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Over and out

Wort zum Wochenende
Im christlichen Glauben halten wir daran fest, dass wir gerade in Entscheidungsphasen von Gott positiv bestärkt werden, so Weihbischof Paul Reder.

Drei Worte, die im Funkverkehr ständig vorkommen (auf Deutsch: „Ende und aus.“). Die Worte zeigen an, dass die Kommunikation mit der beteiligten Stelle beendet wird. Kurz gesagt: Das war's dann.

Das könnte auch für den Katholikentag gelten: Aus und vorbei – das war's dann. Das Großereignis beendet, die Gäste verabschiedet, alles zurückgebaut, Normalität hat uns wieder. Da verwundert der Blick auf die Domtürme. Hat jemand vergessen, die Großbanner abzuhängen? Nein. Das Bistum Würzburg geht mit dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ durch das ganze Jahr. Darum bleiben die Banner auch noch einige Monate hängen.

Die Domtürme zeigen: Es gibt Worte, die sind nicht einfach „aus und vorbei“, weil sie zukunftsweisend sind. Zukunft ist eine Daueraufgabe.

Diese Erfahrung machen momentan auch Schülerinnen und Schüler, die gerade ihre schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich gebracht haben, mündlich steht noch aus. Gerade nach solchen Intensivzeiten ist die Luft mitunter erstmal raus: „aus  und vorbei“, Abi bestanden, das Kapitel Schulzeit beendet. Was kommt jetzt, wenn sich die jahrelange Lebens- und Lerngemeinschaft auflöst? Gerade in solchen Zwischen- und Orientierungsphasen ist ein „Blick zurück, nach vorn“ 
sinnvoll. Dabei können die Fragen helfen: Was hat mich bisher motiviert, meine Ziele zu erreichen? Welche Stärken konnte ich entwickeln, die mich weitergebracht haben? Welche Schlüsse ziehe ich aus Fehlentwicklungen? Was ist mir wirklich wichtig? Welchen kleinen, ersten Schritt braucht es als Nächstes? Wer kann mich dabei unterstützen?

Wer Ausschau hält, wie er sich weiter qualifizieren kann, der hat so viele Optionen wie noch keine Generation zuvor. Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler, die sich auf die Abschlussprüfungen an den Real- und Mittel- oder  Förderschulen in wenigen Wochen vorbereiten. Die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung sind enorm. Zukunftsweisende Entscheidungen stehen an.

Im christlichen Glauben halten wir daran fest, dass wir gerade in Entscheidungsphasen von Gott positiv bestärkt werden. Darum feiern wir an Pfingsten den Heiligen Geist als göttliche Kraft. Sie hilft uns, darauf zu vertrauen, dass Gott uns Perspektiven eröffnet und uns motiviert, mit unseren Fähigkeiten und Talenten gemeinsam daran zu bauen. Nichts anderes hat die erste Generation der christlichen Gemeinde am Pfingstfest erfahren. Die biblischen Berichte sind eindeutig. Nicht „over and out – aus und vorbei“ führt in gute Zukunft, sondern: „Empfangt den Heiligen Geist!“

Autor: Weihbischof Paul Reder