Ich finde Navis mega praktisch. Ein kleines Gerät, das checkt, wo ich bin. Ich geb ein, wohin es gehen soll, und es sagt mir, wann und wie ich dorthin komme. Manchmal sogar mit verschiedenen Optionen: Lieber Autobahn und dafür ein paar Minuten länger oder über die „Käffer“ und etwas Zeit und Sprit sparen. Mega praktisch, dass man dem Navi einfach folgen kann.
Schwierig wird’s jedoch, wenn ich gar nicht weiß, wohin ich eigentlich will. Dann kann mir auch das beste Navi nicht helfen. Und manchmal ist es im Leben genau umgekehrt: Ich weiß zwar, wo ich bin und wo ich hin will, habe aber keine Ahnung, wie ich dorthin kommen soll.
So ging es mir vor ein paar Jahren nach der Gamescom in Köln, der größten Messe für Computer- und Videospiele der Welt. Ich durfte dort ehrenamtlich mitarbeiten und Besuchenden ein Spiel erklären. Im Gegenzug bekam ich Fahrt, Unterkunft und Ticket bezahlt – absolute Win-Win-Situation. Zum ersten Mal bin ich alleine ICE gefahren und habe mit 18 Jahren in einem Hotel eingecheckt. Fühlte sich ziemlich erwachsen an.
Nach ein paar Tagen war die Messe vorbei, und ich wollte zurück nach Hause. Ich stand am Gleis in Köln/Deutz und wartete. Und wartete. Um mich herum standen hunderte Menschen. Dann endlich eine Durchsage: Streckensperrung zwischen Köln und Frankfurt wegen Personen im Gleis. Alle Verbindungen gestrichen. Die Stimmung am Bahnsteig kippte sofort.
Vielleicht kennst du diese Situation auch so ähnlich: Du hast ein Ziel, aber keinen Plan, wie du es erreichen kannst. Oder du weißt nicht einmal, wohin es gehen soll.
Wie gut wäre ein Navi fürs Leben? Die Israeliten hatten beim Auszug damals so etwas: Gott ging am Tag als Wolken- und bei Nacht als Feuersäule vor ihnen her. Heute sieht das oft anders aus. Aber ich glaube, Gott kennt den Weg immer noch. In Psalm 139 heißt es, dass alle unsere Tage in seinem Buch stehen.
Zurück zum Bahnsteig: Ein bislang unbekannter Mann sprach mich an und zeigte mir im Bahn-Navigator (der Fahrplan-App) eine alternative Verbindung. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg und kamen, auf dem Boden sitzend, schließlich in Frankfurt an. Von dort war der Rest einfach.
Ich bin überzeugt: In diesem Moment hat Gott mich durch diesen Menschen geführt. Gott will dein Navi sein. Wenn ich den Weg nicht finde, findet er doch immer den Weg zu mir. Und ich muss den Weg nicht kennen, um ihn trotzdem mit ihm gehen zu können. Gott will dein Navi sein.
An welch unglaubliche Orte er und wohl noch führen wird?
Autor: Dennis Stephan, Diakon in Kirchengemeinde St. Matthäus Höchberg, Diakon für Jugendarbeit in Pfarrei Altertheim, Philippusgemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn und St. Matthäus Höchberg

