähe. Verantwortung.</p><p>Die Mystikerin Hadewijch schrieb: „In meinem Dunkel soll es eine Wende geben.“</p><p>Vielleicht beginnt sie dort, wo das Ich leiser wird. Der Philosoph Jonathan Sacks beschreibt das Gebet als einen Moment, in dem das Ich nicht mehr im Mittelpunkt steht.</p><p>Ostern sagt: Der Tod hat nicht das letzte Wort.&nbsp;Aber das Leben setzt sich nicht von selbst durch.</p><p>Die Frage bleibt, wie wir leben wollen.&nbsp;Es braucht Menschen, die dem Leben Raum geben.</p><p>Vielleicht beginnt heute ein neues Leben.<br />Mit einem Menschen.<br />Vielleicht mit uns –<br />wo das Ich leiser wird.<br />Im Vertrauen darauf, dass Gott den ersten Schritt längst getan hat.,,</p><p><strong>Autor: Pfarrerin Angelika Wagner</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71713</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 12:06:03 +0200</pubDate><title>Ostern – Ein Zeichen der Hoffnung</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ostern-ein-zeichen-der-hoffnung/</link><description>Das Leben geht weiter, das Licht kommt zurück, so Annemarie Göbel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vermutlich habe ich Ostern noch nie so intensiv erlebt wie in der vergangenen Woche. Etwas ist passiert, das mich nachdenklich stimmt. Die Woche vor Ostern war von kaltem, nassgrauem Wetter geprägt. Am Montag der Karwoche stand ich, mit vom Wind zerzausten Haaren, zusammen mit meinem ehemaligen Chef am Dom. Wir warteten auf einen Freund, der sich verspätete. Um uns herum war alles grau, die Sonne zeigte sich nicht einmal und ich habe unglaublich gefroren. Doch genau eine Woche später, am Ostermontag, strahlte der Frühling mit aller Macht. Die Blüten an den Bäumen erblühten in den lebendigsten Farben. Vielleicht konnten Sie das in diesem Jahr auch so intensiv erleben.</p><p>Mir wird immer bewusster: Wir bleiben nicht im Karfreitag. Auch wenn wir die Dunkelheit, diese Spannung aushalten müssen, zeigt uns Ostern, dass es weitergeht. Das Leben geht weiter, das Licht kommt zurück. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Hoffnung niemals ganz verloren ist – auch wenn es in den dunklen Zeiten schwer fällt, an sie zu glauben.</p><p>Im Evangelium des kommenden Sonntags begegnen wir Thomas, einem der Jünger Jesu. Er wird als skeptisch beschrieben. Thomas verpasste einen entscheidenden Moment: Während die anderen Jünger in einem Raum mit verschlossenen Türen zusammen waren und der auferstandene Jesus sich ihnen zeigte, war er nicht dabei. Den Erzählungen seiner Freunde konnte er nicht glauben. Er wollte Beweise – seine eigenen Augen, seine eigenen Hände benutzen, um das Geschehen zu begreifen. Und er hatte Glück. Jesus kam noch einmal und bot Thomas die Gelegenheit zu einer ganz persönlichen Begegnung mit dem Auferstandenen.</p><p>Wie oft wünsche ich mir, dass es in meinem eigenen Leben auch so einfach wäre. Ein Blick in die Zukunft, ein Moment des Glücks, der noch vor mir liegt, würde so manches dunkle Loch erträglicher machen und meine Hoffnung stärken. Doch vielleicht kann ich mir in diesem Jahr das Gefühl von Ostern bewahren. Die Erkenntnis, dass das Leben wirklich weitergeht, trägt mich durch den Frühling und darüber hinaus.</p><p><strong>Gemeindereferentin, Annemarie Göbel,&nbsp;Ehe- und Familienseelsorgerin im Dekanat Würzburg</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71505</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 10:01:32 +0200</pubDate><title>Liebe leidet</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/liebe-leidet/</link><description>Sie triumphiert nicht erst an Ostern, sondern schon drei Tage vorher am Kreuz auf Golgatha, so Dr. Wenrich Slenczka.