Am 5. Juni ist alljährlich, und damit auch heute, der Weltumwelttag, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Zu meiner Überraschung habe ich bei der Recherche festgestellt, dass dieser Aktionstag kein neues Phänomen ist, auch wenn ich ihn bisher nicht wirklich wahrgenommen habe. Tatsächlich ist er fast zehn Jahre älter als ich, denn bereits seit 1972 begeht die Staatengemeinschaft diesen Tag. Mittlerweile finden in rund 150 Ländern Veranstaltungen dazu statt.
Als Christ ist mir die Verantwortung für unsere Schöpfung ein Herzensanliegen und der Gedanke, dass sich Menschen auf der ganzen Welt geschwisterlich verbinden, um Probleme zu lösen, die wirklich alle betreffen, fasziniert mich. Dennoch frage ich mich, warum ich diesen „Tag der Umwelt“ bis heute nicht bewusst wahrgenommen habe. Ist Umweltschutz nichts Besonderes mehr? Oder ist das Thema einfach gerade nicht mehr in Mode? Doch es wäre fatal, wenn das so wäre.
Das diesjährige Motto des Bundesumweltministeriums hierfür zeigt nämlich: „Umweltschutz bringt was. Zusammen.“
Den Beweis dafür, dass Umweltschutz tatsächlich etwas bringt, wenn alle zusammen helfen, hat die Klimaforschung erst Anfang April wieder neu erbracht. Sie veröffentlicht regelmäßig verschiedene Szenarien, wie sich unser Planet entwickeln könnte. Dabei wird auch immer von einem bestmöglichen („best-case“) und einem schlimmsten Fall („worst-case“) ausgegangen. Das bisherige worst-case Modell, nach dem sich die Erde um 5 Grad erwärmen könnte und damit ein Großteil der Erde unbewohnbar würde, wurde gestrichen. So schlimm wird es nicht kommen, da nun bereits seit vielen Jahren immer mehr Länder in erneuerbare Energien investieren, auch und vor allem China. Umweltschutz bringt also etwas, aber was wir tun, reicht leider bei Weitem noch nicht. Im Moment gilt eine Erwärmung zwischen 2,5 und 3 Grad als wahrscheinlich. Sollte es also so kommen und auch das 2-Grad-Ziel verfehlt werden, sind durch immer mehr Überschwemmungen und Dürren verheerende Folgen zu befürchten.
Es ist doch gut zu wissen, dass wir in den vergangenen Jahren als gesamte Menschheit zumindest schonmal in die richtige Richtung marschiert sind. Leider haben manche gebremst und ausgerechnet jetzt, da erste Erfolge sichtbar werden, wollen einige sogar vom gemeinsamen Kurs abkommen. Die Richtung stimmt. Wir müssen nur noch etwas schneller werden. Und es wird auch weiterhin Weltumwelttage brauchen, die uns das immer wieder neu ins Gedächtnis rufen.
Florian Meier, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Bergtheim-Fährbrück

