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„Hab Mut, steh auf!“ - Auf den Spuren des hl. Kilian das Leben wagen

Wort zum Wochenende
Die Kilianioktav erinnert uns auch im Alltag, jenseits von Katholikentagen und Großveranstaltungen, so Stefan Gessner.

An diesem Sonntag, 05. Juli 2026, wird wie jedes Jahr um 9.30 Uhr eine festliche Prozession von der Würzburger Pfarrkirche St. Burkard über die alte Mainbrücke zum Dom hinüber ziehen. In der Mitte dieser Prozession wird der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan getragen.

Diesem Festzug schließen sich in der darauf folgenden Woche tausende von Gläubige aus dem Bistum Würzburg und weit darüber hinaus an. Die Türen des Kiliansdoms stehen in dieser Wallfahrtswoche weit offen für die zahlreichen Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Eine Woche lang feiert das Bistum Würzburg den Ursprung der kirchlichen Feierlichkeiten: Das Glaubenszeugnis und das Martyrium des heiligen Kilian, Kolonat und Totnan.

Während dieser Kilianioktav versammeln sich viele Gläubige, aber auch unterschiedlichste Gruppen und Gruppierungen um den Reliquienschrein der drei Märtyrer, miteinander feiernd und betend. Und so manchen führt der Weg anschließend vielleicht auch auf das Kiliani-Volksfest, dass zwei Wochen lang auf die Talavera einlädt.

Es ist in diesem Jahr bereits das zweite große Ereignis in der Diözese Würzburg. Erst im Mai hatte der 104. Deutsche Katholikentag mit dem Schriftwort „Hab Mut, steh auf!“ (Mk 10,49) Menschen nach Würzburg eingeladen, den Glauben zu feiern und die Vielfalt kirchlichen Lebens kennen zu lernen.

„Hab Mut, steh auf!“ - diese Leitwort des Katholikentages und der Diözese Würzburg in diesem Jahr umschreiben treffend und prägnant auch das Wirken der drei Frankenheiligen:

Sie haben sich in ihrer irischen Heimat von Gott ansprechen lassen, allen Glaubensmut zusammen genommen, sind aufgestanden, um aufzubrechen und den christlichen Glauben nach Franken zu tragen. Trotz des weiten Weges. Trotz aller Mühen. Und trotz der Widerstände und des drohenden Martyriums.

„Hab Mut, steh auf!“

Diese Worte gelten auch uns heute. Der zurückliegende 104. Deutsche Katholikentag war ein buntes Fest und hat viele Menschen angesprochen.

Die Kilianioktav erinnert uns auch im Alltag, jenseits von Katholikentagen und Großveranstaltungen, an diesen Auftrag, mutig aufzustehen, unseren Glauben zu teilen und zu bezeugen.

Möge dieses Vertrauen und diese Gewissheit uns über die Kilianioktav 2026 hinweg begleiten und immer wieder Mut machen, am Glauben fest zu halten und ihn durch unser Leben zu bezeugen.

Autor: Domkapitular Stefan Gessner, Dompfarrer, regionaler Priesterreferent und De­kan