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!“ Mit diesen Worten beginnt die Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Sie fängt mit einem Triumphlied an ähnlich wie der 8. Psalm. Im Psalm rühmt alle Kreatur den Schöpfer der Welt: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“ Wenn im Frühling die Natur wieder erwacht, die Bäume grün und die Blumen bunt werden – dann wird auch das Herz weit und rühmt den Schöpfer über seiner Schöpfung. Was im Herbst verdorrt und im Winter wie tot war, lebt wieder auf. Das klingt österlich. Aber wir hören noch die Johannespassion, kein Osteroratorium. Wir hören Musik für den Karfreitag, nicht für das Fest der Auferstehung.</p><p>Der Eingangschor bei Bach geht weiter: „Zeig uns durch deine Passion, dass du, der wahre Gottessohn, zu aller Zeit, auch in der größten Niedrigkeit, verherrlicht worden bist!“ Es geht weiter um Herrlichkeit, um den Triumph des Gottessohns. Aber dieser Triumph wird nicht im Erwachen der Schöpfung gesehen, sondern in seiner Passion, d.h. in seinem Leiden. Verherrlicht wird Jesus nicht erst an Ostern, sondern bereits an Karfreitag. Das ist die Botschaft der Johannespassion und des ganzen Johannesevangeliums.</p><p>Karfreitag und Triumph scheinen einander zu widersprechen, weil an diesem Tag Jesus am Kreuz stirbt. Trotzdem wurden wunderschöne Oratorien für diesen Tag komponiert. Wir feiern den Karfreitag in Gottesdiensten. Es ist ein Festtag, auch wenn das widersprüchlich erscheint. Das Kreuz ist zum bekanntesten Zeichen der Kirche geworden – nicht ein leeres Grab oder ein auferstandener Christus. Denn am Kreuz zeigt sich die Liebe Gottes zu den Menschen. Gott zeigt, was wir ihm wert sind. Er leidet für uns und stirbt für uns. Mit seinem eigenen Leben setzt er sich für uns Menschen ein. Größer kann die Liebe nicht sein.</p><p>Aber – natürlich kommt der Einwand: Für mich soll niemand sein Leben geben! Doch nicht für mich! Das sagen manche Menschen, weil sie anderen nicht zur Last fallen wollen. Umso mehr zeigt sich Gottes Liebe. Denn wir haben ihn doch gar nicht darum gebeten, das Christus für uns am Kreuz sterben sollte. Wir wären gar nicht auf die Idee gekommen. Wir würden uns auch kein Recht darauf anmaßen. Wer sollte dem Schöpfer der Welt irgendeinen Rat oder gar Befehl geben?</p><p>Gott selbst hatte die Idee, weil die Menschen ihm zur Last gefallen sind. So wie wir leben, entsprechen wir nicht der Liebe Gottes. Deshalb kommt er mit seiner unendlichen Liebe uns in die Quere. Wir können ihm nicht sagen: Doch nicht für mich! Dazu ist es zu spät. Er hat es bereits getan. Deshalb nehmen wir es an und freuen uns über Gottes Liebe. Sie triumphiert nicht erst an Ostern, sondern schon drei Tage vorher am Kreuz auf Golgatha.</p><p><strong>Dr. Wenrich Slenczka, Dekan Evang.-Luth. Dekanat Würzburg</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71327</guid><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 10:44:41 +0100</pubDate><title>„Hab Mut, steh auf!“ – auch an den Kartagen des Lebens</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hab-mut-steh-auf-auch-an-den-kartagen-des-lebens/</link><description>Und dennoch dürfen wir als Christen darauf vertrauen, dass es nicht das Ende ist, so Stefan Gessner.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">In sehr vielen Gemeinden und Gottesdiensten erinnern sich die Menschen an diesem Palmsonntag an den Einzug Jesu in Jerusalem. Grüne Zweige werden zu Beginn der Feiern gesegnet und bei den anschließenden Palmprozessionen mit in die Kirchen getragen. Diese liturgische Feier lässt etwas von dem Jubel und der Begeisterung der Menschen in Jerusalem vor 2000 Jahren erahnen: „Hosanna dem Sohne Davids!“ (Mt 21, 9).</p><p>Doch diese Stimmung zu Beginn der gottesdienstlichen Feiern schlägt am Palmsonntag sehr schnell um. Beim Verlesen der Leidensgeschichte Jesu wandelt sich der Freudenruf „Hossana dem Sohne Davids!“ (Mt 21, 9) sehr schnell und radikal in ein „Kreuzige ihn!“ (Lk 23, 21)</p><p>Die Jubelrufe kehren sich um. Keine Begeisterung mehr. Kein Vertrauen in den Herrn. Kein Vertrauen mehr in den, der vorher noch die Frohe Botschaft verkündet hat. Jeglicher Glaubensmut und alle Glaubensfreude scheint verloren gegangen zu sein.</p><p>Vom „Hosanna“ zum „Kreuzige ihn“. Von Jubelstimmung hin zu Resignation und Mutlosigkeit.</p><p>Wir feiern den Palmsonntag vor dem Hintergrund der Erfahrungen und Veränderungen in unserer Kirche in den vergangenen Jahren. Zugleich bricht aber immer wieder auch Neues auf und schenkt Hoffnung und Zuversicht im Glauben.</p><p>Können wir am Beginn der kommenden Karwoche mit einem kräftigen „Hosanna“ einstimmen - trotz allem, was uns vielleicht auch zu schaffen macht, beschäftigt oder auch verunsichert?</p><p>In wenigen Wochen, vom 13. bis 17. Mai 2026, treffen sich Tausende von Gläubigen und Interessierten in Würzburg zum 104. Deutschen Katholikentag. Er ist überschrieben mit dem Zuruf an den blinden Bartimäus: „Hab Mut, steh auf!“ (Mk 10, 49)</p><p>Dieses Leitwort des Katholikentages und auch der Diözese Würzburg für das Jahr 2026, dieser Aufruf gilt auch zu Beginn dieser Karwoche - und zwar für uns ganz persönlich: „Hab Mut, steh auf!“</p><p>„Lass Dich nicht unterkriegen von schwierigen oder negativen Erfahrungen! Lass Dich nicht entmutigen! Habe Mut, auf Gott zu vertrauen! Schöpfe dadurch neue Kraft - und steh (wieder) auf!“</p><p>Die Erfahrungen der Karwoche, des scheinbaren Scheiterns und der Trauer, gehören zu unserem Leben hinzu. Und dennoch dürfen wir als Christen darauf vertrauen, dass es nicht das Ende ist. Dass es sich lohnt, immer wieder Mut zu fassen und aufzustehen.</p><p>Denn die Kartage sind nicht alles - Ostern wird kommen.</p><p><strong>Domkapitular Stefan Gessner, Dompfarrer, regionaler Priesterreferent und Dekan</strong></p>]]></content:encoded></item><item><guid isPermaLink="false">news-71194</guid><pubDate>Mon, 16 Mar 2026 10:36:14 +0100</pubDate><title>Von den Wolken </title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/von-den-wolken/</link><description>An Gott glauben heißt für mich, durch die Tiefe des Lebens im Vertrauen auf Gottes Beistand gehen, so Pfarrerin Annika Kringel.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dunkelgrau und wolkenverhangen. So könnte man die Welt gerade beschreiben. Mein Zustand: Dunkelgraue Sorgenfalten. Ich bin müde. Wintermüde. Krisenmüde. Vor allem müde von der Gleichzeitigkeit der Schreckensnachrichten. Wie hohe Berge wirft der eine noch Schatten auf die nächste Verzweiflungsbotschaft. Es macht wir Angst, wenn rassistische Hassreden wieder Einzug in die politischen Debatten erhalten. Ich erstarre vor Grauen wegen der Epstein Files und bin wütend darüber, wie die Machtreichen Gerechtigkeit und Verantwortung für sich selbst in neue Formen gießen. Die Welt ist dunkelgrau. Voller Sorgenwolken, gegen deren Schwere ich mich hilflos fühle.</p><p>Liebe Lesende, vielleicht geht es Ihnen gerade ähnlich. Leid ist so alt wie die Menschheit selbst. Es gibt viele Leidensgeschichten in der Bibel. In der Geschichte von Hiob ist ein ganzes Buch dem Thema Leid gewidmet. Auch die biblischen Klagepsalmen haben das Leid zum Inhalt. Hier klagen Menschen Gott ihr Elend. Schonungslos wütend und herzzerreißend ehrlich. „Bis wann muss ich sorgenvolle Gedanken tragen in meinem Leben, Kummer in meinem Herzen Tag für Tag?“ So heißt es im Psalm 13. In diesen Tagen spricht er mir aus der Seele. Jesus selbst schreit am Kreuz vor seinem Tod den Vers eines Klagepsalms. Ich glaube, die Bibel kann uns da etwas lehren, was wir oft verlernt haben. Das Schwere fühlen und aushalten. Zulassen, dass man gerade allen Grund zum Klagen hat. Und dann wirklich laut klagen - Gott, dem Mitmenschen, dem eigenen Tagebuch. Klagen, Weinen, Schreien ist Ausdruck des Leidens. Und Ausdruck bringt etwas in Bewegung. Wer klagt, der tut zumindest etwas. Und vielleicht kann allein dieses Tun dem Gefühl der Ohnmacht etwas entgegensetzen.</p><p>An Gott Glauben heißt für mich, durch die Tiefe des Lebens im Vertrauen auf Gottes Beistand gehen. In den wolkenverhangenen Stürmen auf Gott an meiner Seite vertrauen. Als mir zuhörendes Gegenüber. Das nicht das Leid in Glück verwandelt, sondern es mit mir gemeinsam aushält. Wie einst Jesus selbst am Kreuz. Und wo wir klagen, da hören uns andere. Hören, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wo wir miteinander klagen, weinen und uns trösten, da geht es ganz ehrlich menschlich zu. Mitmenschlich könnte man sagen. Wo wir füreinander da sind, da entsteht Wärme. Wo wir Unrecht nicht still hinnehmen, sondern anklagen, kann ein Aufwind der Veränderung entstehen. Und naja, Wärme und Wind haben schon so manche Wolke die Richtung ändern lassen.</p><p>Es grüßt Sie, Pfarrerin Annika Kringel</p><p><strong>Pfarrerin Annika Kringel,&nbsp;2. Pfarrstelle der Pfarrei im Mainwerntal&nbsp;mit Schwerpunkt Karlstadt, Zellingen und Außenorten</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71047</guid><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 09:48:38 +0100</pubDate><title>„Hier fängt Zukunft an&quot;</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/hier-faengt-zukunft-an/</link><description>Es ist ermutigend zu sehen, was die Spenden für Misereor bewirken, so Rainer Zöller.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Viele von uns ringen in dieser Zeit um Zuversicht und Hoffnung angesichts der Entwicklungen in unserer Welt. Und es wird noch schlimmer durch die neuen kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost. In diese Befindlichkeit, die geprägt ist von Zweifeln und Ängsten, stellt das bischöfliche Hilfswerk Misereor die diesjährige Fastenaktion unter das Motto „Hier fängt Zukunft an“.</p><p>Konkret greifbar wird diese Aussage an Ulrich Gansop und seinem Bruder Silas Teyim aus Douala/Kamerun. Beide sind von Kindheit an von Elektrotechnik fasziniert. So haben sie jetzt eine Ausbildung in der Werkstatt von Bertrand Njomko begonnen. Diese Ausbildung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern wird erst durch den Misereor-Partner CODAS Caritas Douala ermöglicht. CODAS übernimmt einen Großteil der Ausbildungskosten und bietet darüber hinaus praxisnahe Workshops an. Es ist ermutigend zu sehen, was die Spenden für Misereor bewirken: die Brüder gewinnen neben fachlicher Bildung und technischen Fähigkeiten auch Selbstvertrauen und damit Zukunft!</p><p>Bei der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion kürzlich in Hofheim am Taunus konnte ich Pauline Maiday, ebenfalls aus Douala, erleben: auch sie wurde von CODAS unterstützt. Inzwischen ist sie Unternehmerin und näht sehr schöne Taschen, die sie selbst entwirft. Von ihrer Tätigkeit kann sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und hofft ihr Geschäft auszuweiten und weitere Personen anzustellen. Bei ihrer Vorstellung, in der sie ihren Werdegang schilderte und von ihrer Tätigkeit erzählte, beeindruckte sie durch ihre bescheidene und gleichzeitig selbstbewusste Art. Ihre Lebenshaltung drückte sie so aus: „Man muss klein anfangen, um Großes zu erreichen!“ Alle anwesenden Gäste aus Kamerun strahlten auch eine große Dankbarkeit für die Spenden aus, die ihre Lebenssituation verbessern und so Zukunft möglich machen.</p><p>„Hier fängt Zukunft an“ – diese Erfahrung, die die Gäste aus Kamerun bei diesem Treffen so glaubhaft rübergebracht haben, strahlt auch auf alle zurück, die durch ihre Spenden für Misereor Zukunft für andere möglich machen! Und tut das nicht gut in dieser herausfordernden Zeit?</p><p><br /><strong>Rainer Zöller, Pastoralreferent i.R., Waldbüttelbrunn</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70979</guid><pubDate>Thu, 05 Mar 2026 11:04:46 +0100</pubDate><title>Zuhören - das radikalste Fasten</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/zuhoeren-das-radikalste-fasten/</link><description>Ein hörendes Herz sucht nicht zuerst den Sündenbock, so Angelika Wagner.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Das Essen ist wichtig. Aber euer Zuhören ist mir noch wichtiger.“</p><p>Diese Worte hörte ich von einer Frau in der Mensa von Sant’Egidio. Jeden Sonntag bekommt sie dort eine warme Mahlzeit. Sie lebt auf der Straße. Sie weiß, was Hunger bedeutet. Und dennoch ist ihr das Zuhören wichtiger als das Essen. „Und dass ihr mich nicht verurteilt“, fügte sie hinzu.</p><p>Weltweit fasten derzeit über eine Milliarde Menschen – Christinnen und Christen in der vorösterlichen Zeit, Musliminnen und Muslime im Ramadan. Auch viele ohne religiöse Bindung verzichten auf Süßigkeiten, Alkohol oder soziale Medien. Fasten liegt im Trend.</p><p>Aber worauf verzichten wir wirklich?<br />Auf Kalorien?<br />Oder auf Härte?<br />Auf Gewohnheiten?<br />Oder auf Rechthaberei?</p><p>Die evangelische Aktion „Sieben Wochen ohne Härte“ trifft einen Nerv. Denn Härte hat Konjunktur. In Debatten, in sozialen Netzwerken, in politischen Auseinandersetzungen. Urteile fallen schnell. Zuhören dauert.</p><p>Dabei sind die Herausforderungen groß. Rund 673 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger, im Sudan ist die Lage dramatisch. Menschen kämpfen ums Überleben – und wir kämpfen oft nur darum, Recht zu behalten. Auch hierzulande wächst eine stille Not: Jeder zweite junge Mensch fühlt sich einsam. Einsamkeit kann krank machen – und sie macht empfänglich für einfache, radikale Antworten.</p><p>„Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Andern immer vorbeireden“, schreibt Dietrich Bonhoeffer. Papst Leo rückt in diesem Jahr das Zuhören in den Mittelpunkt der Fastenzeit.</p><p>Vielleicht wäre das radikalste Fasten dieser Wochen nicht der Verzicht auf Süßes. Sondern der Verzicht auf vorschnelles Urteilen. Dreißig oder vierzig Tage lang bewusst zuhören. Ohne inneres Augenrollen. Ohne Schubladen.</p><p>„Gib mir ein hörendes Herz“, bittet der junge König Salomo. Nicht Macht. Nicht Stärke. Ein hörendes Herz.</p><p>Gerade in Krisenzeiten sind Schuldige schnell benannt. Ein hörendes Herz sucht nicht zuerst den Sündenbock. Es beginnt bei mir selbst – bei meinem Ton, meiner Geduld, meiner Bereitschaft, mich berühren zu lassen.</p><p>Meine Schülerinnen und Schüler sagten einmal: Wenn Erwachsene so fasten würden, würden sie vielleicht merken, dass es ohne Krieg und Streit schöner ist – und gar nicht mehr damit anfangen.</p><p>Ein kindlicher Gedanke. Und vielleicht der klügste.</p><p>Die Fastenzeit ist eine Zeit der Hoffnung.<br />Vielleicht beginnen wir in diesen Wochen nicht nur weniger zu essen.<br />Sondern mehr zu hören.</p><p><strong>Evangelische Pfarrerin Angelika Wagner</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70796</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2026 14:17:32 +0100</pubDate><title>Ein Licht, das mitgeht</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/ein-licht-das-mitgeht/</link><description>Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen, so Schwester Angela Zehe.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal gibt es diese kurzen Augenblicke, in denen etwas aufleuchtet. Ein Moment der Ruhe. Ein Wort, das trifft. Eine Erfahrung, die Mut macht. Sie verändern nicht sofort alles – aber sie bleiben im Gedächtnis und bleiben wirksam.</p><p>Die biblische Geschichte von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, die am zweiten Fastensonntag gelesen wird, erzählt von so einem Augenblick. Jesus zieht sich mit einigen seiner Freunde zurück. Für einen Moment sehen sie ihn in einem neuen Licht. Sie spüren: Hier ist mehr als das, was man sehen und erklären kann. Jesus leuchtet, Gott ist spürbar nah, für einen Augenblick ist alles klar. Ein Moment intensiver Gottesnähe. Auch wir kennen diese „Tabor-Erfahrungen“: Augenblicke, in denen alles Sinn ergibt. In denen Gott nah ist. In denen das Leben weit wird.</p><p>Petrus möchte diesen Moment festhalten – verständlich, das kenne ich auch. Doch dieser wunderbare Moment bleibt nicht.</p><p>Der Weg führt zurück in den Alltag. Dorthin, wo wir Sorgen tragen, Entscheidungen treffen müssen und das Leben oft widersprüchlich ist. Die Geschichte verschweigt das nicht. Sie zeigt: Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen.</p><p>Die Verklärung schenkt keine einfachen Antworten. Sie gibt Orientierung. Das Licht vom Berg soll mitgehen – hinein in den ganz normalen Tag.</p><p>Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: in der Hoffnung, dass wir nicht allein unterwegs sind. Und dass selbst ein kurzer Moment des Lichts genügt, um weiterzugehen. Denn Gott ist da – auch dann, wenn gerade nichts strahlt.</p><p>Mich ermutigen und stärken solche Erfahrungen, wie sie die Jünger auf dem Berg Tabor gemacht haben und die ich selbst kenne.</p><p>Ich wünsche uns auf dem Weg der Vorbereitung auf Ostern hin die Erfahrung dieses Lichtes, das mitgeht. Das Licht das einlädt, sich einzulassen auf den Weg Jesu – letztendlich auf das Geheimnis unseres Glaubens: durch das Dunkel zum Licht; durch das Ja zu Durchkreuzungen zum Ostermorgen.</p><p class="western"><strong>Schwester Angela Zehe OSA, Generaloberin</strong></p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70715</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:06:24 +0100</pubDate><title>Institution Kirche? Find‘ ich gut!</title><link>https://www.main-franken-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/detail/ansicht/institution-kirche-find-ich-gut/</link><description>Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen, so Pfr. Frank Witzel. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit 13 Jahren bekam ich Kontakt mit „unserer“ Kirche, der Evang.-Luth. Gemeinde vom „Ökumenischen Zentrum“ in Würzburg-Lengfeld. Ich gehörte dort zum ersten Konfirmationsjahrgang.</p><p>Ich lernte danach viele Kirchen und frommen Gruppen kennen von evangelikal und fundamentalistisch bis liberal und basisdemokratisch, ökumenisch bunt eben.</p><p>Mit 63 blicke ich zurück und erinnere mich an viele Statements: „Jesus finde ich gut. Die Bibel ist wichtig, auch wenn ich sie nicht lese. Die Kirche als Institution lehne ich ab.“</p><p>Ich bin harmoniebedürftig und widerspreche nicht gern. Trotzdem muss ich sagen: Pauschale Institutionenkritik an Kirche, egal welche, ist daneben. Um deren Kurzsichtigkeit zu verstehen, muss man weder gläubig noch kirchlich sein. Ein vernünftiger Blick sieht klar: Um gemeinsame Aufgaben und Projekte gemeinsam anzupacken, braucht es regelbasierte Gemeinschaftsformen. Nur so entstehen Dinge und Prozesse, die größer sind als man und frau selbst. So werden individuelle Grenzen überwunden.</p><p>„Einsam bist du klein, machen sie dich ein.“ Dieser alte Sponti-Spruch gilt noch – generell. Jeder Mensch braucht Strukturen, um gemeinsam etwas bewirken, bauen, ermöglichen zu können, das Bestand hat.</p><p>Ich will, dass Liebe und Verantwortung stabil sind. So wächst Diakonie, Caritas und andere Organisationen der Wohlfahrt.</p><p>Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen. So wachsen kirchliche Gemeinschaften und Kirchen, Bildungshäuser und Mediengesellschaften, die das Evangelium als gute Botschaft vermitteln. Sie kommunizieren: Der Urgrund allen Seins, egal wie er heißt, ist gut. Darum sind Menschen zum Guten berufen und befähigt.</p><p>Ich will, dass Institutionen gedeihen, die Liebe, Verantwortung und das Gute im Blick haben. Ich vertraue, dass Gott dafür sorgt, dass sie in allen Wandlungen Bestand haben.</p><p>So verstehe ich Jesu Wort, wenn er zum Versager und Sich-Selbst-Überschätzer Petrus sagt: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Matthäus-Evangelium 16, 18)</p><p>Wenn mich, was auch vorkommt, das kirchlich Downsizing zum Zweifeln bringt, ermutigt mich das Gedicht von Samuel Becket: &quot;Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.&quot; - „Schon oft versucht. Schon oft gescheitert. Macht nichts. Versuch es wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser.“</p><p>Gottes Segen ist bei Petrus, Becket und uns.</p><p>Herzlich, Ihr Pfarrer für „Kirche an anderen Orten“, Frank Witzel</p><p><strong>Frank Witzel</strong>, Evang.-Luth. Pfarrer, Kirche an anderen Orten, Springerdienste im Dekanat Würzburg;&nbsp;Traumatherapeut, Geistlicher Begleiter, NLP-Master, Schwerhörigenseelsorger,&nbsp;Dekanatsbeauftragter „Ehrenamt“, Dekanatsbeauftragter für Motorradfahrer*innen-Seelsorge, Sprecher AG „Motorrad-Evangelisch“, Kunstbeauftragter im Kirchenkreises Ansbach-Würzburg</p>]]></content:encoded><category>Impulse</category><category>Wort zum Wochenende</category></item></channel></rss>